Landespokalfinale in Neustrelitz : Glückscent half eine halbe Stunde

Gefahr vor dem Rostocker Tor: Bei dieser Schweriner Kopfballchance müssen die Hanseaten auf der Hut sein.  Fotos: Lutz Bongarts
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Gefahr vor dem Rostocker Tor: Bei dieser Schweriner Kopfballchance müssen die Hanseaten auf der Hut sein. Fotos: Lutz Bongarts

FCM-Pressesprecher hatte Münze vergaben – Aber der Oberligist aus Schwerin verliert Pokalfinale gegen Hansa Rostock mit 1:2

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21. Mai 2018, 20:45 Uhr

Fußballer sind oft abergläubisch. Erst den linken Stutzen, dann den rechten Stutzen anziehen, immer mit dem gleichen Fuß den Platz betreten, immer die gleiche Musik vor einem Spiel. Die Liste der immer gleichen Handlungen vor den Begegnungen ist lang.

Wenn man als Amateurfußballer allerdings im Landespokalfinale gegen die Profis des FC Hansa Rostock steht, dann müssen noch härtere Geschütze her – zumindest beim FC Mecklenburg Schwerin. Da macht sich dann auch der Pressesprecher der Schweriner, Carsten Darsow, bereits am Donnerstag auf den Weg zum Endspielort Neustrelitz, nur um auf dem Rasen einen Glückscent zu vergraben. Und der zeigte gestern im Endspiel vor 3100 Zuschauern im Parkstadion zumindest bis zur 31. Minute Wirkung. So lang hielten die Schweriner, die als Oberligist im Finale krasser Außenseiter waren, die Null. Dann traf Pascal Breier per Kopf für die Rostocker zum 1:0.

„Ich hätte mal vier Glückscents vergraben sollen. An jeder Ecke einen. Vielleicht wäre dann mehr drin gewesen“, grinste Carsten Darsow nach Spielschluss. Mit mehr „drin“ meinte er: mehr als die 1:2-Niederlage gegen die Rostocker.

Mitgehalten hat der FC Mecklenburg, der in der Oberliga knapp 48 Stunden zuvor mit 0:3 beim SV Lichtenberg verlor und mit großer Wahrscheinlichkeit in die Verbandsliga absteigen wird. „Ehrlich gesagt, das Spiel am Sonnabend war schon anstrengender. Hansa hat nicht gespielt wie ein Drittligist“, befand Tino Witkowski. Der war aufgrund der Finalniederlage natürlich geknickt, aber dennoch stolz auf das Geleistete. „Das hat hier richtig Spaß gemacht. Wie wir eine Verlängerung überstanden hätten, weiß ich aber auch nicht“, scherzte der Spielmacher und sprach damit das zwischenzeitliche 1:1 von Schwerins Kapitän Christopher Kaminski an. Der zog nach 75 Minuten einfach mal und traf mit einem abgefälschten Schuss zum Ausgleich. „Klar freue ich mich über das Tor, aber ich ärgere mich mehr über die Niederlage“, so der Kapitän. Das 1:1 hielt allerdings nur wenige Augenblicke, nach 80 Minuten war Lukas Scherff für Hansa wieder zur Stelle und drückte den Ball zum 2:1-Endstand über die Linie.

Kaminski wird nach der Saison beim FC Mecklenburg Schwerin aufhören. Das Finaltor gegen Hansa wird dann immer ein besonderer Moment sein. 2013 traf Kaminski schonmal im Pokal gegen Hansa. „Damals bin ich mit umgedrehter Binde auf den Platz gelaufen. Jetzt habe ich das wieder gemacht. Und es hat wieder mit einem Tor geklappt“, schmunzelte der 33-Jährige.

Aberglaube wirkt – gerade bei Fußballern. Und vor dem nächsten Finale des FC Mecklenburg lässt Pressesprecher Darsow mit Sicherheit nichts anbrennen und pflügt den ganzen Rasen um, um dort hunderte Cent-Stücke zu vergraben. Sicher ist sicher.

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