Abenteuer in Südamerika : Mit dem Mountain-Bike auf die Straße des Todes

Die Yungas-Straße ist bis 2006 die gefährlichste Straße der Welt gewesen. Jetzt ist zumindest der Fernverkehr fast weg.
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Die Yungas-Straße ist bis 2006 die gefährlichste Straße der Welt gewesen. Jetzt ist zumindest der Fernverkehr fast weg.

Gerald und Che Keller bereisen die Yungas-Straße in Bolivien und wollen auf dem Amazonas Kanu fahren

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05. Februar 2014, 12:00 Uhr

Die bolivianische Yungas-Straße gilt als die gefährlichste Straße der Welt. Sie führt vom bolivianischen Regierungssitz La Paz in das 56 km nordöstlich gelegene Coroico in den bolivianischen Yungas. In den 1930ern gebaut, gilt die Yungas-Straße als Straße des Todes. Ungezählte Trucker ließen hier schon ihr Leben. Vater Gerald und Sohn Che Keller aus Stove im Amt Rehna werden diese Straße Mitte Februar mit dem Mountain-Bike bereisen und versuchen, heil und gesund ans Ende der Strecke zu kommen. Nach dem Bau einer Umgehungsstraße im Jahre 2006 ist zumindest der Fernlastverkehr von der Straße fast verschwunden.

Wenige Meter breit, seitlich mehrere hundert Meter steil abfallend und ohne zusätzliche Leitplanken windet sich die Straße ins Tal. Für Vater Gerald und Sohn Che ist das nur eine der vielen Herausforderungen, die sie ab dem 14. Februar drei Wochen lang meistern wollen. „Eigentlich wollen wir uns mit Bekannten treffen. Die leisten drei Monate im Jahr in Bolivien humanitäre Hilfe. Wir wollen uns das anschauen und sehen, ob wir vielleicht helfen können“, erklärt Gerald Keller. Der ist wie sein Sohn aktiver Triathlet und hat vor den sportlichen Herausforderungen dieser Tour keine Angst. „Mal sehen, wie es wird. Wir werden auch Kanu fahren. Bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und 40 Grad kein einfaches Unterfangen. Che will allerdings noch laufen gehen“, sagt der 54-Jährige, der zusammen mit seinen Söhnen Che und Brun seit Jahren verschiedene Triathlons absolviert und auch im vergangenen Jahr erstmals einen eigenen im kleinen Dorf Stove bei Carlow organisiert hat.

Doch zuvor wollen die beiden Reisenden nach der extrem gefährlichen Radtour, die mittlerweile zu einem touristischen Magnet geworden ist, eine Auffangstation für Wildtiere besuchen. Die wird von den beiden in Sachsen lebenden Ilka Sohr und Torsten Roder, die Initiatoren der humanitären Hilfe, betrieben. Anschließend geht es einige Tage den Amazonas hinab, um verschiedene Indianerstämme zu besuchen und ärztlich zu versorgen. „Unsere Freunde setzen sich sehr dafür ein und haben auch Ärzte mit an Bord. Das geht natürlich nur in der Regenzeit, da man die Indianer sonst nicht erreicht“, erzählt Gerald Keller, der vor den körperlichen Herausforderungen keine Angst hat. „Ich will das ausprobieren. Wenn ich mich gut fühle, kann ich mir auch vorstellen, alle zwei, drei Jahre mal zwei Monate dort vor Ort zu helfen“, sagt der Stover Sportler.

Kurios: Ausgerechnet in Bolivien werden die beiden voraussichtlich auf eine weitere Bewohnerin aus Stove treffen: „Sophie Garbert ist vor einigen Monaten nach Argentinien gegangen. Ihre Brüder spielen bei mir Fußball. Daher wusste ich das. Jetzt wollen wir uns dort treffen“, erzählt Gerald Keller, der auch Trainer der Schlagsdorfer Herren-Fußballer ist.

Deshalb setzen sich Vater und Sohn zunächst in Frankfurt/Main in das Flugzeug, dass sie nach Madrid bringt. Von dort geht es über Lima in Peru nach La Paz in Bolivien. Nach all den Abenteuern auf der Yungas-Straße und dem Amazonas geht es zum Ende der Reise noch an den Titicacasee und dann wieder nach La Paz, wo am 9. März die Heimreise beginnt.    

Infos: www.urwaldprojekte.de
 

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