SV Blau-Weiß Lenzen : Vom Torjäger zum Ehrenmitglied

Jubilar Dietrich Wange (2. v. l.) mit dem Vorstand des SV Blau-Weiß: Ingo Stadler, Hans-Joachim Ramin, Gabi Meyer und Thomas Wange (v. l.).
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Jubilar Dietrich Wange (2. v. l.) mit dem Vorstand des SV Blau-Weiß: Ingo Stadler, Hans-Joachim Ramin, Gabi Meyer und Thomas Wange (v. l.).

Vor wenigen Tagen feierte der Lenzener Dietrich Wange seinen 70. Geburtstag im Kreise der Familie und vieler Weggefährten

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23. Januar 2019, 23:44 Uhr

Flanke Eckhardt Wendt – Tor Dietrich Wange. Was einst beim Hamburger SV mit Horst Hrubesch und seinem Partner Manfred Kaltz fast in Perfektion klappte, war in den 1970er Jahren auch die Erfolgsformel bei der damaligen BSG Traktor Lenzen. Kürzlich feierte Dietrich Wange seinen 70. Geburtstag. Die nunmehr 49-jährige Mitgliedschaft im Verein nahm der SV Blau-Weiß Lenzen zum Anlass und ernannte den Jubilar zum fünften Ehrenmitglied.

Der immer noch bei der Altherrenmannschaft des SV Blau-Weiß kickende Wange war in den 1970er Jahren einer der schillerndsten Figuren im Lenzener Fußball. „Das war meine schönste Zeit“, erinnert sich der ehemalige Schlosser in einem Landwirtschaftsbetrieb. „Vor allem die Kämpfe gegen Veritas Wittenberge, TSG Ludwigslust oder Neustadt-Glewe zählten damals zu den absoluten Höhepunkten.“ Zweimal wurde der kopfballstarke Mittelstürmer der BSG Traktor Torschützenkönig der Bezirksliga Schwerin. In guter Erinnerung ist ihm noch das Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Union Berlin (0:2) im Jahr 1979.

Wange begann seine Fußballkarriere als Fünfjähriger zunächst als Torwart bei Traktor Grieben in Sachsen-Anhalt, spielte später für Stahl Tangerhütte. In der Schüler-Bezirksauswahl Magdeburg stürmte er an der Seite von Jürgen Sparwasser oder Jürgen Herrmann, die später beim 1. FC Magdeburg Karriere machen sollte. Während seiner Armeezeit interessierten sich auch die Lenzener Verantwortlichen („Ich hab‘ damals die Netze kaputt geschossen.“ – Anm. Wange) schnell für den Torjäger und holten ihn zu Traktor. In dieser Zeit lernte Dietrich Wange auch seine heutige Frau Brigitte, Tochter der Lenzener Torwart-Legende Alfred Jahnke, kennen. Später kam Sohn Thomas, heute Vereinsvorsitzender des SV Blau-Weiß, dazu.

Durch seine zahlreichen Tore wurde auch der FC Hansa Rostock auf den schussgewaltigen Mittelstürmer aufmerksam. Der DDR-Oberligist lud ihn zum Probetraining ein. Bei der Hansa-Reserve sollte sich Wange zunächst empfehlen. Doch er schlug das Angebot, wie auch die Anfragen von anderen Vereinen, aus. „In Lenzen hatte ich meine Arbeit und die Kumpels“, plaudert Wange aus dem Nähkästchen. Bereut hat er seine Bodenständigkeit nie.

Als 43-Jähriger stand er bei einem Punktspiel in Karstädt letztmalig für die Lenzener Herren auf dem Platz. Später widmete er sich an der Seite von Hans-Joachim Ramin dem Nachwuchs und trainierte zusammen mit Steffen Gottschalk einige Jahre auch die Herrenmannschaft, führte diese nach dem Abstieg in die 1.Kreisklasse zurück in die Kreisliga.

Auch wenn die Knochen mal mehr oder minder zwicken - ans Aufhören denkt Dietrich Wange noch nicht. „So lange wie es geht“, will er noch gegen den Ball treten. Und wenn es nur ab und an beim Training der Lenzener Altherren ist.



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