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Fünf-Seen-Lauf Schwerin : Eine matschige Angelegenheit

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

2295 Läuferinnen und Läufer ließen es sich trotz Regen und aufgeweichter Strecke nicht nehmen, beim 33. Fünf-Seen-Lauf dabei zu sein.

svz.de von
erstellt am 02.Jul.2017 | 20:30 Uhr

„Und es war Sommer – das erste Mal im Leben. Und es war Sommer – das allererste Mal“ trällerte es im Zielgebiet des Schweriner Fünf-Seen-Laufes am Nordufer des Lankower Sees lautstark aus den Musikboxen. Von dem Sommer, von dem Peter Maffay da sang, war am ersten Juli-Wochenende und damit bei der mittlerweile 33. Ausgabe des Kult-Laufes aber weit und breit keine Spur. Stattdessen hatte es sich in der Landeshauptstadt seit den frühen Morgenstunden, wie schon in den vergangenen beiden Tagen, „schön“ eingeregnet.

Die eingefleischten Fünf-Seen-Lauf-Fans – in diesem Jahr gingen 2295 Läuferinnen und Läufer an den Start – ließen sich davon aber nicht abhalten, ebenso wenig wie die zahlreichen Zuschauer im Zielbereich. Die standen trotz Wind und Wetter fleißig am Lankower Nordufer und warteten auf ihre Männer, Frauen, Freunde, Kinder, Enkelkinder und Bekannte. Und genau dort, auf dem letzten Teilstück in den Lankower Bergen, war es dieses Mal eine richtig matschige und rutschige Angelegenheit.

So ist auch 15-Kilometer-Sieger Sven Schenk auf der Strecke kurz einmal ausgerutscht. Sein Vorsprung war dennoch groß genug, er kam als allererster Läufer ins Ziel. Wie es sich anfühlt, beim Fünf-Seen-Lauf zu gewinnen, kannte der Magdeburger allerdings schon. Im vergangenen Jahr siegte er über die 30-Kilometer-Distanz. „Ich musste meine Trainingsumfänge etwas reduzieren, daher bin ich dieses Jahr nur die 15 Kilometer gelaufen. Ich habe aber nicht mit so einer guten Zeit gerechnet“, sagte Sven Schenk kurz nach der Zielankunft. Schnellste Frau über 15 Kilometer war Carolin Schmidt, die zum ersten Mal in Schwerin gestartet ist: „Das ist ein schöner Lauf. Allerdings war es sehr matschig, da musste man aufpassen. Ich bin auch an einer Stelle sicherheitshalber kurz gegangen.“ Zum Sieg hat es dennoch gereicht.

Der 33. Schweriner Fünf-Seen-Lauf war dieses Mal vor allem für Debütanten ein gutes Pflaster. Nicht nur Carolin Schmidt siegte bei ihrer Premiere, auch die 10-Kilometer-Sieger Markus Kostelack bei den Männern und Ellen Kraska bei den Frauen waren bei ihrer ersten Teilnahme nicht zu schlagen. „Wir haben uns am Freitagabend spontan entschieden, hier mitzulaufen und sind dann am Sonnabend um 5.30 Uhr aus Magdeburg los. Ich bin ja das erste Mal dabei und wusste nicht, dass am Ende noch ein paar Berge kommen. Da habe ich mich kurz erschrocken“, flachste Markus Kostelack und bewies sogar noch „hellseherische“ Fähigkeiten. „Ich muss jetzt noch auf meinen Trainingspartner Frank Schauer warten. Der läuft die 30 Kilometer und wird gewinnen.“

Der Nachwuchsläufer des SC Magdeburg sollte recht behalten. Der erste „Dreißiger“ im Ziel war tatsächlich Frank Schauer. „Hinten raus war’s sehr matschig. Ich habe mich auch zweimal hingelegt. Sonst ist es ein super Lauf. Ich wusste schon, dass ich großen Vorsprung hatte, daher ging das“, sagte der deutsche Marathonmeister von 2013 mit einem leichten Grinsen. Kurz nach ihrer Zielankunft konnte auch Bianca Stanienda lächeln. Die 30-Kilometer-Siegerin holte sich schnell noch ein Küsschen ab und stand dann Rede und Antwort: „Das war nicht so einfach dieses Mal. Dennoch war es besser als diese Hitze vor zwei Jahren. Ich werde bestimmt auch im nächsten Jahr wiederkommen.“

Natürlich haben nicht nur die schnellsten Teilnehmer ihren Lauf ausgewertet. Bei Bananen, Wasser und alkoholfreiem Bier wurde die eigene Leistung von vielen noch einmal Revue passiert – die gute Laune war stets dabei. Und so herrschte trotz des bescheidenen Wetters auf dem Gelände am Lankower See noch lange reges Treiben. Von diesem „bisschen“ Regen ließen sich die Fünf-Seen-Läufer definitiv nicht die Stimmung vermiesen.

Und doch könnte nach zwei regnerischen Jahren beim 34. Fünf-Seen-Lauf im nächsten Jahr ruhig mal wieder die Sonne zum Vorschein kommen. Dann würde auch Peter Maffays Hit „Und es war Sommer“ viel besser passen.

 

 

 

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