Mecklenburg Bulls : Als Verlierer vom Platz, als Sieger in die Kabine

Fing den Ball der Patriots ab und lief übers halbe Spielfeld in die Endzone zum Touchdown: Schwerins Nummer 99 Maik Dinkler (r.)
Fing den Ball der Patriots ab und lief übers halbe Spielfeld in die Endzone zum Touchdown: Schwerins Nummer 99 Maik Dinkler (r.)

Mecklenburg Bulls gewinnen gegen Brandenburg Patriots mit 21:20, dachten zunächst allerdings an eine Niederlage.

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02. Juni 2019, 18:02 Uhr

Man sagt ja, dass Freud und Leid nah beieinander liegen. Davon können die Footballer der Mecklenburg Bulls nun auch ein Lied siegen. Eigentlich hatten sich die Schweriner schon mit einer Niederlage gegen die Brandenburg Patriots abgefunden und bedankten sich bereits bei ihren Fans im Stadion Lambrechtsgrund, ehe plötzlich doch Jubel bei den Bulls aufbrandete. Aus einer vermeintlichen 21:22-Niederlage wurde plötzlich ein 21:20-Sieg.

Die Hausherren hatten nie wirklich verloren, allerdings dachten sie das. Nachdem die Patriots im zweiten Viertel zum 13:13 ausglichen, gelangen den Brandenburgen im Anschluss noch zwei weitere Punkte zum 15:13. Das sagten zumindest die Unparteiischen auf Seiten der Bulls. Der Hauptschiedsrichter sowie die Referees auf Seiten der Patriots gaben die Punkte nicht. Das ist aber bis zum Schluss nicht zu den Schwerinern durchgedrungen. „Das war einfach ein Kommunikationsproblem seitens der Schiedsrichter“, gab Bulls-Headcoach Holger Starke zu verstehen.

Kurios: Im Glauben zurückzuliegen machten die Bulls in den letzten Minuten das Spiel ordentlich schnell, um doch noch irgendwie zu punkten. Das misslang, war aber auch nicht weiter schlimm, hatten die Landeshauptstädter Saisonsieg Nummer drei doch schon eingetütet. „Wir sind ja davon ausgegangen, dass wir zurückliegen und haben danach auch unser Spiel ausgelegt. Wir hätten ja gar nicht so viel Druck machen müssen, weil wir ja geführt haben“, fasste Starke auch nochmal zusammen.

Der dritte Sieg in Folge war bei schweißtreibenden Temperaturen ein ganzes Stück Arbeit. Erneut lagen die Schweriner im ersten Viertel zunächst 0:7 zurück, glichen dann aber durch einen abgefangenen Pass von Max Düwel, der danach den Ball in die Endzone beförderte, inklusive gelungenem Kick, zum 7:7 aus.

Viertel Nummer zwei begann nach Maß für die Jungs von Trainer Starke. Maik Dinkler blockte einen Punt-Versuch der Patriots und rannte beherzt über das halbe Feld zum zweiten Bulls-Touchdown. Der anschließend Kick war zwar nicht gut, die Schweriner führten aber dennoch mit 13:7. Allerdings antworteten die Gäste prompt und glichen kurz darauf zum 13:13 aus. Nicht nur das: Im dritten Viertel verlor die Bulls-Offense den Ball, Brandenburg punktete – 13:20. Einen hatten die Schweriner vor dem Schlussviertel aber noch im Köcher. Mit einer absoluten Willensleistung bugsierte Runningback Maik Eichstätt den Ball in die gegnerische Endzone zum 19:20.

Die am Ende siegbringenden zwei Zähler holten sich die Bulls dann im vierten Viertel durch ein Safety. Die Verteidigung der Schweriner stoppte den Quarterback der Patriots in der Endzone und brachte ihn zu Fall. Kurz vor Schluss hatten die Bulls nochmals die Chance auf weitere Punkte, vergaben diese aber – im Glauben, verloren zu haben.

Am Ende wurde aus der vermeintlichen Niederlage binnen weniger Sekunden aber doch noch ein Sieg. „Wenn man im Football gewinnt, dann hat man irgendwo alles richtig gemacht, aber wir haben natürlich auch sehr glücklich gewonnen“, kommentierte Holger Starke den erneuten Heimerfolg. Schwerins Coach fand zusätzlich auch noch lobende Worte für den Gegner: „Bei den Temperaturen haben wir auch noch nicht gespielt. Brandenburg ist hier mit weniger Personal angereist. Was die dann mit der Besetzung abgerissen haben, war schon ordentlich. Kompliment.“

Die Bulls liegen in der Verbandsliga Nordost mit 6:2 Zählern hinter den Baltic Blue Stars Rostock weiter auf Rang zwei und sind nun am 22. Juni – erneut zu Hause – gegen die Belitz Blue Eagles gefragt.

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