Fussball : Nur ein Wermutstropfen

Ball gespielt hat Marvin Runge (l.) hier offensichtlich im Zweikampf mit Erik Hollnagel. Überharte Einsätze wie diesen gab es – für ein Derby – allerdings nur wenige.
Ball gespielt hat Marvin Runge (l.) hier offensichtlich im Zweikampf mit Erik Hollnagel. Überharte Einsätze wie diesen gab es – für ein Derby – allerdings nur wenige.

Verbandsliga: Nach Sieg im Derby gegen Mecklenburg Schwerin ist der MSV Pampow noch einen Sieg vom Meistertitel entfernt

svz.de von
19. Mai 2019, 18:54 Uhr

Dass es so ein entspannter Nachmittag im Lankower Sportpark werden würde, hätten wohl die wenigsten gedacht – nicht mal die Pampower selbst. Ein frühes Tor von Johannes Ernst brachte den Verbandsliga-Tabellenführer im Derby gegen den FC Mecklenburg Schwerin schnell auf Kurs, das 2:0 kurz nach der Pause nahm dem Spiel dann den Wind aus den Segeln.

Und so hatte MSV-Torwart Ronny Losereit erstaunlich viel Zeit, sich neben seinem eigentlich Job auch um ein paar andere Dinge zu kümmern. So flachste er mit den Zuschauern, die ihm ob der sommerlichen Temperaturen ein Bier bringen wollten, und erkundigte sich hinter seinem Tor beim Verbandsliga-Livetickerer, was die Pastower Konkurrenten um den Titel parallel in Boizenburg machen, inklusive lautstarker Anfeuerungsrufe für die SG Aufbau.

Aber, und das war wohl auch im Sinne der Mannschaft das Wichtigste: Er machte den – zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselten – Torschützen zum 100. Saisontor der Grün-Weißen auf eben jenen Umstand aufmerksam: „Ernsti (Johannes Ernst, Anm. d. Red.), da musst du jetzt aber was springen lassen. Das ist mindestens ein Zwischenhalt an der Tankstelle!“

Ob es nach dem Spiel noch so kam, ist nicht überliefert. Doch auch MSV-Trainer Ronny Stamer dürfte nichts dagegen gehabt haben, sah er doch eine ansprechende Leistung seiner Mannschaft. „Mit dem frühen Tor“ – ein Torwartfehler von FCM-Keeper Maximilian Böttcher half beim Ernst-Kopfball zum 1:0 – „bin ich zufrieden. Danach hatten wir gleich noch die Chance auf das 2:0, denn aus meiner Sicht war das kein Abseits.“ Schiedsrichter Steffen Ludwig sah das in der 12. Minute allerdings anders. „Danach“, gestand der Coach ein, „hatten wir auch ein bisschen Glück. Da hat man gesehen, dass Schwerin fußballerisch eine gute Truppe beisammen hat.“ Innerhalb von zwei Minuten hatte Thorben Wurr die Doppelchance zum Ausgleich. Erst musste sich Losereit ganz lang machen, dann zielte Wurr aus aussichtsreicher Position daneben. Es war die einzige Phase, in der auch auf dem Platz Derby-Stimmung aufkam. Viele giftig geführte Zweikämpfe – einer davon endete für Rafael da Silva Cruz blutig; die eigentliche Nummer 13 musste den Rest des Spiels mit dem Trikot von Steven Maas, der erst im Winter vom FCM zum MSV gewechselt war, aber nicht im Kader stand, weiterspielen, weil Blut auf der Spielkleidung nicht erlaubt ist – prägten die Mitte der ersten Halbzeit. „Die 19 Punkte Unterschied zwischen beiden Mannschaften hat man bis zur Pause nicht gesehen, da bin ich stolz drauf“, freute sich Schwerins Kapitän Tino Wittkowski.

Für die zweite Hälfte galt das allerdings nicht mehr. Das 2:0 in der 50. Minute durch da Silva Cruz, der nur ein paar Minuten später nach einem hohen Steilpass von Ernst sehenswert per Heber unter die Latte auch den Endstand herstellte, raubte den Gastgebern den Glauben an die Wende und so konnte Pampow das Spiel sicher nach Hause fahren.

Einziger Wermutstropfen: Die Meisterschaft ist noch immer nicht perfekt. Denn auch Losereits Anfeuerungsrufe haben Boizenburg nicht zum Punktgewinn gegen Pastow schreien können. Dabei stand es zur Pause noch Unentschieden, Boizenburg hatte sogar geführt. „Wir haben die Chance, vor dieser Kulisse Meister zu werden, vor zwei Wochen selbst aus der Hand gegeben“, machte Trainer Stamer selbstkritisch klar. Anfang Mai hatte Pampow gegen Ueckermünde und den 1. FC Neubrandenburg zweimal in Folge nur 1:1 gespielt.

„Dafür haben wir jetzt die Möglichkeit, vor heimischem Publikum Meister zu werden.“ In zwei Wochen – für das freie Pokalfinalwochenende verordnet Stamer der Truppe nach einer langen Saison Erholung – am letzten Spieltag reist Güstrow nach Pampow. Der MSV ist dann, um die Saison zu krönen, bei einem eigenen Sieg nicht mehr auf die Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen.

FC Mecklenburg Schwerin: Böttcher - Leu, Baumann, Köhn, Kanter (46. Henschke) - Hollnagel (64. Bohmann), Zotke (74. Studier) - Hube, Witkowski, Ewert - Wurr.

MSV Pampow: Losereit - Looks, Drews, Reis - Hasselmann, Wegner - Runge, Höhn, Zschaubitz (78. Finkenstein) - Da Silva Cruz (86. Waack), Ernst (66. Traore)

Tore: 0:1 Ernst (6.), 0:2, 0:3 Da Silva Cruz (50., 63.); SR: Steffen Ludwig (Ziesendorf); Z: 735.

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