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kurzurlaub.de-Hallenturnier in Schwerin : Es stand auf des Messers Schneide

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

kurzurlaub.de-Hallenturnier in Schwerin am Sonnabend nach Ausschreitungen von Bröndy-Anhängern am Rande des Abbruchs

von
erstellt am 08.Jan.2017 | 20:15 Uhr

Eigentlich war alles angerichtet für einen tollen Abend beim Hallenfußball. Beim Turnier um den kurzurlaub.de-cup in der Sport- und Kongresshalle in Schwerin feierten Fans und Mannschaften eine richtige Party - gute Spiele, schöne Tore, top Stimmung – bis um 19.35 Uhr.

Gut dreieinhalb Stunden standen beim Hallenkick auf der Uhr, bis Bröndby Kopenhagens U19 erstmals in diesem Turnier in Führung ging. Die aus Dänemark angereisten, in einem separaten Block vom Rest des Publikums abgeschotteten Anhänger hatten bis dahin ihre Mannschaft lautstark und stimmungsvoll unterstützt – genauso wie die Fans vom FC Meckenburg Schwerin, Germania Halberstadt oder von FC Hansa Rostock II.

Beim Einlass wurde kontrolliert, als ginge es um ein politisches Gipfeltreffen. In den Gängen der Veranstaltungsstätte traute man sich kaum zu husten, private und staatliche Sicherheitskräfte bestimmten das Bild. Und auf den Rängen war die Stimmung toll. Alles lief prima, von 3200 verkauften Karten berichtet der Veranstalter, wobei aufgrund des gegen 15.30 Uhr in Schwerin einsetzenden Eisregens so mancher trotz vorbestellter Tickets lieber zu Hause blieb.

Aber alles war gut, teilweise sogar klasse. Dann ging Bröndby im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen den Gastgeber FC Mecklenburg in Führung - und Sekunden später leuchteten im Bröndy-Block Bengalos (zu sehen auf fupa.net/tv). Das Spiel lief zunächst weiter, etwa eine Minute später sprang der Rauchmelder in der Halle an und die Besucher wurden zum Verlassen der Veranstaltungsstätte aufgefordert.

Die Schweriner Spieler beobachteten das Schauspiel ungläubig und kassierten zwei weitere Gegentore, bis das Spiel unterbrochen wurde. Allmählich zogen sich auch die Sicherheitskräfte um den Bröndby-Block zusammen. Dort flogen Fäuste - auch gegen Polizisten. Und schließlich landeten sogar drei Böller krachend auf dem Spielfeld oder kurz vor der Spielfeldbande.

Da die Kräfte, die den eigentlich als gefährdet eingestuften Block der Hansa-Anhänger sicherten, zur Hilfe eilten, konnten rund zwei Dutzend Rostock-Hooligans über Umwege in den Gefahrenbereich gelangen.

Der direkte Kontakt zwischen Hansa-Chaoten und den Dänen konnte durch das massive Vorgehen der Ordnungskräfte verhindert werden. Mehrere hundert Zuschauer, vornehmlich Eltern in Begleitung ihrer Kinder, verließen die Veranstaltungsstätte.

Etwa 45 Minuten später waren die Bröndy-Anhänger aus der Halle entfernt und nach langer Diskussion wurde das Turnier fortgesetzt. „Es stand auf des Messers Schneide“, sagte Organisations-Chef Nico Ziercke. Die Feuerwehr – mit einem kompletten Löschzug angerückt – forderte offenbar die sofortige Räumung der Halle, was die Sicherheitskräfte entschieden zurückwiesen - in einem solchen Fall wären Konflikte zwischen Dänen und dem Rest des Publikums programmiert gewesen. So wurden die Bröndby-Anhänger nach und nach persönlich in ihre Busse zurückgeführt (Ziercke: „Die Busfahrer hatten ihre Ruhezeiten noch nicht vollständig absolviert, deswegen hat das gedauert...“) und unverzüglich auf die Heimreise geschickt.

Nach 45 Minuten und weiteren Diskussionen hinter den Kulissen wurde das Turnier letztlich weitergeführt - ohne wirkliche Stimmung.


 


 

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