Jahresrückblick Lokaler Sport : Sportliche Vielfalt auf hohem Niveau

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Sportler im Landkreis Ludwigslust-Parchim sorgten auch im vergangenen Jahr wieder für unvergessliche Augenblicke und Ereignisse

svz.de von
30. Dezember 2013, 21:36 Uhr

Ob über Rekorde und Bestleistungen, persönliche Erfolgserlebnisse oder andere emotionale Momente: Der Sport sorgte auch im Jahr 2013 wieder für reichlich Gesprächsstoff – und das nicht nur auf internationaler oder nationaler Ebene, sondern in gleichem Maße im regionalen und lokalen Umfeld. Im Kreis Ludwigslust-Parchim lieferte der gleichnamige Kreissportbund (KSB) das organisatorische „Dach“ für die laut Statistik 253 Vereine mit ihren rund 26000 Mitgliedern. Dass Ball und Kugel regelmäßig rollen können – dieses Bild gilt im übertragenen Sinne natürlich für alle anderen Sportarten–, ist maßgeblich ein Verdienst der Übungsleiter. 770 lizenzierte Trainer und noch einmal ebenso viele engagierte Arbeiter ohne „Schein“ sichern eine große sportliche Vielfalt ab. Das Ehrenamt ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Nicht zuletzt deshalb hält der KSB an seinem „Tag des Ehrenamtes im Sport“ fest, der einmal im Jahr die Gelegenheit bietet, den Hintergrundarbeitern „Danke schön“ zu sagen. Zu den lieb gewonnenen Institution auf Kreisebene zählen auch die Kinder- und Jugendsportspiele. Diesmal gingen in 23 Sportarten rund 2800 Mädchen und Jungen an den Start, um eine der 2700 Medaillen zu ergattern. Auf der anderen Seite der Medaille soll dem Sport als Gesundheitsförderer künftig noch höhere Priorität eingeräumt werden, wie KSB-Geschäftsführerin Kriemhild Kant betont: „Wir wollen den Reha-Sport in den Vereinen weiter ankurbeln. Sie können als Dienstleister in der Gesundheitsvorsorge ihre Attraktivität steigern und zugleich ihre Einnahmesituation verbessern.“ Stichwort Finanzen: Mit Blick auf die Mittelausstattung des KSB spricht Kant von einer soliden Basis, „dank Unterstützung des Landkreises und Spendenleistung beider Sparkassen der Region“.

Die mitgliederstärkste Kraft innerhalb des Kreissportbundes sind wenig überraschend die Fußballer. Als Nummer eins hat sich der MSV Pampow etabliert, der auch in dieser Saison in der erweiterten Spitzengruppe der Verbandsliga mitmischt. Eine Spielklasse darunter, in der Landesliga West, stellt der Kreis Ludwigslust-Parchim mit sieben der 14 Mannschaften eine echte Macht dar, wobei der Lübzer SV derzeit in der Spitzengruppe mitmischt und der Parchimer FC als Letzter mit dem Rücken zur Wand steht. Die Fußballer bekamen im zurückliegenden Jahr die möglichen Tücken einer Freiluftsportart zu spüren. Zunächst hielt sich der Winter so hartnäckig, dass die Spielpläne gehörig durcheinander gewirbelt wurden, im Frühsommer drohte das Elbe-Hochwasser Teilen der Region existentiell zuzusetzen. Dass die Landesliga-Kicker von SV Blau-Weiß Polz und Hagenower SV Anfang Juni gemeinsam Sandsäcke schaufelten anstatt um die letzten Meisterschaftspunkte zu kämpfen, war ein gelebtes Beispiel von Solidarität. Dass der Landesfußballverband auf das nicht Zustandekommen des Nachholspiels mit einer einzig an den Verbandsrichtlinien orientierten Wertung am grünen Tisch reagierte, anstatt auf eine salomonische Punkteteilung zu setzen, zeugte dagegen nicht gerade von Sensibilität. Solidarität bewies auch der FC Hansa Rostock, der relativ spontan am 22. Juni zu einem „Benefizspiel Elbehochwasser 2013“ in Boizenburg auflief.
Bleibt man bei den Ballsportarten, gibt es an den Volleyballerinnen des SVF Neustadt-Glewe und des 1. VC Parchim kein Vorbeikommen. Die Neustädterinnen schrieben als erster Staffelsieger der neu eingeführten 3. Liga Nord gewissermaßen Volleyball-Geschichte. Und die Mannschaft scheint auf dem besten Wege zur Titelverteidigung. In der Regionalliga Nord hat sich der 1. VC Parchim auf gutem Niveau stabilisiert, wie der aktuell zweite Platz nach gespielter erster Halbserie belegt. Hoch anzusiedeln sind auch die Erfolge des Parchimer Volleyball-Nachwuchses mit vier Teilnahmen an Norddeutschen Meisterschaften (ein Titel U13) und zwei Qualifikationen für Deutsche Meisterschaften (U16 - 5. Platz; U14 - 8. Platz).

