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Zachhuber: Jetzt sind Typen gefragt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Früherer Hansa-Trainer mahnt vor Abstiegs-Endspiel bei Dynamo Dresden zu Ruhe und Konzentration

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 18:25 Uhr

Er war der Retter im Abstiegskampf – Andreas Zachhuber. Der frühere Hansa-Trainer bewahrte den Traditionsclub bereits dreimal vor dem Absturz in die zweite beziehungsweise in die dritte Liga. Vor Hansas neuerlichem Endspiel um den Klassenerhalt am Sonnabend bei Dynamo Dresden spricht der 52-Jährige mit NNN-Mitarbeiter Oliver Kramer über historische Siege, echte Typen und die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Herr Zachhuber, können Sie sich noch an den 20. Mai 1983 erinnern?

Zachhuber: Ja klar, das war sensationell. Wir gewannen mit Hansa bei Dynamo Dresden mit 4:1. Ich erzielte das zwischenzeitliche 3:1, auch Axel Schulz, Frank Rillich und Christian Radtke trafen. Wir hatten damals eine richtig gute Truppe beisammen, die an sich geglaubt hat und unbedingt gewinnen wollte. Es war der höchste Sieg, den Hansa jemals in Dresden gelandet hat.

Genau 32 Jahre später würde den Rostockern schon ein 1:0-Erfolg bei Dynamo reichen, um in der 3. Liga die Klasse zu halten. Wie optimistisch sind Sie, dass dies gelingt?

Hansa hat den Riesen-Vorteil, den Klassenerhalt in der eigenen Hand zu haben. Sie müssen ganz einfach dieses Fußballspiel in Dresden gewinnen. Dann bräuchten sie auch nicht mehr auf die Ergebnisse auf den anderen Plätzen zu schauen.

Als Trainer haben Sie Hansa 1999, 2000 und 2009 jeweils am letzten Spieltag vor dem Abstieg bewahrt. Wie lautete damals Ihr Rettungsplan?

In den Tagen vor diesen Endspielen gilt es, die Ruhe zu bewahren. Als Trainer darfst du in dieser Phase nicht herumzappeln, sondern musst den Spielern Sicherheit vermitteln. Ansonsten haben wir an den Abläufen nicht viel geändert und ganz normal unser Programm durchgezogen.

Hansa-Coach Karsten Baumann schwört seine Mannen in einem kurzen Trainingslager auf den Tag X ein. Was halten Sie davon?

Ich habe in meiner Zeit auf solche Maßnahmen verzichtet. Allerdings hat jeder Trainer seine eigene Philosophie. Es spielt keine Rolle, was vorher war und dass Hansa drei Matchbälle zum Klassenerhalt vergeben hat. Wichtig ist, dass sich die Jungs voll auf diese 90 oder 95 Minuten in Dresden konzentrieren. Ich hatte immer das Glück, echte Typen wie Peter Wibran in der Mannschaft zu haben, auf die ich mich 100 Prozent verlassen konnte.

Was passiert, wenn Hansa verliert und in die Regionalliga Nordost absteigt?

Ganz ehrlich, dieses Szenario möchte ich mir nicht ausmalen. Am 1. Juli 2015 bin ich 40 Jahre Mitglied im Verein, der in der 1. Bundesliga eine schöne Zeit verbrachte. Diese ist längst vorbei. Die Tabelle lügt nicht. In den letzten Jahren wurden zu viele Fehler gemacht. Da muss sich Hansa an die eigene Nase fassen. Ziel muss es sein, die 3. Liga zu halten und so schnell wie möglich in die 2. Bundesliga zurückzukehren. Nur dort kann man mit den Einnahmen aus den Fernsehgeldern langfristig überleben.

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