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Lokaler Sport Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. August 2017 | 10:19 Uhr

Leichtathletik : Motto: Hart, härter, Harzer …

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der „Harzer Keilerrun 2014“ war Saisonhöhepunkt für die Laufgruppe des 1. LAV Sternberg

Lange hatten die 14 Sportler, denen es gelungen war, eine der begehrten Startberechtigungen für den Harzer Keilerrun 2014 zu ergattern, diesem Wochenende entgegengefiebert und sich darauf vorbereitet.

Die Popularität solcher Extremläufe nach dem Vorbild der Tough-Mudder-Läufe ist in Deutschland derzeit stetig am Wachsen oder eher am Explodieren. Das kann man zum Beispiel daran messen, dass alleine in diesem Jahr deutschlandweit 30 dieser Läufe neu zugelassen wurden oder die Karten für den Harzer Keilerrun, die in drei Anmeldeblöcken zu je 250 Karten via Internet nachts um 0.00 Uhr verkauft wurden, nach jeweils cirka acht Minuten ausverkauft waren.

Der Harzer Keilerrun nimmt unter dem Motto „Hart, Härter, Harzer!!!“ für sich in Anspruch, der härteste Extrem-Cross-Hindernislauf seiner Art in Norddeutschland und einer der härtesten deutschlandweit zu sein. Um es gleich vorwegzunehmen: Diesem Anspruch wird er mehr als gerecht.

Gelaufen werden konnte entweder die Frischlingsfährte über acht Kilometer oder die Keilerfährte über drei Runden und damit 24 Kilometer. Dabei gelang den Veranstaltern der Spagat, auf der einen Seite natürlich eine professionelle Massenveranstaltung zu organisieren, auf der anderen aber eine ungeahnte Herzlichkeit und familiäres Flair herüberzubringen.

Aber was genau macht diesen Lauf denn so fordernd? Da ist zum einen das Streckenprofil, das im Brockenvorland auf der langen Strecke mit 400 Höhenmetern pro Runde und damit 1200 Höhenmetern insgesamt natürlich extrem schlauchend ist. Außerdem sind manche Berge und natürliche Hindernisse so steil, dass sie kaum noch laufend und zum Teil wirklich nur noch krabbelnd bewältigt werden können. Der Untergrund wechselt ständig zwischen Wasser- und Schlammduchquerungen, Schlammpfaden, Geröllabschnitten, Wald- und Wiesenpfaden.

Aber auch die künstlichen Hindernisse haben es in sich, sind alleine ohne Hilfe von Mitläufern zum Teil kaum zu überwinden und erforderten neben Mut, auch die Vorsicht, sich trotz des Wettkampfdrucks nicht zu verletzen. Stellvertretend für die anderen 18 Hindernisse sei die Keilersuhle genannt, ein 40 Meter langes Schlamm- und Wasserloch, das man watend, schwimmend und tauchend durchqueren musste. Dort hinein gelangt man aber überhaupt erst durch einen beherzten Sprung aus 2,50 Meter Höhe. Ein weiteres Beispiel ist die Sprossen/Eskaladierwand, die in fünf Metern lichter Höhe überwunden werden musste – nicht nur für Teilnehmer mit Höhenangst eine echte Herausforderung.

Entschädigt wurden die Läufer aber immer wieder durch die herzliche Stimmung an der Strecke – danke an die vielen ehrenamtlichen Helfer und auch die Zuschauer – durch die Superstimmung der Aktiven untereinander sowie durch tolle Ausblicke in die atemberaubende Harzer Berglandschaft.

Insgesamt kann man feststellen, dass die Teilnahme der Sternberger Laufgruppe am Harzer Keilerrun ein würdiger Abschluss des Projektes „Lauf der Generationen“ war, das seinen endgültigen Abschluss beim „Sportfest der Generationen“ im September finden wird.

Für viele der Jugendlichen war allein die gemeinsame Übernachtung in einer von den Pfadfindern geborgten Jurte ein bleibendes Erlebnis, dass das Wir-Gefühl fast genauso stärkte wie das gemeinsame Laufen. Das war ja auch mit einer der Gründe, warum dieses Projekt ins Leben gerufen wurde. Obwohl bei solchen Läufen für viele Teilnehmer eher das gemeinsame Durchhalten, das Laufen in der Gruppe im Vordergrund steht, muss doch erwähnt werden, dass die erst 15-jährige Luise Fels mit einem tollem 4. Platz in der Frauenklasse einen Medaillenrang nur knapp verfehlte. Ein ganz besonderer Dank geht wieder einmal an den LAV Sternberg, der das Projekt großzügig, unter anderem durch die Bereitstellung eines Kleinbusses und Übernahme der Spritkosten, unterstützte.

Am vergangenen Wochenenende begingen die Teilnehmer den vorläufigen Saisonabschluss bzw. den Eintritt in die Sommerpause zünftig mit einer gemeinsamen Schlauchboottour auf der Warnow und gemeinsamem Grillen im Kanucamp Sternberger Burg. Zwar regnete es fast die ganze Fahrt über in Strömen, aber von solchen Kleinigkeiten ließ sich niemand die Stimmung vermiesen und wenigstens zum Grillen schien dann schon wieder die Sonne. Vielen Dank an die Zahnarztpraxis Fels, die die Kosten für das Boot und einen Großteil des Grillens sponserte.

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