Spektakulär ging es am Sternberger Schafschuppen zu, wo es der heimische Motorsportclub anlässlich seines 20. Vereinsgeburtstages beim Motocrossrennen mit der Einweihung der neuen Startanlage und dem Freestyle-Springen richtig krachen ließ. Dass auch in Lübtheen wieder um Punkte für die Moto-Cross-Landesmeisterschaft gefahren und auf dem Parchimer Mecklenburgring fleißig gedriftet wurde und ein Deutscher Jugendmeister hervor ging (Melf Ketelsen), der MC Ludwigslust mit seinem Mudfest ebenfalls erneut einen Volltreffer gelandet hat, all das unterstreicht: Motorsport ist im Landkreis Ludwigslust-Parchim absolut „in“.

Gleiches gilt für die Laufsportler, die über viele Jahre gewachsene Traditionen fortsetzten, ob nun mit dem 26. Wittenburger Mühlenlauf, der im März ein weiteres Mal die Landescupserie eröffnete und das im übrigen auch 2014 wieder tun wird, dem 5. Dammer Eldelauf, dem 33. Franz-Schwarz-Gedenklauf in Kummer oder auch dem 30. Ludwigsluster Schlossgartenlauf. Diese Volkssportveranstaltungen haben eines gemeinsam: Dort treffen sich alljährlich mehrere hundert Gleichgesinnte, um ihrer Laufsportbegeisterung zu frönen. Das trifft auch für die immer beliebter werdenden Triathlon-Veranstaltungen in Parchim und Sternberg zu. Auch seinem Ruf als Pferdesportregion wurde der Kreis vollauf gerecht. In Redefin bekamen die Zuschauer Reitsport auf allerhöchstem Niveau geboten. Die Turniere in Neu Benthen, Plau am See, Eldena und Schwanheide wurden von den Aktiven so gut angenommen und das Valluhner Gelände hat sich inzwischen in der Vielseitigkeitsreiterei bundesweit einen Namen gemacht.

Einen guten Namen haben auch die Segelreviere Plauer See und Sternberger See, wo jedes Jahr nationale und internationale Regatten mit viel Liebe vorbereitet und fast problemlos durchgeführt werden (wenn der Wind mitspielt). Als Mekka der Tischtennis-Sportler entpuppte sich 2013 Marnitz, denn dort fanden die Senioren-Landesmeisterschaften statt. Ebenso gute Resonanz erlebt jedes Jahr das traditionelle TT-Osterturnier des SV Aufbau Parchim, in diesem Jahr die 41. Auflage. Über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus ist Groß Niendorf mittlerweile als Bogensport-Ort bekannt, vor allen durch das Waldsee-Turnier des dort ansässigen BSV, das in diesem Jahr zum 15. Mal mehr als 100 Teilnehmer anzog sowie die Austragung der Landesmeisterschaften in der Halle.

Trainingsbetrieb und Veranstaltungen der Leichtathletik, im Handball, Radsport, Taekwondo, Sportschießen, Judo, Ringen, Badminton, Tennis, Karate, Turnen vervollständigen die Vielfalt der Sportlandschaft im Kreis. Diese kurze Rückschau versteht sich als reiner Überblick. Das Dankeschön an alle, die sich ehrenamtlich im und für ihren Sport engagiert haben, ist verbunden mit der Hoffnung, dass sie genauso weitermachen, damit dann auch auf 2014 als aufregendes Jahr mit zahlreichen Höhepunkten zurückgeblickt werden kann.


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