Schweriner Fussball muss umziehen : Lambrechtsgrund statt Lankow

Die Bagger sind angerollt. Im Sportpark Lankow wird gebaut, damit Mitte 2017 Funktionsgebäude und Tribüne genutzt werden können.
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Die Bagger sind angerollt. Im Sportpark Lankow wird gebaut, damit Mitte 2017 Funktionsgebäude und Tribüne genutzt werden können.

FC Mecklenburg Schwerin muss eine Saison lang umziehen, da im Sportpark Lankow gebaut wird

svz.de von
02. August 2016, 08:00 Uhr

Statt Fußballer sind jetzt die Bauarbeiter im Sportpark Lankow im Einsatz. Die Platzanlage bekommt ein Funktionsgebäude und eine Tribüne, die auch das Fußballschauen angenehmer machen soll. Doch Fußballspiele werden in dieser Saison auf dem Hauptplatz dort nicht zu sehen sein. Die Stadt hat den Platz gesperrt und der FC Mecklenburg Schwerin wird seine Oberliga-Partien dafür im Stadion Lambrechtsgrund austragen.

Der Kran auf dem Sportareal in Lankow ist von weitem zu sehen, Bagger heben Erde aus, die ersten Fundamente sind gegossen. Es tut sich was, auf dem Gelände an der Ratzeburger Straße. Lange wurde darum gerungen, den Spielern und Zuschauern eine vernünftige Infrastruktur zu bieten. Die alte war inakzeptabel. Spieler und Schiedsrichter mussten sich zwei Abschläge entfernt in der Turnhalle umziehen und die Toiletten waren ebenfalls ausgelagert. Zuschauer, die sitzen wollten, die konnten dies nur auf ein paar alten Bänken tun, um dann festzustellen, dass sie von dort nicht viel sehen. Ein Dach über dem Kopf hatten nur die, die sich beim FCM besonders engagieren und vom Wachdienst ins weiße VIP-Zelt gelassen wurden. 2012 gründete sich ein Förderverein, seit dem standen Funktionsgebäude und Tribüne zur Debatte. Und in erster Linie die Finanzierung auch. Rund 2,4 Millionen werden jetzt verbaut, die vornehmlich Stadt und Land mit ihren Fördermitteln bereit stellten.

Sportlich ist der FC Mecklenburg mit dem Oberliga-Aufstieg in einem neuen Umfeld angekommen. Um die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, braucht es aber noch Zeit. „Mitte kommenden Jahres sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein“, sagt Matthias Tillmann, Fachgruppenleiter Sport bei der Stadt Schwerin. Und in Absprache mit dem Nordostdeutschen Fußballverband hat die Stadt auch beschlossen, die Heimspiele des FCM während der Bauphase nicht in Lankow austragen zu lassen. „Aus Sicherheitsgründen“, sagt Tillmann. Einen separaten Gästeblock gäbe es nicht. Bei bestimmten Spielen wolle man, so Tillmann, kein Risiko eingehen. Auf der sogenannten Baustraße lägen viele Steine. Und da sollen sie auch liegen bleiben.

Jetzt rollt der Ball im Stadion Lambrechtsgrund. Zentrale Lage, viele Parkplätze, Kabinen, Sitzplätze – alles ist da, was in Lankow noch nicht da ist. „Das ist eine absolut gute Sportanlage, die alles hat, was wir brauchen“, freut sich FCM-Trainer Martin Pieckenhagen auf die „Gastspiele“ seiner Elf im Lambrechtsgrund. Test- und Pokalspiele habe er dort schon mit dem FC Mecklenburg ausgetragen. Einzig die Tartanbahn störe etwas, denn „die Zuschauer sind schon gerne nah dran“, sagt Pieckenhagen. Überrascht davon, dass Lankow als Spielstätte vorerst ausfalle, sei er nicht. „Und die Jungs fühlen sich im Lambrechtsgrund auch wohl“, ist sich der Coach sicher. Wie wohl sie sich fühlen, können sie bald zeigen. Startet der FCM am Wochenende zunächst auswärts in die Saison, steht am 13. August das erste Heimspiel gegen Hertha Zehlendorf an. Die nächste Partie in Schwerin ist für das Wochenende 10./11. September angesetzt. Gegner wäre dann das Team von Anker Wismar. Zeitgleich findet aber der Jedermann-Zehnkampf im Stadion statt. „Das Heimrecht zu tauschen wäre eine Option“, sagt der sportliche Leiter des FCM, Uwe Brauer. Oder der FC Mecklenburg weicht noch einmal auf einen anderen Platz aus.


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