Leichtathletik : Wenn die Lauf-Freude „eskaliert“

Die neue Leidenschaft von Yvonne Loock: Hindernisläufe so wie hier in der Döberitzer Heide über 19 Kilometer immer auf und ab.
Die neue Leidenschaft von Yvonne Loock: Hindernisläufe so wie hier in der Döberitzer Heide über 19 Kilometer immer auf und ab.

Yvonne Loock läuft seit zehn Jahren gegen die Uhr

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15. November 2019, 21:24 Uhr

Faszination Laufsport: Ob schon in jungen Jahren oder im hohen Alter wie der Pritzwalker Ernst Wehrstedt. Ob als Freizeitjogger oder ambitionierter Sportler mit Teilnahme an Wettkämpfen – Laufen ist in. Auch in der Prignitz. Die Veranstaltungen werden von den Aktiven genutzt. Zwei Sportler aus dem Kreis starten nicht nur hier bei Läufen. Sie sind in ganz Deutschland, teilweise auch in Europa unterwegs. Wie oft? Wer finanziert das? Was sagt die Familie dazu? Und vor allem: Warum? Das fragte „Der Prignitzer“ Yvonne Loock vom SSV Einheit Perleberg und Jörg Schulze vom Lauftreff Bentwischer Wald im ESV Wittenberge. Heute zunächst die Antworten von Yvonne Loock.

Die Perlebergerin hat in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Erfolge gesammelt. Dabei läuft sie noch nicht so lange gegen die Uhr. „An Wettkämpfen nehme ich erst seit knapp zehn Jahren teil. Ich habe davon erfahren, weil die Kinder am Rolandlauf teilnehmen sollten. Vorher wusste ich von solchen Veranstaltungen nichts“, erzählt Yvonne Loock. Sie fügt hinzu: „Ab da ist es nach und nach eskaliert.“

Und zwar ganz schön heftig: Harz-Gebirgslauf in Wernigerode, Celler WASA-Lauf, Schweriner Fünf-Seen-Lauf, Oberelbe-Marathon in Dresden (ihre Premiere über die 42,195 km), Dammer Eldelauf, Schweriner Nachtlauf, ProPotsdam Schlösserlauf, Schlossgartenlauf Ludwigslust, Fischerman's Friend StrongmanRun in Österreich, Mercedes-Benz-Halbmarathon in Berlin oder den Matsch Moor Fun – die Cross Days in der Döberitzer Heide. Dazu kommen in der Prignitz der Rolandlauf in Perleberg, der Jahn-Gedenklauf in Lanz und die Moormeile in Bad Wilsnack – die Läufe des Prignitz-Cups.

„Grob geschätzt sind es so 20 Laufwochenenden im Jahr. Über die Zahl der dabei gelaufenen Kilometer habe ich keinen Überblick. Da müsste ich nachschauen“, erklärt die Sportlerin des SSV Einheit. Der Verein unterstützt seine Athletin. „Er erstattet mir die Startgebühren bei den Läufen. Das hilft schon sehr“, sagt sie.

Mehr als nur Hilfe bekommt Yvonne Loock von ihrer Familie. „Ohne das Verständnis der Familie wäre es nicht möglich. Aber ich war schon immer sportlich unterwegs. Mein Mann hat mich im Fitnessstudio kennen gelernt“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Auch Birger und die beiden Töchter Katharina und Nathalie sind sportlich. Letztgenannte begleitet ihre Mutter oft bei größeren Wettkämpfen. Dann macht Familie Loock einen Ausflug. „Ich nehme die Kinder auch gerne mit zum Sport. Und manche Wettkämpfe lassen sich mit einem Kurzurlaub verbinden“, berichtet Yvonne.

Wer so ein Pensum absolviert und dabei so erfolgreich ist wie die 1977 geborene Läuferin, der muss intensiv trainieren. Das versucht die Fachangestellte in Vollzeit, die zusätzlich Kurse an der Kreisvolkshochschule, im Neuen Henningshof oder in der Gymnastikgruppe gibt und einmal die Woche Leichtathletiktraining beim SSV Einheit macht, irgendwie einzutakten. „Am Wochenende laufe ich morgens - dann habe ich den Tag über Zeit. Im Winter laufe ich auch gerne viele lange und weniger intensive Läufe. Aber nicht im Dunkeln, dadurch ist es zeitmäßig schwieriger. Im Winter bin ich oft im Fitnessstudio, außerdem gehe ich das ganze Jahr einmal die Woche schwimmen“, gibt sie einen Einblick in ihr Training. Die Erfolge können sich sehen lassen: Landesmeisterin im Halbmarathon von Berlin-Brandenburg oder der siebte Gesamtsieg in Folge beim Prignitz-Cup. Dazu Erfolge und gute Platzierungen bei weiteren gut besetzten und anspruchsvollen Laufveranstaltungen.

Doch Yvonne Loock („Als Laufuntergrund mag ich schon gerne Wald, aber das ist leider selten.“) hat noch nicht genug. Findet gefallen an neuen, etwas anderen Läufen. „Hindernisläufe sind meine neue Leidenschaft. Ich liebe diese Herausforderung“, schwärmt sie vom Fischerman's Friend StrongmanRun in Österreich mit der sportlich anspruchsvollen Strecke in Flachau im Salzburger Land über 10 km, 370 Höhenmeter und 20 herausfordernden Hindernissen. Oder die Cross Days in der Döberitzer Heide mit der Black Challenge-Strecke über 19 km und 30 Hindernisse. Aber das ist noch nicht alles. „Mich reizen Läufe, an denen ich noch nicht teilgenommen habe. Und ich würde zum Beispiel gerne einmal in Skandinavien laufen“, sagt sie zum Abschluss. Faszination Laufsport halt…

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