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Lokaler Sport Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 08:34 Uhr

SSC Palmberg Schwerin : Happyend im Fünfsatzkrimi

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SSC bezwingt Dresden mit 3:2 (-17, -18, 22, 20, 8)

von
erstellt am 05.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Nach dem letzten Ballwechsel des heutigen Nachmittags schien die Halle schier zu bersten. Mit einem Höllenspektakel feierten die 1947 Fans in der Schweriner Palmberg-Arena den 3:2-Erfolg (-17, -18, 22, 20, 8) ihrer SSC-Mädchen in einem spektakulären Fünfsatzkrimi gegen den amtierenden deutschen Meister Dresdner SC.

„Wir haben in Mannheim im Pokalfinale vor einer Woche erleben müssen, dass man ein Spiel trotz eines 2:0-Satzvorsprungs noch nicht gewonnen hat. Heute haben wir – vor allem auch uns selbst – gezeigt, dass man mit einem 0:2 noch längst nicht verloren hat“, brachte ein völlig geschaffter Trainer Felix Koslowski das Kontrastprogramm seines SSC-Sechsers an den beiden jüngsten Sonntagen auf einen Nenner.

Wohl nur die kühnsten Optimisten auf den rappelvollen Traversen hätte nach den beiden ersten Sätzen noch einen Groschen auf einen Schweriner Sieg verwettet. Dabei hatten die Gastgeberinnen auch schon bis dahin – abgesehen von einigen unnötigen Fehlern im Angriff – eine durchaus solide Partie abgeliefert. Nur, dass die Gäste viel mehr als nur solide im Block und im Angriff agierten und sich der SSC in beiden Sätzen je eine Punkteflaute leistete (von 17:17 auf 17:25 im ersten, von 12:13 auf 12:19 im zweiten), ließ die Durchgänge mit 17:25 bzw. 18:25 klar verlorengehen.

Louisa Lippmann

Louisa Lippmann

Foto: Archiv

Erst danach blies der SSC zur Wende – nicht erst im dritten Satz, sondern eigentlich schon in der Pause zu diesem Satz. Die Spielerinnen schworen sich allein auf das Kommende ein. „Wir sagten uns, dass noch alles offen sei, wir uns jetzt aber als Mannschaft den A… aufreißen müssten“, berichtete SSC-Topscorerin Louisa Lippmann (17 Punkte), die bekanntlich im Vorjahr selbst noch das Dresdner Trikot trug, nach der Partie.

Währenddessen steckten ein paar Meter abseits Felix Koslowski und seine Co-Trainer ihrerseits die Köpfe zusammen. Was sie dabei „ausbaldowerten“, gab der Partie schließlich den entscheidenden Richtungswechsel.

Ariel Gebhardt rückte für Maren Brinker in den Außenangriff und tauschte zudem mit Jennifer Geerties die Position. Im Mittelblock wurde Marie Schölzel durch Hannah Tapp ersetzt (DSC-Trainer Alexander Waibl: „Die kannten wir noch gar nicht.“) und Lexi Dannemiller probierte im Zuspiel mehr als Vorgängerin Denise Hanke.

Alles in allem sah sich Dresden so vor völlig neue Aufgaben gestellt. Doch erst im Tiebreak schlug das Pendel dann eindeutig zugunsten der Gastgeberinnen aus. Nachdem die Sätze drei und vier bis zum 23:22 bzw. 21:20 auf des Messers Schneide gestanden hatten, ehe per Block zunächst Jenny Geerties zum 25:22 und dann Louisa Lippmann zum 25:20 den Sack jeweils zubanden, wurde der Tiebreak zu einer Demonstration der Stärke. Und da insbesondere der Stärke von Ariel Gebhardt. Zum Zwischenstand von 9:3 hatte die US-Amerikanerin mit vier Angriffen und einer Aufgabe allein fünf (!) Punkte beigesteuert und wurde nicht zuletzt deshalb am Ende völlig verdient zur besten SSC-Spielerin gekürt.

Als nach insgesamt 116 Spielminuten Jennifer Geerties gegen nun demoralisierte Dresdnerinnen mit einem Aufschlag-Ass den ersten Spielball zum 15:8-Endstand nutzte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft: Mit 0:2 zurückzuliegen und dann die Moral aufzubringen, um so zurückzukommen, das war einfach grandios“, resümierte Trainer Koslowski.

 

 

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