Radsport : Herausforderung wieder gemeistert

Ziel erreicht: Nach 20 Stunden sind Alexander Witt (l.) und Klaus von Bülow am Leuchtturm in Kap Arkona angekommen. Gestartet waren sie 616 Kilometer entfernt auf dem Fichtelberg im Erzgebirge.
Ziel erreicht: Nach 20 Stunden sind Alexander Witt (l.) und Klaus von Bülow am Leuchtturm in Kap Arkona angekommen. Gestartet waren sie 616 Kilometer entfernt auf dem Fichtelberg im Erzgebirge.

Schweriner Dr. Klaus von Bülow und Alexander Witt fuhren 616 Kilometer nonstop mit dem Rad vom Fichtelberg nach Kap Arkona

svz.de von
10. August 2016, 23:57 Uhr

Im vergangenen Jahr sagte Schwerins Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Klaus von Bülow, dass er nach seiner fünften Teilnahme am Fichkona keinen vernünftigen Grund sieht, auch 2016 am 616 Kilometer langen Ritt vom Fichtelberg bis zum Kap Arkona teilzunehmen – und doch hat er es wieder getan. Dieses Mal wieder zusammen mit Alexander Witt, der für Radsport-Abenteuer ebenso zu haben ist wie von Bülow. Gemeinsam fuhren die beiden schon 2012 beim Fichkona mit.

Was kann man nicht alles in 20 Stunden und 10 Minuten, also fast einem ganzen Tag, schaffen. Man könnte nonstop von Johannesburg in Südafrika bis nach Atlanta in die Vereinigten Staaten von Amerika fliegen. Also 13  000 Kilometer und hätte dann im Vorfeld immer noch knapp 3 Stunden Zeit zum Einchecken und Bummeln im Duty Free Shop. Man könnte aber auch nonstop mit dem Auto von Schwerin in die spanische Hauptstadt Madrid fahren – ohne Verkehrsaufkommen und Pause versteht sich. Man könnte sich aber auch, so wie die beiden Schweriner, auf den Sattel des Rennrades schwingen und vom Fichtelberg im Erzgebirge bis zu Kap Arkona auf Rügen fahren – denn genau 20 Stunden und zehn Minuten hat die erste Gruppe des 19. Fichkona gebraucht, um die 616 Kilometer zu bewältigen. „Das hat richtig Spaß gemacht. Die Gruppe hat super harmoniert und professionell gearbeitet. Dann fährt es sich gleich leichter“, war Klaus von Bülow von der guten Abstimmung der schnellen Gruppe begeistert. Auch schwärmte er wieder von der gesamten Organisation: „Das Teams ist eingespielt, da läuft immer alles so schön reibungslos.“ Neben der landschaftlich wunderbaren und schönen Strecke ist vor allem der Abschnitt in Potsdam immer ein kleines Highlight. „Da wird es so langsam dunkel und wir werden von der Polizei eskortiert. Das hat schon was“, erzählt Klaus von Bülow.

Trainiert haben er und Alexander Witt natürlich auch im Vorfeld fleißig. Knapp 3  000 Kilometer werden „geschrubbt“, um sich in Form zu bringen. Eine gute Form ist für die erste Gruppe, in der beide auch fuhren, nötig. 33 km/h werden im Schnitt erwartet, in diesem Jahr waren es am Ende 34,5 Kilometer pro Stunde.

Ob die beiden radbegeisterten Landeshauptstädter im nächsten Jahr wieder die über 600 Kilometer in Angriff nehmen, wissen sie noch nicht – vielleicht geht es auch woanders hin. „Man fährt ja unter Gleichgesinnten, hat ein bisschen Zeit zum Reden und tauscht sich aus. Da bekommt man auch Ideen für andere Fernfahrten“, so der HNO-Arzt, der auch schon in Norwegen am „Store Styrkeprøven“ (540 Kilometer von Trondheim nach Oslo) teilnahm. Alexander Witt liebt extreme Rennen ebenso. So fuhr Witt beispielsweise auch schon 150 Kilometer im tiefsten finnischen Winter nördlich des Polarkreises. Ein Rennen ist für den Oktober 2016 auf dem Plan. 1  200 Kilometer nonstop mit dem Rad durch Usbekistan. „Das muss aber noch ein wenig im Kopf reifen“, sagte Witt Ende April. Vielleicht waren die 616 Kilometer beim Fichkona ja schon ein gutes Training.

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