Stockcar : Wenn der Vater mit dem Sohne…

Stockcar-Rennen – Diese Leidenschaft teilen Vater René Gubbe (l.) und sein Sohn Jannik Gubbe.
Stockcar-Rennen – Diese Leidenschaft teilen Vater René Gubbe (l.) und sein Sohn Jannik Gubbe.

René und Jannik Gubbe starten am Wochenende beim 2. Lauf um die Norddeutsche Stockcarmeisterschaft im dänischen Scherrebek. Beim Jugendrennen ist Drängeln und Rammen verboten

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13. Juni 2015, 16:00 Uhr

„Wenn der Vater mit dem Sohne“ mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle war vor rund sechs Jahrzehnten ein Knüller in den Kinos. Zumindest der Filmtitel passt exakt auf das Vater-Sohn-Gespann Gubbe: Denn René (40 Jahre) und Jannik Gubbe (15) frönen einer gemeinsamen Leidenschaft: Stockcarrennen. Mit ihrem Polk High Stockcarteam Wootz weilen die Beiden am Wochenende im dänischen Scherrebek.

An der Westküste von Südjütland (Nordschleswig) kämpfen die Gubbes im 2. Lauf um die Norddeutsche Stockcarmeisterschaft (NDM) 2015 um möglichst viele Punkte. Während René mit seinem Audi in der leistungsstärksten Klasse 5 (über 150 PS und Allrad) „seinen Spaß“ haben und gern mal den einen oder anderen Kontrahenten, wie beim Stockcar erlaubt, auf das Dach legen will, ist dies für Jannik in seinem VW-Polo tabu. Denn bei den Jugendrennen (Speedwayrennen) stehen Geschwindigkeit und Fahrkönnen im Vordergrund. Deshalb sind Angriffe wie Drängeln oder Rammen absolut verboten und werden mit sofortiger Disqualifikation bestraft.

„Seit er laufen kann war Jannik immer mit dabei“, erzählt René Gubbe, der bereits 1998 seine ersten Stockcarrennen bestritt, von den Anfängen. Schnell sprang der Funke und der Enthusiasmus vom Vater auf den Sohn über. „Ich war schon immer begeistert vom Motorsport“, erzählt Gubbe-Junior, der als Knirps bereits erste Runden auf dem Pocketbike im Kinderprogramm der NDM-Veranstaltungen drehte. „Schon früh war klar, dass ich auch Stockcar fahren will.“

Eigentlich war mit Omas altem Auto der Start in die Stockcar-Karriere geplant. „Doch der Polo hatte zuviel Rost“, erzählt Jannik, der das Fahrzeug eines Teamkollegen „unter den Hintern“ bekam. „Mit allen Schraubern, die wir hier vor Ort haben, haben wir die Kiste fertig gebaut“, berichtet René, der mit seiner Familie vor Jahren von Wootz in die Nähe von Lüneburg zog. Wann immer möglich, fahren er und sein Sohn an den Wochenenden die knapp 100 Kilometer in die Werkstatt der Polks nach Mödlich. Hier wird dann getüftelt und geschraubt, um die Boliden noch einen Kick zu verbessern.

Endlich 14-jährig absolvierte Jannik im vergangenen Jahr sein erstes Rennen im niedersächsischen Gannerwinkel. Angst hatte er nicht. „Das Herz rast natürlich und rutscht schon in die Hose, doch sobald die Startflagge runter geht ist alles vergessen“, erzählt Jannik und erhält zustimmendes Nicken seines Vaters. „Geht mir genauso.“

Das Draufgängertum, das Vater Gubbe nachgesagt wird, übertrug sich offensichtlich auch auf den Sohn. „Ich muss gestehen, dass mir die Tränen gekommen sind, als ich ihn hab fahren gesehen. Ich konnte kaum die Videokamera ruhig halten. Im ersten Rennen gleich Erster zu werden, war schon geil“, blickt das stolze Familienoberhaupt zurück.

Auch Polk High-Chef Norman Mewes erinnert sich noch gut an das Debüt. „Jannik hat bei seinen ersten Rennen gleich alles durchgemacht, was man beim Stockcar erleben kann. Drei Siege, zwei Disqualifikationen und einen Überschlag.“

Auch der Start in die neue Saison beim 1. NDM-Lauf in Gribbohm (Schleswig-Holstein) verlief für Jannik, der auch als Kapitän und Offensivspieler der JSG Gellersen/ Reppenstedt (U15) dem Fußball hinterher jagt, viel versprechend. Mit 26 Punkten belegte er Rang zwei hinter seinem Dauerrivalen Oliver Kapischke (Team Blue Wonder/Hamburg). Vater René hatte hingegen die Defekthexe an Bord, holte nur sechs Zähler.

Für die diesjährige Laufserie haben sich die Gubbes viel vorgenommen. „Ziel ist es, dass Jannik nach den vier Läufen am Ende auf dem Treppchen steht", so René Gubbe. 


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