Radsport : „Ein bisschen verrückt muss man schon sein“

Dr. Klaus von Bülow
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Dr. Klaus von Bülow

Dr. Klaus von Bülow absolviert Husarenritt vom Fichtelberg nach Kap Arkona

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09. Juli 2015, 23:21 Uhr

Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Klaus von Bülow (53) liebt Herausforderungen. Warum sonst sollte der Schweriner nun bereits zum fünften Mal am sogenannten „Fichkona“ teilnehmen. „Fichkona“ – das bedeutet nonstop vom Fichtelberg in Sachsen bis an die Ostseeküste nach Kap Arkona. Etwas über sechs Stunden braucht man für die gut 610 Kilometer lange Strecke – mit dem Auto. Klaus von Bülow aber fährt mit dem Fahrrad. „Es bisschen verrückt muss man schon sein“, sagte der 53-Jährige im Vorfeld.

Trotz der fünften Teilnahme war er vor der Fahrt aufgeregt: „Jedes Rennen ist anders, man weiß nie so recht, wie das Wetter wird und wie man selbst drauf ist.“ Auf der Hinreise hatte er eigentlich schon gar keine richtige Lust auf die Fahrt. Das Training für solche Extremfahrten ist aufwendig – körperlich und auch zeitlich. „Im Vorfeld bin ich 3500 Kilometer mit dem Rad gefahren. Aber der Aufwand lohnt sich. „Fichkona“ ist mit so viel Liebe organisiert. Da macht es jedes Mal Spaß, dabei zu sein“, so von Bülow.

Morgens um 10 Uhr setzte sich das Feld der 180 Teilnehmer aus dem In- und Ausland auf 1214 Metern Höhe auf dem Fichtelberg in Bewegung. Das Ziel: Der Leuchtturm am Kap Arkona auf Rügen. Klaus von Bülow fuhr in der ersten Gruppe – der Schnellsten. Die Teilnehmer können und werden je nach Leistungsstand in vier Gruppen unterteilt. In der ersten Gruppe werden die Pausen so kurz wie möglich gehalten. Die Teilnehmer wollen schnell ankommen, schnell den ersehnten Leuchtturm sehen. „Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, hat unheimlich viele schöne Passagen. Natürlich fragt man sich zwischendurch, warum man das eigentlich macht“, erzählte der Doktor im Nachhinein. Abseits der Strecke reizen den Schweriner die interessanten Gespräche mit den anderen Teilnehmern und die unendlich lange Zeit zum Nachdenken.

Nach einer Fahrzeit von 17h21:52 ist der „Fichkona“ 2015 für die erste Gruppe beendet. 605 Kilometer mit einem Schnitt von 34,9 Kilometer pro Stunde. „Mir geht es gut. Nachts hat es etwas geregnet. Da ist die Stimmung bei allen dann schnell im Keller. Aber trotzdem lief es richtig gut. Wenn die Sonne aufgeht und man die Ostsee riecht, dann ist man schon fast zu Hause“, war Klaus von Bülow mit sich, seiner Leistung und dem Sonnenaufgang in Mecklenburg-Vorpommern am Ende zufrieden.

Eigentlich sieht er nach der fünften Teilnahme keinen vernünftigen Grund, die Strecke noch einmal in Angriff zu nehmen. „Aber dann schläft man ein bis zwei Nächte und dann will man es doch irgendwie wieder machen“, lässt sich der HNO-Arzt noch ein Hintertürchen offen. Die Strecke ist einfach zu schön, um sich nicht noch einmal zu fahren. Und, Dr. Klaus von Bülow liebt die Herausforderung einfach…


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