Unvergessliches Erlebnis : Auf den Straßen von New York

Eine bleibende Erinnerung ist die Teilnehmermedaille. Die zeigt auch die Stadtteile an, durch die der Kurs führte.
1 von 4
Eine bleibende Erinnerung ist die Teilnehmermedaille. Die zeigt auch die Stadtteile an, durch die der Kurs führte.

Schwerins Gleichstellungsbeauftragte Petra Willert ist ein Langstrecken-Freak und hat zuletzt den New York-Marathon „gemacht“

svz.de von
30. Dezember 2013, 18:40 Uhr

Seit mehr als zwei Jahrzehnten findet am letzten Tag des Jahres der Schweriner Silvesterlauf statt. Wahlweise können ein oder zwei Runden – das sind vier oder acht Kilometer – um den Faulen See absolviert werden. Start vor dem Sportpark ist um 10 Uhr. Mit dabei ist aller Voraussicht nach auch Petra Willert, die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt. Für die 59-jährige Diplomverwaltungswirtin sind die paar Kilometer Peanuts, sie mag die längeren Strecken. In diesem Jahr war sie beim New York-Marathon dabei.

Für Petra Willert sind die heimischen Läufe aber Pflicht. Dabei hat sie erst 2002 mit dem Laufen angefangen: „Ich brauchte einfach Bewegung. Das war ich meiner Gesundheit schuldig.“ Schon im Jahr darauf nahm sie die 10 Kilometer beim Fünf-Seen-Lauf unter die Sohlen. Ständige Adressen sind seitdem auch der Sachsenhausen-Gedenklauf und der Schweriner Frauenlauf, den sie mitorganisiert. Einmal im Jahr gönnt sie sich einen Marathon. So steht ihr Name mittlerweile in den Ergebnislisten vom Spreewald-, Darß-, Hamburg-, London- und New York-Marathon. Im September 2014 steht der Berlin-Marathon auf ihrem Plan. Mit ihrer Zeit von New York hat sie auch eine Freecard für Berlin gewonnen.

„Die 4:56:30 Stunden sind zwar rund eine Stunde über meiner Bestzeit, aber das war mir letztlich egal, denn ich wollte den Lauf genießen“, sagt Petra Willert. Sie hat sogar einen Fotoapparat mitgenommen und um die 50 Bilder geschossen. „Das Rennen ist einfach gewaltig. Mehr als 50 000 Läuferinnen und Läufer auf der Piste, eine Million begeisterte Zuschauer an den Straßen. Das muss man einfach erlebt haben. Ich bin restlos begeistert.“ Nach dem Start in Fort Wadsworth auf Staten Island führt der New York-Marathon durch alle fünf Stadtbezirke bis zum Ziel im Central Park. Die Organisation war perfekt. Vom Einchecken bis zum Zieleinlauf kümmerten sich unzählige Helfer um das Wohlbefinden der Aktiven. „Etwas gewöhnungsbedürftig waren die strengen Sicherheitskontrollen, aber New York hat ja bekanntermaßen einschlägige Erfahrungen“, blickt Petra Willert zurück. Schlussendlich habe sie das nicht gestört, weil die Parade der Nationen so beeindruckend und die Begeisterung an der Strecke enorm waren: „130 Bands, Spielmannszüge und Kapellen haben rechts und links der Strecke eingeheizt, da wachsen einem förmlich Flügel.“

Ein bisschen nervig sei das Warten vor dem Start gewesen, denn es wird in mehreren Wellen gestartet. Gut drei Stunden hat Petra Willert angestanden, bis ihre vierte Welle an der Reihe war. „Bei vier bis fünf Grad Celsius ist das etwas unangenehm. Aber nach fünf Kilometern war ich warm und hatte meinen Laufrhythmus gefunden. Ich war ja gut vorbereitet. Ich laufe ohnehin drei- bis viermal in der Woche und im letzten Vierteljahr vor New York habe ich noch ein spezielles Training absolviert“, erzählt die Schwerinerin. Bei Kilometer 30 hat sie dann doch ein kleiner Hänger erwischt. Ein paar Stück Traubenzucker und eine Banane von den Kindern, die am Streckenrand lauerten, haben ihr dann weiter geholfen. „Und je weiter man sich dem Ziel im Central Park nähert, desto größer wird die Menge jubelnder Menschen. Das ist Adrenalin pur, da laufen die Füße von alleine“. Am Ende sprang in ihrer Altersklasse Rang 385 von 790 Läuferinnen heraus – ein guter Mittelfeldplatz. Und als Petra Willert dann ihr Teilnehmer-T-Shirt und die entsprechende Medaille in der Hand hielt, waren die Strapazen fast vergessen. Letztlich war sie dann doch erst um 18 Uhr wieder im Hotel, von wo sie morgens um 6 Uhr aufgebrochen war. Ein langer und strapaziöser Tag, den sie aber nie vergessen wird.

Petra Willert wäre nicht die streitbare Gleichstellungsbeauftragte, wenn sie sich gleich ins Bett gelegt hätte. Nach dem Duschen gönnte sie sich und der ganzen Familie ein leckeres Essen: „Die Amis können das auch, man muss sich nicht von Fast food ernähren.“ Nach dem Lauf am Sonntag blieb die mecklenburgische Familie noch etliche Tage zum Sightseeing in New York, danach ging es drei Tage nach Washington D.C. und abschließend nach Philadelphia, von wo sie ein Flieger wieder in die Heimat brachte. Mittlerweile werden schon wieder Pläne geschmiedet. Im kommenden Jahr ist zwar „bloß“ der Berlin-Marathon geplant, aber 2015 könnte es nach Tokio gehen. Petra Willert will zwar keinen Marathon zweimal laufen, aber der Darß-Marathon könnte es noch einmal werden: „Da ist einfach die Natur so schön.“ Heute geht es aber erst einmal um den Faulen See.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen