zur Navigation springen

Triathlon : „Vorspeise erst mal überstehen“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Prignitzer Triathlet Thomas Teige beschreibt seine Eindrücke vom 13. OstseeMan Triathlon Glücksburg

von
erstellt am 21.Aug.2014 | 10:22 Uhr

Die Tortur beginnt mit 3,8 Kilometer Schwimmen. Es geht weiter mit 180 Km auf dem Rad, ehe ein Marathonlauf über 42,195 km den Wettkampf beendet. Das sind die Originaldistanzen des Triathlon. Jene, die die Athleten bei den großen Veranstaltungen auf Hawaii oder in Deutschland in Roth absolvieren.

Und es gibt den OstseeMan Triathlon Glücksburg. Die 13. Auflage bewältigte der Prignitzer Triathlet Thomas Teige (Team Erdinger Alkoholfrei Bentwisch) in 12:06:34 Stunden und belegte in seiner Altersklasse 55 den 2. Platz. In der Gesamtwertung aller Teilnehmer landete er auf Rang 277 (wie kurz gemeldet). Erstaunlich, denn er betreibt diese Sportart erst seit sechs Jahren.

„Durch unseren Nachbarn bin ich drauf gekommen“, erzählt Thomas Teige von seinen ersten Trainingseinheiten. Die er kontinuierlich ausbaute. Es folgten erste Starts über die Sprintdistanz. Der Aufbau ging weiter über die Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen), auf der bei Olympischen Spielen die Medaillen vergeben werden, und die Mitteldistanz bis hin zu eben jener Ironman Langdistanz. Dort erfolgte der Wettkampf vor zwei Jahren in Roth bei Nürnberg. Die Zeit: 12:38:07 Stunden.

Ende des vergangenen Jahres entstand die Idee, beim OstseeMan Triathlon Glücksburg zu starten. Nach Absprache mit der Ehefrau wurde der Urlaub rund um diesen Wettkampf geplant. Siebeneinhalb Monate vor dem OstseeMan begann der 55-Jährige mit dem Training. „Nach einem Plan aus dem Internet“, sagt Thomas Teige. Und los ging es mit der Vorbereitungsphase, in der er nach eigenen Angaben rund 6000 km auf dem Rad absolvierte und 1000 km gelaufen ist. Dazu noch das Schwimmtraining.

„Die Vorbereitung war schon brutal, ausgerichtet auf den Wettkampf. Rund zwei Wochen vorher wird das Pensum etwas runtergefahren“, berichtet der Triathlet. Dann ging es endlich los. Am Tag vor dem OstseeMan deponierte Thomas Teige seine Taschen mit Sportsachen in der Wechselzone.

Am nächsten Morgen stand er um 7 Uhr im Neoprenanzug am Ostseestrand. Für das Ausdauerevent hatten sich 600 Einzelstarter und 900 Teilnehmer in 300 Staffeln gemeldet. Per Anmeldung im Internet. „Wenn die Seite freigeschaltet wird, dann ist das wie eine Lotterie“, beschreibt Thomas Teige den Sturm auf die Startplätze, die dann in wenigen Minuten vergeben sind.

Beim Schwimmen plagten den Prignitzer am Ende der ersten Runde nach 1,9 km Krämpfe. „Und das ist erst die Vorspeise, die musst du erstmal überstehen“, schildert er seine Gedanken über das Schwimmen im Pulk, den ein oder anderen heftigen Tritt, den man dabei abbekommt. Außerdem hatte die Ostsee an diesem Tag eine warme Temperatur von fast 20 Grad. Wie auch immer, nach 82 Minuten stieg Thomas Teige aus dem Wasser, zog sich im Zelt um und begab sich auf die 180 Km mit dem Rad.

Unterwegs setzte Regen ein. Das machte es auf dem anspruchsvollen Kurs nicht gerade leichter. Erst recht nicht für Thomas Teige. Denn: „Meine Bremsen sind aus Karbon. Und Karbon bremst nicht, wenn es nass ist“, erklärte er. Nach 5:46 Stunden erreichte der Triathlet zum zweiten Mal die Wechselzone und es ging auf die abschließende Laufstrecke über die Marathondistanz von 42,195 km.

„Schon nach einem Kilometer hatte ich Seitenstechen und Magenschmerzen. Nach einer Runde wollte ich zu meiner Frau sagen, dass dies mein letzter Triathlon ist. Aber irgendwie beißt man sich dann doch durch“, sagt Thomas Teige. Weit über seiner bisherigen Marathonbestzeit (4:05 Stunden) erreicht er nach 4:50:50 Laufzeit das Ziel. Nach insgesamt 12:06:34 Stunden. Und dort wartet der fünffache OstseeMan-Sieger in Folge, der Rostocker Christian Nitschke, mit einem Getränk auf ihn. Auf den zweitplatzierten in der Altersklasse 55. Ein weiterer Podestplatz nach Rang 3 beim Spreewaldtriathlon.

Der Blick geht nach vorn. „Alles negative ist schnell vergessen, man beginnt schon wieder zu planen“, erklärt Thomas Teige, der zwischen 20 und 30 Wettkämpfe (Lauf- oder Schwimmveranstaltungen sowie Radrennen wie demnächst die Cyclassics in Hamburg) im Jahr absolviert. Was den Triathlon betrifft, bevorzugt er die Mitteldistanz, denn „mit 55 bist du kein Sprinter mehr.“ Und in welcher der drei Disziplinen sieht er sich am Stärksten? „Ich bin überall gleich schlecht“, antwortet Thomas Teige mit einem Schmunzeln. Das reichte aber immerhin zu Platz zwei in Glücksburg. Respekt…


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen