Rudern : Achter wird „nur“ Zweiter

Der Deutschland-Achter mit dem Schweriner Schlagmann Hannes Ocik (2. von vorn) musste sich auf der Themse im direkten Finalduell Gastgeber Großbritannien klar geschlagen geben.
Der Deutschland-Achter mit dem Schweriner Schlagmann Hannes Ocik (2. von vorn) musste sich auf der Themse im direkten Finalduell Gastgeber Großbritannien klar geschlagen geben.

DRV-Flaggschiff um Schweriner Schlagmann Hannes Ocik muss sich auf der Themse im Finale den Briten beugen.

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05. Juli 2015, 22:00 Uhr

Die Anzüge, Schlips und Kragen, alles entsprechend dem Dresscode der traditionellsten Ruderveranstaltung der Welt noch einmal frisch gebügelt, blieben in der Kabine. Die Siegerehrung bei der Henley-Roal-Regatta fand gestern ohne den Deutschlandachter statt.

Das Team um Schlagmann Hannes Ocik von der Schweriner Rudergesellschaft musste sich im Kampf um den „Grand Challenge Cup“ im Finale Gastgeber Großbritannien geschlagen geben. Im Ziel in Henley-on-Thames leuchteten 6:21 Minuten für die nun seit 2012 ungeschlagenen Briten auf. Der Rückstand der Unterlegenen – bei der „Königlichen“ wird auf elektronische Anzeigetafeln, Zeitmessung sowie Fernsehübertragung verzichtet – wurde in Inches angegeben. Ein „easily“ für einen allzu großen Rückstand konnte das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes gerade noch verhindern. Zweidreiviertel Längen hätten dazu aber beinahe geführt. „Wir sind gut gestartet und haben die Briten anfangs unter Druck gesetzt. Ab circa 1000 Meter haben wir dann aber leider den Streckenschlag nicht mehr getroffen“, anlysierte Ocik gleich nach der Zieldurchfahrt und setzte hinzu: „Nun sind die Briten am nächsten Wochenende beim Weltcup-Finale auf dem Rotsee bei Luzern die haushohen Favoriten.“

Die Briten hatten zuvor im Halbfinale Australien bezwungen, das deutsche Großboot war durch ein Freilos ins Finale eingezogen.

Für Bundestrainer Ralf Holtmeyer war die Niederlage besonders bitter. „Bei meiner neunten Heynley-Regatta war es die erste Niederlage. Natürlich schmerzt das. Die Jungs wissen nun aber, woran mit Blick auf die WM noch zu arbeiten ist.“

Holtmeyer, der entsprechend der Tradition mit dem britischen Coach in historischen Schiedsrichterbooten in Schlips und Kragen seinen Schützlingen folgte, konnte auch in taktischer Hinsicht keine Schützenhilfe leisten – gemäß dem Reglement haben die Trainer Redeverbot.

So musste er mit ansehen, wie die Briten unter dem Jubel tausender Zuschauer die bessere Renneinteilung besaßen, ab Hälfte der 2140 Meter klar dominierten. Statt der Jungs aus dem Deutschland-Achter zogen sich die Briten „schnieke“ an, für die Ocik & Co. blieb vorher nur die Gratulation... Bernd D. Herold

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