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Neue Tribüne für den FC Mecklenburg : Der nächste Schritt für Liga vier

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Lankow wächst die Tribüne: Für FCM-Präsident Reinhard Henning ein guter Platz, um von dort aus auch mal Regionalliga-Fußball zu sehen

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2017 | 12:00 Uhr

2,4 Millionen Euro werden derzeit im Sportpark Lankow verbaut. Wofür das Geld investiert wurde, wird immer mehr sichtbar, denn das Funktionsgebäude mit Tribüne nimmt Gestalt an. „Der Rohbau ist fertig“, sagt Reinhard Henning und steigt behutsam die vereisten Stufen herab. Vorsicht, Rutschgefahr. Auch wenn der Winter Einzug gehalten hat und den Innenausbau verzögert, der Präsident des FC Mecklenburg Schwerin geht davon aus: „Ende Mai ist alles fertig.“

Baubesprechung. Reinhard Henning steht mit Handwerkern auf einem Gerüst und begutachtet das Dach. Geschlossen ist es noch nicht ganz. Was das bedeutet, lässt sich Parterre und im 1. Stock des Funktionsgebäudes an der Eisschicht ausmachen, die den Betonboden überzieht. „Hier kommt der Vereinsraum rein“, sagt Reinhard Henning. Wer hier später stehen und durch die breite Fensterfront freie Sicht aufs Spielfeld haben wird, der gehört entweder zu den Leuten, die für den FCM spielen, dort etwas zu sagen haben oder die den Verein finanziell dabei unterstützen, dass 13 Teams spielen können und Zukunftsideen nicht nur Visionen bleiben sollen. „Mit diesem Gebäude wird die Infrastruktur aufgewertet und auch Lankow ein Stückchen attraktiver“, sagt der Präsident, spricht dann von den Kabinen, Schiedsrichter- und Physioräumen im Erdgeschoss, von den Geschäftsstellen des FCM und der SSC-Breitensportabteilung, die in der ersten Etage einziehen, und von den 420 Sitzplätzen auf der Tribüne. Die Anlage in Lankow sieht langsam so aus, wie es der verheißungsvolle Name für das gesamte Areal schon lange verspricht: Sportpark.

Die Sitze kommen später, aber stehen lässt es sich auf der Tribüne auch schon gut, findet FCM-Präsident Reinhard Henning.
Die Sitze kommen später, aber stehen lässt es sich auf der Tribüne auch schon gut, findet FCM-Präsident Reinhard Henning. Foto: Hans Taken
 

Seit 2013 steht Reinhard Henning (69) dem Verein mit seinen 520 Mitgliedern vor. Als Henning noch im Berufsleben stand, da hat er für die Stadtwerke gebaut und geplant, kurz vor der Rente als technischer Leiter der Bundesgartenschau mit dafür gesorgt, dass sie in Schwerin ein Erfolg wurde. Jetzt soll der FC Mecklenburg Schwerin eine Erfolgsgeschichte werden.

„Daran arbeiten wir“, sagt Henning und schließt einen Baucontainer auf. Wenn er durch das Fenster am Kopfende schaut, hat er die Baustelle im Blick. 33 mal 12 Meter groß. Mit Stehplätzen sollen mal 1000 Leute darauf Platz finden. Wenn die Eröffnung ansteht, dann soll die Tribüne voll sein. Hansa Rostock, sagt er, das wäre der Wunschgegner zur Einweihung. Apropos Wünsche: Regionalliga-Fußball in Lankow, den soll es auch geben. Und zwar möglichst bald. Erst einen einstelligen Tabellenplatz in der aktuellen Oberliga-Saison erreichen, „und nächste Saison greifen wir an“, verspricht Henning.

Die vierte Liga, das ist das erklärte Ziel des Vereins, der nach seinem Aufstieg erst einmal sportlich ins Trudeln kam. Trainer und Teil der sportlichen Leitung, Martin Pieckenhagen, ging, Co-Trainer Neitzel übernahm. Die Talfahrt wurde gestoppt und die Oberligatauglichkeit mit aktuell Rang acht unter Beweis gestellt. Die Regionalliga wird ein anderes Kaliber. Allein in diese Liga einzuziehen, um gegen Traditionsteams wie Lok Leipzig, Energie Cottbus oder BFC Dynamo kicken zu können, wird kein Selbstläufer. „Das wissen wir“, sagt Henning. Raus aus dem Amateurstatus, rein in die halb professionelle Fußball-Welt, die mehr Trainingsaufwand fordert, höhere Kosten für den Spielbetrieb aufwirft und mehr Fußballer benötigt, die der Liga vier gewachsen sind. „Der Hälfte unserer aktuellen Spieler traue ich die Regionalliga zu“, steht für Henning fest. Dazu setzt er auf den eigenen Nachwuchs, der gerade mit drei Regionalliga-Teams am Ball ist. „Andere Spieler wollen wir mit einer Ausbildungsperspektive nach Schwerin holen“, sagt Henning. Vom Bankkaufmann bis zum KfZ-Mechatroniker – schon jetzt würden viele Firmen aus dem FCM-Sponsorenbereich diese Stellen zur Verfügung stellen. Finanzielle Anreize soll es über die „üblichen Aufwandsentschädigungen“ hinaus nicht geben.

Geben soll es Anfang kommenden Jahres aber wieder ein Hallenturnier. „Wir lassen uns von einigen wenigen Idioten dieses Turnier nicht kaputt machen“, sagt Reinhard Henning und spielt auf die dänischen Fans an, die das Turnier vor gut einer Woche an den Rand des Abbruchs gebracht hatten. Für Reinhard Henning hat das mit Sport nichts zu tun. Ein Funktionsgebäude mit Tribüne schon. Und das ist nicht nur willkommen, sondern bald auch fertig.

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