Jodo : André Miehle nicht zu stoppen

André Miehle, hier bei einem zurückliegenden Vergleich, kontrolliert in gewohnter Art seinen Gegner im Bodenkampf  Fotos: klec
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André Miehle, hier bei einem zurückliegenden Vergleich, kontrolliert in gewohnter Art seinen Gegner im Bodenkampf Fotos: klec

KSV Grimmen hatte zum 20. Internationalen Weihnachtsturnier geladen / Zwei neue Kampfrichter für den JV Brüel

svz.de von
11. Dezember 2014, 22:07 Uhr

Es war ein langer Tag für die Judokas aus Brüel. Frühmorgens gegen 7 Uhr brachen sie unter Leitung von Maren Czwalinna und Tobias Knöchelmann nach Grimmen auf, um nach gut acht Stunden vor Ort wieder die Heimreise anzutreten. Der KSV Grimmen hatte zum 20. Internationalen Weihnachtsturnier eingeladen. Mit 557 Sportlern aus 41 Vereinen wurde ein neuer Teilnehmerrekord gemeldet mit Kämpfern, die nicht nur aus MV, sondern aus vielen Bundesländern sowie aus Polen, Schweden und Norwegen anreisten. Die Sportfreunde von Trondheim Judokawai aus Norwegen hatten mit rund 1200 km die weiteste Anreise und wurden lautstark begrüßt. Auf vier Matten sahen die vielen Zuschauer fantastische Kämpfe mit tollen Techniken. Sportlerinnen und Sportler der Altersklassen U9, U11, U13, U15, U18 sowie Frauen und Männer betraten die Tatami von Grimmen.

Der Judo-Verein Brüel schickte elf Sportler ins Rennen. Neben erfahrenen Matten-Füchsen, starteten auch einige ,,Unerfahrene“. Alle verkauften sich gut und waren um aktives Judo bemüht.
Dieses spiegelte sich am Ende auch in Gold (1), Bronze (3) und vier fünften Plätzen wider.

Drei Mädchen waren aus Brüel am Start. Konnte Lilly Knöchelmann in der U11 mit zwei Niederlagen nur wertvolle Erfahrungen sammeln, so machten es ihre älteren Kolleginnen in der U13 besser. Laura Schneider und Josefine Handl kämpften in der plus 57 kg-Klasse, die mit sieben Aktiven stark besetzt war. Beide belegten nach je zwei Siegen und einer Niederlage gute dritte Plätze. Hierbei konnte sich Josefine im kleinen Finale gegen eine sehr aggressive Gegnerin mit einem lehrbuchreifen Fußfeger durchsetzen und hervortun.

Einen weiteren guten dritten Platz konnte Tjark Hansen in der U9 (bis 28 kg) erkämpfen. Nach langer ermüdender Wartezeit auf seinen ersten Einsatz, mangelte es ihm etwas an der richtigen Motivation. Dieser Umstand sollte sich aber nach seinem ersten Kampf und Sieg durch Festhaltetechnik schnell ändern. Im zweiten Kampf zahlte er dann etwas Lehrgeld. Hier vergab Tjark nach einer Führung den schon fast sicher geglaubten Sieg. Er gab nach einem etwas raueren Vorgehen seines Gegners, ohne möglich gewesene Kampferwiederung seinerseits, vorzeitig auf und verlor somit unglücklich. Im kleinen Finale um Platz drei machte Tjark alles wieder gut. Sein Gegner lag nach zwei Sekunden unten und wurde durch ihn über die vorgeschriebene Zeit festgehalten.

Erneut zum sicheren Einzelsieg, der erneut der einzige für Brüel war, ging André Miehle in der Schwergewichtsklasse der U13 auf und über die Tatami. Der Brüeler hatte vier Gegner, die er systematisch angreifen ließ, um sie dann beim ersten Stolpern in den Bodenkampf zu zwingen, sie dann massiv belastete und mit unwiderstehlichen Festhaltetechniken besiegte. Somit hat André seine Wettkampfgestaltung und Taktik gegenüber den zurückliegenden Turnieren komplett umgestellt. War er doch bis dahin immer als der aktivere und bestimmende Part in den Schwergewichtsvergleichen bekannt und gefürchtet.

Am Ende des Weihnachtsturniers von Grimmen überreichte der Landeskampfrichterreferent vom Judo-Verband Mecklenburg-Vorpommern, Nico Diptmar, sieben jungen Nachwuchskampfrichtern nach bestandenen theoretischen und praktischen Prüfungen die Lizenzen. Der Judo-Verein Brüel ist stolz und freut sich nun mit Niclas Voigt und Tarik Güttler zwei junge, motivierte und einsatzhungrige Kampfrichter in seinen Reihen zu wissen. Ein ehrenamtliches Engagement, das mit viel Freizeitaufwand verbunden ist und nicht als selbstverständlich in der heutigen auf materielle Werte ausgelegten Gesellschaft zu betrachten ist.

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