SSC-Volleyball : Geburtstagswunsch: Pokalfinale

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Denise Imoudu will mit ihrer Mannschaft den ersten Saisonhöhepunkt in Halle/Westfalen erreichen

svz.de von
14. Dezember 2013, 00:00 Uhr

Für Denise Imoudu ist heute ein ganz besonderer Tag: Das Küken der Bundesliga-Volleyballerinnen vom Schweriner SC bestreitet nicht nur um 19.30 Uhr in Suhl das Halbfinalspiel im DVV-Pokal gegen die VolleyStars Thüringen, sondern hat auch noch Geburtstag und ist jetzt 18 Jahre alt. Zeit zum Feiern hat die Zuspielerin allerdings nicht. Das Spiel steht im Vordergrund.

An ihren Geburtstag gedacht hat die Volljährige bereits, als noch nicht einmal entschieden war, wo und gegen wen der SSC spielen wird. „Ich habe bei der Halbfinalauslosung total gezittert. Wenn es ein Heimspiel geworden wäre, wäre meine Familie gekommen“, erzählt die Neu-Schwerinern. „Aber das Halbfinale ist natürlich auch etwas ganz Besonderes.“


Als Küken der Mannschaft zehn Jahre jünger als die Älteste


Der Wechsel vom VC Olympia Berlin zum Schweriner SC vor dieser Saison war für das Geburtstagskind eine Herausforderung. Sie ist die Jüngste im Team, Außenangreiferin Lousi Souza Ziegler ist ganze zehn Jahre älter als sie. „In Berlin war ich zwar auch die Jüngste, aber jetzt ist der Altersunterschied größer.“ Das war gerade zu Beginn der Zeit in Schwerin nicht immer einfach: „Anfangs war das schon anders. Die älteren Spielerinnen fordern mehr und sind direkter. Ich merke jetzt erst richtig, was Volleyball ist.“ Dazu würden ihre Mitspielerinnen genau sagen, wo es langgeht. Denise versteht sich aber gut mit ihnen. „Es kommen schon mal Sprüche wie ,Du bist so jung‘, aber das ist dann nur Spaß.“ Inzwischen hat sie sich hier eingelebt.

Der Umzug nach Schwerin bereitete allerdings schulisch einige Probleme. „Eigentlich war ich mir sicher, dass ich mein Abi in Berlin zu Ende mache“, meint Denise, „aber dann kam das Angebot vom SSC und es ging alles ganz schnell.“ Für den Wechsel zum Schweriner Sportgymnasium musste eigens eine Lösung gefunden werden: „In Berlin hatte ich Geschichte abgewählt, in Schwerin ist das aber Pflicht. Jetzt muss ich Geschichte neben den regulären Kursen nacharbeiten.“


Schule und Leistungssport sind aufeinander abgestimmt


Doch wie schafft man es, Schule und Leistungssport miteinander zu verbinden? Denise Imoudu geht in die zwölfte Klasse. „Ich gehe in eine Streckerklasse, das heißt, dass ich das Abi in dreizehn Jahren mache und demnach erst 2015 meine Prüfungen habe“, erklärt sie. Stundenplan und Volleyball-Training sind aufeinander abgestimmt. „Ich mache morgens zum Beispiel bis um 11 Uhr Training mit und gehe danach in die Schule. Andere trainieren länger. Wir trainieren auch nach den einzelnen Positionen, also beispielsweise Zuspielerin oder Außenangreiferin.“ Nach der Schule macht sie Hausaufgaben, bevor es wieder zum Training geht. Für die Auswärtsspiele des SSC wird sie vom Schulunterricht freigestellt. „Ich muss dann alles nacharbeiten und auch Aufgaben machen“, stellt sie klar. Damit ist sie nicht alleine, denn ihre Klassenkameraden sind ebenso Leistungssportler. Was nach dem Abitur kommt, weiß Denise Imoudu noch nicht. Ihre Prioritiät legt sie aber auf den Sport: „Vielleicht mache ich nach dem Abi ein Jahr Pause, aber der Sport bleibt danach an erster Stelle. Ich muss gucken, was dann kommt.“

Aktuell stellt sich natürlich die Frage nach dem Führerschein. „Ich habe Begleitetes Fahren ab 17 gemacht, kann also schon Auto fahren“, erklärt sie. Den bisheringen Führerschein habe sie auch schon zu ihren Eltern geschickt, damit sie rechtzeitig den „richtigen“ bekommt. Viel fahren wird sie allerdings nicht: „Ich kaufe mir kein Auto. In Schwerin kommt man ja gut mit dem Fahrrad überall hin.“


„Das Wichstigste für uns ist das Pokalfinale“


Aber erst einmal erwartet sie heute Abend in Suhl das wohl bisher bedeutendste Spiel dieser Saison. Es geht um alles oder nichts. Die Zuspielerin weiß, dass der Finaleinzug gerade nach den Rückschlägen der letzten Wochen mit fünf Niederlagen in Folge in Bundesliga und Champions League nicht einfach werden wird. „Es wird unglaublich laut in der Halle und eine schwierige Situation für uns. Aber wir werden alles geben“, bekräftigt die Zuspielerin. „Wir denken seit Wochen nur noch an dieses Spiel. Die anderen Spiele sind zwar auch alle wichtig, aber das Wichtigste für uns ist das Pokalfinale.“ Heute Abend in Suhl wird man sehen, ob das zu erreichen ist. Der Finaleinzug wäre auf jeden Fall das schönste Geburtstagsgeschenk. Dann könnte auch beides gebührend gefeiert werden.

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