Fussball : Gerecht!

Es dauerte keine vier Minuten, da bildete sich schon die erste Spielertraube. Das Derby zwischen Pampow und Schwerin war rassig, aber nie unfair.
Es dauerte keine vier Minuten, da bildete sich schon die erste Spielertraube. Das Derby zwischen Pampow und Schwerin war rassig, aber nie unfair.

Der MSV Pampow und der FC Mecklenburg Schwerin trennen sich in einem unterhaltsamen Derby vor über 1000 Zuschauern 1:1 unentschieden

svz.de von
25. November 2018, 14:30 Uhr

Das erhoffte 5:4-Spektakel – zumindest wenn es nach Schwerins Trainer Stefan Lau gehen sollte – wurde es nicht. Auch der souveräne Pampower Sieg, den sich MSV-Coach Ronny Stamer gewünscht hatte, wurde es nicht. Am Ende war das Ergebnis des Verbandsliga-Derbys zwischen dem MSV Pampow und dem FC Mecklenburg Schwerin am Freitagabend vor allem eins: gerecht. Beide Teams hatten nach Spielschluss je einmal getroffen und verließen den Platz mit jeweils einen Zähler mehr auf dem Punktekonto.

Als ungeschlagener Tabellenführer und Gastgeber vor 1023 Zuschauern muss es sich der MSV Pampow gefallen lassen, dass vor allem der FC Mecklenburg für sein Auftreten Lorbeeren erntete, lag doch die Favoritenrolle, wenn auch in einem Derby immer schwierig, beim MSV. „Man muss auch anerkennen, dass der Gegner gut war. Wir hätten sie nicht so griffig erwartet. Sie waren von der Zweikampfhärte nicht beeindruckt“, befand auch Pampows Sportvorstand Mario Kuska. „Ich glaube, wir haben gut Fußball gespielt, eine mannschaftlich geschlossene Leistung erbracht und auch brenzlige Situationen in der Defensive überstanden. Diese Leistung der jungen Truppe bei der Kulisse macht mich einfach stolz“, ernteten die FCM-Spieler dann auch lobende Worte ihres Trainers Stefan Lau.

Nach einer zähen Anfangsphase, in der Johannes Ernst nach einer Ecke den Ball per Kopf nur knapp übers Tor setzte (5.), fand vor allem der MSV Pampow ordentlich ins Spiel und ging folgerichtig mit 1:0 in Führung. Ein langer Ball erreichte Flügelspieler Erik Zschaubitz, der Gegenspieler Markus Studier ins leere grätschen ließ und trocken zum umjubelten 1:0 einschob (18.). Die Gäste aus Schwerin tauchten erstmals nach 22 Minuten gefährlich vorm MSV-Tor auf. Den Kopfball von Jelto Reuter entschärfte Pampows Torwart Ronny Losereit aber sehenswert. Dann waren wieder die Hausherren dran, doch Julian Höhn haute das Spielgerät aus sechs Metern über den Kasten (31.). Drei Minuten später setzte Rafael Cruz den Ball neben das Tor. Vor dieser Chance jubelten allerdings die Gäste ausgiebig. Nach einem Abwehrfehler schnappte sich FCM-Stürmer Reuter den Ball und traf abgeklärt zum 1:1-Ausgleich (33.).

„Ich habe den Jungs in der Pause aufgezeigt, dass wir ein vernünftiges Fußballspiel aufziehen müssen. Immer wenn wir das machen, dann kommen wir auch in die Situationen, in der die Gegner nicht sein wollen“, erklärte Lau, warum seine Mannschaft mit mehr Schwung aus der Kabine kam. Zunächst musste aber FCM-Keeper Max Böttcher gehen Julian Höhn parieren (47.), ehe Schwerin den nächsten Treffer bejubelte. Jakob Ewert traf sehenswert aus 20 Metern zum 2:1. Das Tor wurde aufgrund einer Abseitsstellung aber nicht gegeben (55.). Die nächste hochkarätige Möglichkeit verbuchte ebenfalls Schwerin, jedoch scheiterte Reuter an Losereit. Den Abpraller setzte Tino Witkowski aus fünf Metern mit der Picke übers Tor (58.).

Schwerin hätte das Derby gewinnen können. Pampow aber auch. In den letzten 20 Minuten ging es rauf und runter, beide wollten den Sieg für sich verbuchen, jedoch gelang beiden Mannschaften kein Tor mehr. Die besten Chancen in der Schlussphase hatten Schwerins Paul Henschke, der vor Losereit am Ball war, diesen aber nicht im Tor unterbrachte und Pampows Franz Schlatow, der einen Schuss nur denkbar knapp neben das FCM-Tor setzte (82./86.).

„Das kann hier am Ende auch 3:3 ausgehen, beide Seiten hatten ja noch hochkarätige Chancen. Den Punkt nehmen wir mit, wir haben nicht verloren“, war Mario Kuska vom MSV mit dem Ergebnis zufrieden. Da Neubrandenburg in Bützow verlor und auch der SV Pastow zu Hause nicht über ein Remis gegen Boizenburg hinaus kam, hat nur der Güstrower SC auf Pampow Punkte gutgemacht. Auch die Schweriner waren mit dem gerechten Unentschieden zufrieden. „Das geht in Ordnung, ich hätte aber schon lieber gewonnen“, sagte FCM-Coach Lau abschließend.

Die Möglichkeit auf einen Derbysieg gegen Pampow haben seine Mannen dann im Rückspiel am 18. Mai 2019. Gleiches gilt für den MSV. Den vorletzten Spieltag werden sich viele der über 1000 Zuschauer mit Sicherheit schon einmal vorgemerkt haben. Werbung für den Fußball in Schwerin und Pampow war dieses Derby auf alle Fälle.

MSV Pampow: Losereit – Hasselmann (46. Looks), Drews, Reis, Finke, Höhn (63. Finkenstein), Zschaubitz, Dudiev, Schlatow, Cruz, Ernst.

FC Mecklenburg Schwerin: Böttcher – Zotke, Köhn, Laumann, Studier, Hollnagel (70. Bohmann), Bahtic, Henschke, Ewert (85. Puppe), Witkowski, Reuter (75. Paper).

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