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Lokaler Sport Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 08:59 Uhr

Radsport : Husarenritt durch Norwegen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Klaus von Bülow hat sich wieder aus sein Rad geschwungen und ist 540 Kilometer am Stück gefahren

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 23:36 Uhr

Dr. Klaus von Bülow kann es nicht lassen. Der Schweriner Hals-Nasen-Ohren Arzt hat sich auch in diesem Jahr wieder aus sein Rad geschwungen und dabei mehrere hundert Kilometer am Stück abgespult. 543 Kilometer von Trondheim nach Oslo – um genau zu sein.

Der Radmarathon „Den Store Styrkeprøven“ (norwegisch für die große Kraftprobe) fand in diesem Jahr bereits zum 51. Mal statt und ist eine der größten Herausforderungen dieser Art. Nicht nur die 540 Kilometer verlangen den Fahrern alles ab, vor allem die 3627 zu bewältigenden Höhenmeter machen den „Styrkeprøven“ zu einer reizvollen Aufgabe. „Die Tour macht einen Heidenspaß und ist auch landschaftlich wunderschön. Natürlich ist es aufwendig, sich darauf vorzubereiten, allerdings brauche ich so etwas einmal im Jahr“, erklärt Klaus von Bülow die Faszinationen am Radmarathon und auch im speziellen an der Fahrt durch Norwegen.

Die gleicht quasi einem Husarenritt, wenn man bedenkt, dass der Schweriner 18 Stunden, 18 Minuten und 2 Sekunden für die Strecke von Trondheim nach Oslo gebraucht hat. Die schnellsten Truppen kommen nach 13 Stunden und 30 Minuten im Ziel an. Für von Bülow geht es aber eher ums Durchhalten. „Die Sicherheit, dass ich solche Distanzen schaffe, die habe ich. Dennoch ist jedes Mal eine Menge Respekt mit dabei“, sagt der Arzt, der fast in jedem Jahr einen Radmarathon absolviert. Die Tour durch Norwegen stand jetzt schon zum fünften Mal auf dem Programm. „Da stellt sich dann schon eine gewisse Routine ein“, gibt von Bülow zu verstehen.

Das gilt eigentlich auch für Mitstreiter Alexander Witt, der schon etliche Radmarathons mitgemacht hat, beim Styrkeprøven allerdings zum ersten Mal dabei war. Das Ziel hat er, anders als sonst, nicht mit dem Rad erreicht. Er stieg nach 180 Kilometern aus. „Manchmal hat man einfach einen schlechten Tag und dann geht es nicht weiter“, sagt von Bülow. Auch für ihn hätte die Norwegen-Tour fast ein unrühmliches Ende genommen. „Ich habe mich bei einer Verpflegungsstation etwas verschätzt. Die war dieses Mal etwas weiter entfernt als gedacht. Auf den Zettel mit den Stationen, den man im Vorfeld bekommt, habe ich nicht geschaut. So bin ich dann ein ganzes Stück ohne Essen und Trinken gefahren. Hätten mir Zuschauer am Straßenrand keine Cola gegeben, wäre das vielleicht nicht so gut ausgegangen“, erzählt der Schweriner. Über diesen „Fauxpas“ kann er allerdings schon wieder lachen.

So hat der HNO-Arzt das Ziel munter und zufrieden erreicht. „Das schöne bei solchen Radgeschichten ist, dass man eine Menge Zeit hat, sich auf den Akt der Freude vorzubereiten. Man fängt dann auch an, die Strecken nachzurechnen. Jetzt nur nach Dümmer, jetzt nur noch Stralendorf und so weiter.“ Am Ende, so sagt von Bülow, freue man sich noch auf etwas zu essen, was nicht süß ist und natürlich auch auf ein Bett. Nach über 18 Stunden nicht verwunderlich.

Auf der Rückfahrt von Oslo nach Schwerin hat Klaus von Bülow nicht viel mitbekommen. Der fehlende Schlaf musste dort nachgeholt werden. Anschließend gab es einen freien Montag, am Dienstag ging es dann schon wieder mit dem Rad in die Praxis. „Das geht. Man spürt seine Beine schon ein wenig – das gehört aber dazu.“

Was Klaus von Bülow im nächsten Jahr für eine Tour machen wird, dass weiß er noch nicht. „Irgendwas wird sich schon ergeben“, sagt er und lacht dabei. Schließlich muss einmal im Jahr so etwas her – ärztlich verschrieben sozusagen.

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