Triathlon : Mammutprojekt Weltmeisterschaft

<p>Hatten nach dem 70.3 Ironman auf Rügen gut lachen: Triathletin Anja Witter (M.) hat sich für die Weltmeisterschaften in Australien qualifiziert. Die Familie und Ehemann Bernd (l.) freuen sich. </p>

Hatten nach dem 70.3 Ironman auf Rügen gut lachen: Triathletin Anja Witter (M.) hat sich für die Weltmeisterschaften in Australien qualifiziert. Die Familie und Ehemann Bernd (l.) freuen sich.

Für Anja Wittwer ist der Triathlon ist eine Herzensangelegenheit – auf Rügen hat sie sich für die 70.3-WM 2016 in Australien qualifiziert

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07. November 2015, 23:09 Uhr

„Nie wieder einen Ironman. Und nie wieder im Meer schwimmen.“ Das waren Anja Wittwers Worte direkt nach dem 70.3-Triathlon in Binz auf Rügen in diesem Jahr. Da wusste sie noch nicht, dass sie sich anderthalb Stunden später dafür entscheiden würde, an den 70.3-Weltmeisterschaften 2016 im australischen Mooloolaba teilzunehmen. Also doch wieder 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Und vor allem wieder im Meer schwimmen – diesmal nicht in der Ostsee, sondern im Pazifischen Ozean.

Triathlon. Für die 30-jährige Wittwer ist diese Sportart seit sechs Jahren eine Herzensangelegenheit. „So  um das Jahr 2004 rum wollte ich gerne in einer Gruppe laufen. Da bin ich zu TriSport Schwerin gegangen. Im Laufe der Zeit kam dann das erste Rennrad dazu. Zum Schwimmen musste ich dann etwas genötigt werden“, beschreibt Wittwer ihren Weg zu diesem Ausdauersport. Anfang 2009 bestritt sie ihren ersten Wettkampf auf der Sprintdistanz. Die ersten Erfolge stellten sich ein und so kamen dann Einsätze in der Regionalliga für die Schweriner TriElfen sowie die ersten Triathlons auf der Olympischen Distanz (1,5km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) dazu. Länger als diese Distanz sollte es eigentlich nie werden – wurde es aber. 2014 meldet sich Anja Wittwer auf der Insel Rügen für einen sogenannten 70.3-Triathlon. Bei einem 70.3., auch „Half-Ironman“ genannt, müssen die Teilnehmer 1,9 km schwimmen, 90 km radfahren und 21,1 km laufen. Also noch einmal erheblich mehr, als es Anja Wittwer zuvor in Wettkämpfen getan hat. Aber die 30-Jährige ist ehrgeizig und trainiert ein Jahr lang voll auf den Höhepunkt im September hin. „Ich war vom Leistungsstand damals genau da, wo ich sein wollte“, sagt Wittwer heute. Genützt hat es ihr nichts, denn wie das Leben manchmal so spielt, musste sie den Wettkampf aufgrund einer Grippe absagen. „In sechs Jahren hatte ich nie einen Triathlon krankheitsbedingt verpasst – außer dann den wichtigsten auf Rügen.“

Da war die Luft für die Physiotherapeutin verständlicherweise erst einmal raus.  „Ich hatte keinen Bock mehr auf den Sport, musste erst einmal Abstand gewinnen und Urlaub machen.“ Doch wie das bei Sportlern so ist, hat es dann irgendwann  wieder gekribbelt „und ich hatte mit dem Ironman auf Binz ja irgendwie auch noch eine Rechnung offen“, meldet sich Anja Wittwer dann doch für die 2015er-Ausgabe des 70.3 auf Rügen an.

Und auch wenn die Bedingungen auf der größten deutschen Insel alles andere als ideal waren, konnte sich die in Gneven lebende Wittwer trotz hoher Wellen, nass-windiger Radstrecke und bergiger Laufstrecke am Ende in ihrer Altersklasse durchsetzen. Gerechnet hat sie mit ihrem Sieg und Gesamtplatz zehn inklusive Profi-Frauen nicht. „Dadurch musste ich mich dann aber schnell entscheiden, ob ich nach Australien fahren will oder nicht.“ Nach kurzer Besprechung mit der Familie sagt sie zu. Erst wollte die gesamte Familie mit, jetzt kann sie doch nicht.  Anja Wittwer und Ehemann Bernd fahren aber dennoch nach Australien und stecken jetzt schon mitten in den Planungen.

„Wir wollen so früh wie möglich Flüge buchen, damit es nicht zu teuer wird. Wir haben aber auch schon einmal alles ein wenig überschlagen und wir bewegen uns da  im hohen vierstelligen und niedrigen fünfstelligen Bereich“, erzählt Ehemann Bernd Wittwer. Allein das Startgeld ist schon happig. Hinzu kommen Flüge und auch ein Wohnwagen, der gemietet werden soll. „Und da schauen wir nur nach günstigen Lösungen“, ergänzt Bernd Wittwer.

Für das Ehepaar ist die anstehende Weltmeisterschaft in Australien ein richtiges Mammutprojekt. Und damit das gelingen soll, hoffen Anja und Bernd Wittwer natürlich noch auf interessierte Sponsoren, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützen wollen. Ein paar Firmen haben ihre Unterstützung schon zugesagt und so wollen die Physiotherapie Annett Evers, der Zweiradhandel Nickel in Parchim, Sport Schefe und das Mediclin Krankenhaus am Crivitzer See helfen, alles zu realisieren. Wer ebenfalls Interesse hat, Anja Wittwer bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, kann sich gerne per Mail an anja.wittwer@ gmx.net wenden.

Die 30-jährige Triathletin hat vor kurzem auch schon wieder angefangen, für das große Ziel 2016 zu trainieren. Auch wenn das bedeutet, dass Anja Wittwer wieder einen Half-Ironman bestreiten muss – wieder im Meer schwimmen muss. Aber für Weltmeisterschaften macht man das doch gerne. Ein richtiger Ironman kommt für sie übrigens derzeit nicht in Frage. „Das übersteigt im Moment noch meine Vorstellungskraft“, sagt sie, „noch“, ergänzt Ehemann Bernd mit einem Schmunzeln.

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