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fussball : „Wir sind wie eine große Familie“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Erstaunliche Entwicklung des Vereins SG Aufbau Stepenitz

von
erstellt am 23.Mai.2015 | 10:13 Uhr

Fußballfans werden bei der Erwähnung des Namens SG Aufbau Stepenitz sofort nicken. Wer es aber nicht unbedingt so mit dem runden Leder hält, der denkt bei Stepenitz wohl eher an das Senioren- und Pflegeheim im rund 400 Einwohner zählenden Ort der Gemeinde Marienfließ. Senioren und junge Fußballerinnen und Fußballer. Klingt nach einem krassen Gegensatz. Dabei ist es beachtlich, was die Stepenitzer im Fußball in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt haben.

Der Verein wurde 1972 gegründet. Zehn Jahre später, 1982, gewannen die Stepenitzer Kicker gegen Putlitz den Kreispokal, weitere zwei Jahre danach stieg die Elf in die damalige Bezirksklasse auf. Alles lief ganz gut, bis 2007 ein Generationsumbruch den Verein arg schwächte.

„Als ich 2007 in den Verein eintrat, gab es eine Männermannschaft mit rund 15 Spielern und wir spielten gegen den Abstieg. Wir hatten Glück und blieben in der Liga, weil sich ein anderes Team auflöste. Dennoch verließen uns viele Spieler und sogar der Trainer, der Verein war eigentlich am Ende. Aber wir suchten nach einer Lösung. Stefan Wilke, damaliger Präsident, half uns dabei den Verein wieder aufzubauen. So bekamen wir Unterstützung aus dem Nachbardorf Frehne, wo sich sieben junge Erwachsende entschlossen hatten zu helfen“, berichtet Marcel Kekstadt, Spieler, Vorstandsmitglied und Damentrainer.

Von der damaligen Truppe sind noch sieben Spieler aktiv. Daniel Vogel ist im Sommer 14 Jahre im Verein. Seit 18 Jahren pfeift Karl-Heinz Quade als Schiedsrichter für Aufbau.

Heute sind 37 Männer und 14 Frauen spielberechtigt. Aus dem Dorf kommen aktuell vier Frauen und vier Männer, der Rest aus der näheren Umgebung, wie Meyenburg, Telschow, Frehne, Weitgendorf, Gerdshagen. Aber auch aus Berlin und Rostock. „Bei uns geht es sehr familiär zu und wir geben jeder und jedem eine Chance und das Gefühl wichtig zu sein. Das ist das Rezept für erfolgreiche Vereinsarbeit“, erklärt Marcel Kekstadt.

Im Oktober 2009 kam das Interesse auf, eine Frauenmannschaft zu gründen. Marcel Kekstadt und Thomas Schulz machten sich mit Ideengeberin Natalie Punsch an die Arbeit. 24 Spielerinnen waren beim ersten Training, sechs davon sind heute noch aktiv. Zwei Jahre nahm das Team an Turnieren teil, seit mittlerweile drei Jahren spielt es in der Kreisliga. Größter Erfolg war das Erreichen des Kreispokalfinales 2014. Dort boten die jungen Frauen – angefeuert von einem stimmgewaltigen Anhang – eine tolle Leistung und unterlagen dem Favoriten ESV Wittenberge erst im Neunmeterschießen.

Der Zusammenhalt im Verein stimmt. Bestätigt auch Marcel Kekstadt: „Die Frauen helfen den Männer bei Heimspielen und anders herum. Wir sind wie eine große Familie und nehmen stetig Zuwachs auf“. Und so wird auch der Slogan des Vereins „Meine Heimat, mein Verein, mein SG Aufbau Stepenitz“ mit Leben erfüllt. „Wie betrachten jeden als Freund und geben jedem die Chance, sich zu integrieren. Was vielleicht nicht immer klappt, aber in den meisten Fällen schon. Wir haben ein sehr gutes Klima im Verein, machen viele Ausflüge zusammen. Bei uns geht es nicht nur ums Siegen, sondern um langfristige Identifikation mit dem Verein“, sagt Kekstadt.

Aber nur mit inneren Werten und einer vorbildlichen Einstellung kann kein Sportverein existieren. Er braucht Sponsoren und Helfer. Peter Schulz, Inhaber der Firma P&V Wintergärten und der Bowlingbahn „Zum Bowlingfreund“, war schon früher dabei und engagiert sich heute noch. Er sponserte die Kleinfeldtore der Frauen, Bälle und Trikots. Oder die Stepenitzer Uwe Mansfeld und Gerald Staffen, die jede Woche umsonst den Platz mähen.

Zwei Herren- und eine Damenmannschaft finanziell zu stemmen ist nicht leicht. Langfristig müssen sich die Stepenitzer etwas einfallen lassen.
Zum Glück übernimmt die Gemeinde die Strom-, Wasser- und Heizkosten. Nur so schafft es der Verein, die Mitgliedsbeiträge (60 bis 70 Euro im Jahr) gering zu halten, um junge Spieler nicht abzuschrecken.

Und künftig? „Wir wollen die drei Mannschaften langfristig stabilisieren. Mehr Zusammenarbeit mit dem Dorf und deren Vereinen ist uns sehr wichtig. Auch unser Image in der Prignitz und Umgebung ist besser geworden und soll noch besser werden“, sagt Marcel Kekstadt und freut sich, dass der neue Ortsvorsteher Martin Kruse positive Signale gibt.

Und Aufbau Stepenitz möchte sich weiter für soziale Projekte engagieren. Im September 2014 hatte der Verein in Kooperation mit der DRK zum ersten Mal in Stepenitz eine Blutspendeaktion veranstaltet. Mit Erfolg, es gab 46 Anmeldungen. Deshalb soll die Aktion in drei Wochen, am 13. Juni, wiederholt werden.

 

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