Fussball : Ein Aufsteiger, der begeistert

Gejubelt haben sie in Pampow in der ersten Oberliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte viel. Mit 27 Punkten stehen die Westmecklenburg auf Rang fünf. Fotos: Dietmar Albrecht
1 von 2
Gejubelt haben sie in Pampow in der ersten Oberliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte viel. Mit 27 Punkten stehen die Westmecklenburg auf Rang fünf. Fotos: Dietmar Albrecht

Der MSV Pampow hat nach kurzem Stotterstart die erste Oberliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte mit Bravour gemeistert.

von
26. Januar 2020, 18:26 Uhr

Müsste Pampows Cheftrainer Ronny Stamer seinen Jungs ein Zeugnis für die Oberliga-Hinrunde ausstellen, so gäbe es für den ersten Auftritt der Vereinsgeschichte in Liga fünf eine Zwei. „Unsere Anfangsphase war ja etwas holprig. Da war es wichtig, dass wir uns nicht verrückt gemacht haben sondern kontinuierlich weitergearbeitet haben. Dass wir am Ende noch bei Hertha Zehlendorf gewinnen und nach 16 Spielen 27 Punkte haben, ist richtig stark“, fasst Stamer zusammen.

So zahlte der Aufsteiger in seinen ersten Spielen – wohlgemerkt gegen starke Mannschaften – viel Lehrgeld, stand nach drei Partien ohne Punkt da und schied kurz darauf auch noch in der ersten Runde des Landespokals bei Landesligist Graal-Müritz aus dem Cup-Wettbewerb aus. Von früher Krise war beim MSV aber kein Reden, stattdessen zeigten die Westmecklenburger mit dem Heimspiel gegen Mitaufsteiger Tasmania Berlin, dass man in Pampow noch weiß, wie gewinnen geht. Nach dem 4:0 und den ersten Zählern startete Pampow dann so richtig durch und holte in 13 Spielen satte 27 Punkte. Der Lohn: ein Überwintern auf Platz fünf.

Vor allem über die Offensive, die in den ersten drei Spielen kaum ein Bein auf die Erde bekam, freute sich Stamer in der Hinrunde. Bejubelte Pampow in den ersten drei Spielen nur ein Tor, so waren es danach, auch dank guter Neuverpflichtungen, weitere 34. „Unser Umschaltspiel hat gut funktioniert. Was mir aber am meisten imponiert hat, war die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben verschiedene und auch teilweise schwierige Charaktere, die aber wissen, dass sie auf dem Platz nur zusammen gewinnen können.“

Die Jungs um Kapitän Mathias Reis bewiesen in der Hinrunde gleich mehrfach Moral – unvergessener Höhepunkt war dabei das Heimspiel gegen den Brandenburger SC Süd. Gegen den derzeitigen Tabellenletzten lag der MSV nach 17 Minuten mit 0:2 zurück und musste die restlichen 73 Minuten auch noch in Unterzahl spielen. „Andere Mannschaften können da auch richtig auseinanderbrechen“, sagt Stamer. Sein Team rappelte sich allerdings auf und verließ den Platz noch mit einem 3:2 als Sieger.

Neben der guten Offensive lobt der Coach aber auch noch seine älteren Spieler, die fast allesamt in der Defensive anzutreffen sind. „Und wir haben mit Marvin Runge oder auch Sebastian Labrenz junge Spieler, die sich gegen teilweise erfahrenere Leute durchgesetzt haben“, freut sich Stamer am Ende über eine positive Entwicklung der Mannschaft, die zuvor eindrucksvoll die Verbandsliga gewann. Einzige Kritikpunkte: „Unsere Ansprache auf dem Feld könnte besser sein, unsere Bewegung ohne Ball ebenfalls und wir sind etwas zu anfällig nach Standardsituationen.“ Allesamt Probleme, die Stamer zusammen mit seinen Co-Trainer Peter Herzberg und Björn Hecht auch jetzt in der Vorbereitung auf die Rückrunde angehen sollte und auch wird.

Dafür hat der MSV insgesamt sechs Testspiele arrangiert. Vorbereitungsspiel Nummer eins gewann Pampow am Freitagabend beim PSV Wismar mit 7:0. „Wir werden es dieses Mal etwas anders machen und zu den Testspielen immer nur mit 13 Mann anreisen. Der Rest wird zu Hause trainieren“, erklärt Stamer eine erste Maßnahme in der Winter-Vorbereitung. Gleichzeitig testet der MSV nicht am Wochenende sondern in der Woche. „Das ist ein kleiner Bonus für die gute Hinrunde. So haben die Jungs am Wochenende frei.“

Morgen Abend steht Test Nummer zwei beim FC Anker Wismar (19 Uhr) auf dem Programm. Mit dem Güstrower SC (31.01.), dem FC Mecklenburg Schwerin (04.02.), Malchow (07.02.) und dem VfB Lübeck II (11.02.) hat Pampow richtig ordentliche Gegner ausgesucht. Und dann reist der MSV-Tross auch noch in der dritten Februar-Woche ins türkische Belek, um sich den letzten Feinschliff vor dem ersten Pflichtspiel 2020 zu Hause gegen den Greifswalder FC zu holen.

14 Spiele stehen in der Oberliga noch an. Der MSV möchte dabei zunächst einmal so schnell wie möglich 35 bis 40 Punkte holen. Die dürften für den Klassenerhalt reichen. „Wir schauen wirklich erst einmal von Spiel zu Spiel. Gegebenenfalls können wir unsere Ziele noch korrigieren oder nachjustieren. Ich glaube aber, dass die Hinrunde wahrscheinlich für uns leichter war. Die Gegner werden sicherlich ihre Spielweise gegen uns ändern“, so Stamer abschließend.

Dass man in Pampow Oberliga kann, hat die Hinrunde gezeigt. Für die Rückserie darf sich nun das ‚„Gut“ auf dem Zwischenzeugnis gern bestätigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen