Schweriner in Rio : Abenteuer Paralympics beginnt

Wollen sich in Rio beweisen: die Paralympics-Schwimmer Denise Grahl und Torben Schmidtke
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Wollen sich in Rio beweisen: die Paralympics-Schwimmer Denise Grahl und Torben Schmidtke

Behindertensportler aus Mecklenburg-Vorpommern reisen heute von Frankfurt/Main aus nach Rio de Janeiro

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31. August 2016, 12:00 Uhr

„Go for medals“ möchte man den aus Schwerin stammenden Behinderten-Schwimmern Denise Grahl (Hanse SV Rostock) und Torben Schmidtke (SC Potsdam) zurufen. Heute erhebt sich das Duo gemeinsam mit der gesamten deutschen Mannschaft in Frankfurt/Main in die Lüfte. Das Ziel: Die am 7. September beginnenden Sommer-Paralympics in Rio de Janeiro.

Während es für Schmidtke nach Silber von London 2012 die zweiten Spiele sind, wird das olympische Flair für Grahl neu sein. „Ich freue mich schon unheimlich auf die Tage in Rio, besonders auf das Zusammentreffen mit den anderen Athleten im olympischen Dorf“, sagt die 23-Jährige. Nicht anders sieht es der Wahl-Potsdamer: „Ich hoffe, dass auch wir behinderten Aktiven die Zuschauer begeistern können. Rein sportlich wird dort die Luft brennen.“

Um dem optimal gewachsen zu sein, haben beide in den letzten Monaten viel investiert. Dabei gingen sie getrennte Wege. Denise Richtung Zypern, auf den Rabenberg im Erzgebirge und zuletzt in ihrer Heimatstadt Schwerin. Torben ist ein Verfechter des Höhentrainings: „Mich zog es wieder nach Spanien in die Sierra Nevada. Bisher haben mir die dortigen Aufenthalte den erforderlichen Push gegeben.“

Bundestrainerin Ute Schinkitz (Ostseebad Nienhagen) schätzt die Verfassung ihrer Schützlinge als sehr gut ein: „Sie haben fleißig trainiert, wollen in Rio auf ihren Spezialstrecken – Denise über 50 Meter Freistil, Torben im Rennen über 100 Meter Brust – in die Finals und möglichst mit Bestzeiten nach Medaillen greifen. Bis auf zwei Nachwuchsathleten habe ich ohnehin nur Sportler nominiert, die in den Weltbestenlisten mindestens Platz sechs nachweisen konnten.“

Um sich den Medaillentraum erfüllen zu können, haben die Schweriner fleißig an Reserven gearbeitet. Explosivität beim Start, Verbesserung der Wenden und Renngestaltung. „Die Dinge können sie auch in den sogenannten Nebenstrecken noch vor Ort üben. Passen muss es dann bei Denise im Freistilsprint sowie bei Torben über die Brustdistanz. Ich bin optimistisch, dass sie ein Wörtchen mitreden können“, sagt Schinkitz.

Klipp und klar bekennt sich Grahl zu „Bestzeiten. Wenn ich die in der Auseinandersetzung mit der Weltspitze schaffe, kann ich erhobenen Hauptes aus den Spielen .“ Vom Podest spricht sie nicht. „Das wäre die Zugabe. Dann muss sie aber nach dem 18. September gut auf die Medaille aufpassen“, sagt ihr Heimtrainer André Wilde und liefert den Grund gleich nach: „Mit ihrer Mutter hängt sie nämlich noch eine Woche Brasilien-Urlaub ran.“

Die Athleten  aus unserem Land
Christian Friebel, Thomas Steiger, Reno Tiede  (alle RGC Hansa), Jana Schmidt (1. LAV Rostock), Simone Briese-Baetke, Balwinder Cheema (beide TUS Makkabi Rostock), Denise Grahl (Hanse-Schwimmverein Rostock),  Carmen Brussig, Ramona Brussig (beide PSV Schwerin), Kai-Kristian Kruse (Schweriner SC), Stefan Nimke (PSV Schwerin), Torben Schmidtke (Schwerin/SC Potsdam), Lindy Ave (HSG Uni Greifswald)
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