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Sternberger Segelt um Kap Horn : Auf Weltmeeren unterwegs

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sternberger René Quandt berichtete im örtlichen Seglerverein über einen abenteuerlichen Segeltörn

„Un denn segelt wi so langsam rund Kap Horn, un de See, de steiht von achtern un von vorn …“, so besingen Shantychöre die legendäre Segelroute. Den sagenumwobenen Mythos des Kaps, die atemberaubende Landschaft Feuerlands selbst erleben. Diesen Traum hat sich der passionierte Sternberger Segler René Quandt im vorigen Jahr erfüllt. Am vergangenen Wochenende ließ er seine Vereinskameraden vom Sternberger Seglerverein teilhaben an diesem spannenden und beeindruckenden Segeltörn. Anhand eines Bildervortrags vermittelte er einen anschaulichen Eindruck von seinen Erlebnissen während dieser vierwöchigen Reise, von überwältigenden Naturerlebnissen, von den Herausforderungen auf See, von den Tücken des „Alltags“ an Bord der „Haspa Hamburg“. Das 17,5 m lange und 4,8m breite Segelschiff ist ein so genannter Cruiser-Racer „mit überschaubarem Komfort“ wie René Quandt humorvoll die Enge an Bord beschrieb und das Kochen für die Mannschaft in der Minikombüse zu den großen Herausforderungen auf dieser Reise deklarierte.

Ankerplatz vor Gletschern im Beagle-Kanal
Ankerplatz vor Gletschern im Beagle-Kanal

Elf Crewmitglieder im Alter von 18 bis 72 Jahren waren an Bord. Ob Student, Arzt, Bankangestellter, Pilot, Soldat oder Ingenieur, keiner sollte auf diesem vierwöchigen Törn von der Seekrankheit verschont bleiben. Der Blick auf die Landkarte gab eine Vorstellung vom langen Seeweg, den die Crew zu meistern hatte: Ushuaia (südlichste Stadt Argentiniens) – Puerto Williams (südlichster Militärstützpunkt Chiles) – 28-Stundentour rund um Kap Horn – sechstägige Fahrt durch den Beagle-Kanal – Punta Arenas (Chile) an der Magellanstraße – 1300 Seemeilen über den offenen Atlantik über Mar el Plata (Argentinien) und Punts del Este (Uruguay) bis Buenos Aires.

Befragt nach den schönsten Erlebnissen, schwärmt der Sternberger von der Tour durch den Beagle-Kanal, vorbei an Gletschern und Bergen, den Übernachtungsplätzen in traumhaften Ankerbuchten, von den erlebten Wetterphänomenen auf dem Atlantik mit bis zu zwölf Windstärken und meterhohen Wellen, von den unglaublich vielen Sternen am südlichen Himmelszelt und dem absoluten seglerischen Highlight, der Rundung Kap Horns. Hohe Segelkunst ist hier gefragt, wo sich Atlantik und Pazifik wild vereinigen. Bei acht Windstärken auf hoher See wurde auch der Haspa-Crew alles abverlangt. Navigation mit unzureichenden Seekarten potenzierte neben extremen Wind- und Wetterverhältnissen die seemännischen Herausforderungen. Willkommene Besucher waren da die unzähligen Delphine, Wale, Pinguine und Albatrosse, die die Segler immer wieder ein Stück des Weges begleiteten.

Der Sternberger auf hoher See am Steuer
Der Sternberger auf hoher See am Steuer

Von warmherzigen menschlichen Begegnungen wusste Quandt ebenfalls zu berichten, von Hilfsbereitschaft, die hier und da über Schwierigkeiten hinweghalf. Seefahrtromantik pur gibt es bei so einer Reise nicht. Neben bis an die Grenzen gehenden körperlichen Anstrengungen war so manche Herausforderung zu bewältigen, wie die sprachlichen und bürokratischen Barrieren beim Ein- und Ausklarieren des Schiffs, das Managen der Versorgung an Bord, 28 Tage zusammen leben auf engstem Raum.

Doch Anstrengungen und weniger Romantisches sind schnell vergessen. „Ich werde sicher lange von den vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen dieser Reise zehren“, so René Quandt. „Konkrete Pläne habe ich noch nicht, aber wenn sich neue Gelegenheiten ergeben, bin ich sicher wieder dabei.“
 

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