Drachenboot : Mit acht Mal Edelmetall belohnt

Der zweite Vereinsvorsitzende des DC Zuarin Waitschies gratuliert Gisa Scheibel und Lisa Brockhof zu ihren hervorragenden Ergebnissen bei den 11. Drachenboot-Europameisterschaften.
Der zweite Vereinsvorsitzende des DC Zuarin Waitschies gratuliert Gisa Scheibel und Lisa Brockhof zu ihren hervorragenden Ergebnissen bei den 11. Drachenboot-Europameisterschaften.

Gisa Scheibel und Lisa Brockhof vom DC Zuarin kehren erfolgreich von den Europameisterschaften der Nationalmannschaften zurück

svz.de von
29. Juli 2014, 23:00 Uhr

Am Montag, punktlich zum Training, waren die beiden Europameisterschaftsteilnehmerinnen des Drachenbootclubs Zuarin aus Schwerin wieder da. Mit im Gepäck: Insgesamt acht Medaillen.

Letzte Woche Dienstag reisten Gisa Scheibel und Lisa Brockhof mit der Nationalmannschaft ins entfernte Racice (Tschechien) zu den 11. Drachenboot-Europameisterschaften. Der Weg dorthin war für beide nicht einfach. Es kann selbstverständlich nicht jeder Paddler für Deutschland fahren. „Wir mussten uns erst einmal für die Nationalmannschaft bewerben“, so Scheibel. „Dann wird man zu einer Sichtung eingeladen und muss Kraft-, Athletik- und Paddeltests machen. Am Ende reicht es dann fürs Team oder nicht“, sagt die gebürtige Sächsin weiter.

Lisa Brockhof hat erst später erfahren, dass sie für die EM nominiert wurde. Sie startete mit 15 Jahren in der Jugendmannschaft, während Gisa Scheibel mit dem Ü60-Team antrat. Die beiden Vereinsmitglieder könnten was das Alter betrifft nicht unterschiedlicher sein. Ganze 47 Jahre trennen die Paddlerinnen. Als Gisa Scheibel 2001 mit dem Drachenboot angefangen hat, war Lisa gerade einmal drei Jahre alt. Und dennoch fuhren beide gemeinsam, wenn auch in unterschiedlichen Booten, bei den Europameisterschaften.

Drei Trainingslager haben die Zwei mit ihren Teams im Vorfeld absolviert, um für die EM vorbereitet zu sein. Und das hat sich am Ende auch gelohnt. Scheibel ist seit Sonntag fünffache Europameisterin und einmal Vize-Champion. Brockhof erfuhr mit ihrem Team eine Silber- und eine Bronzemedaille.

Dabei sind Lisa und Gisa nicht die ersten Nationalkader des Vereins. „Wir hatten schon Paddler die es in die Nationalmannschaft geschafft haben. Aber es ist immer schön, wenn es wieder welche packen“, sagt der zweite Vereinsvorsitzende Waitschies. Das mit der Nationalmannschaft immer eine große finanzielle Belastung aufkommt, vergessen viele. Lisa Brockhof ist dabei als Schülerin auf ihre Eltern angewiesen. „Der Verein unterstützt uns aber auch“, sagt die 62-jährige Scheibel. Das ist bei den Kosten auch nötig.

Für beide soll mit der EM noch nicht Schluss sein. Lisa, seit 2010 Paddlerin, vorher an der Trommel, peilt die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Kanada an. Auch Gisa möchte weitermachen. „Im Nationalteam bei uns war die älteste 78 und eine auch 76 Jahre alt. Da war ich mit meinen 62 Lenzen noch die Jüngste. Ich möchte so lange fahren, bis nichts mehr geht“, sagt Scheibel. Damit das klappt trainieren Gisa und Lisa bis zu fünf Mal in der Woche, und dann auch nicht nur auf dem Wasser im Boot. Lisa Brockhof fährt ein- bis zweimal im Drachenboot und ist zusätzlich im Kanurennsport aktiv.

Sportlich gesehen fuhren die „Zuariner“ in der besten Nationalmannschaft, denn Deutschland gewann am Ende auch die Nationenwertung bei der Europameisterschaft. Aufgefallen ist Lisa und Gisa noch etwas anderes. „Die Teams aus und Russland und der Ukraine wurden vom Veranstalter an zwei unterschiedliche Orte gepackt, damit sie sich aufgrund der politischen Lage aus dem Weg gehen. Doch die Teams zeigten den anderen Nationen eine kleine gemeinsame Aufführung. „Die Fahnen der Länder hingen in der Umkleidekabine auch nebeneinander, das war schön mitanzusehen“, erzählt die Bertolt-Brecht-Schülerin Brockhof.

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