Fussball : Vom Schichtdienst auf den Rasen

Das Fußballteam des KSV Prignitz vor einem Testspiel. In der neuen Saison wollen die Krankenhaus-Kicker in der 2. Kreisklasse West an den Start gehen.
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Das Fußballteam des KSV Prignitz vor einem Testspiel. In der neuen Saison wollen die Krankenhaus-Kicker in der 2. Kreisklasse West an den Start gehen.

Neugegründeter Krankenhaus-Sportverein Prignitz startet 2016/17 in der 2. Fußball-Kreisklasse

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25. März 2016, 23:50 Uhr

Die Prignitzer Fußballlandschaft hat Zuwachs bekommen. Bereits im Oktober 2015 gründete sich der Krankenhaus-Sportverein (KSV) Prignitz. Die Verantwortlichen erfüllen gerade die letzten der umfangreichen bürokratischen Anforderungen. In der kommenden Saison will der Klub mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der 2. Kreisklasse West teilnehmen.

„Wir haben als Krankenhausteam am Turnier der Wirtschaft teilgenommen. Den Leuten hat es Spaß gemacht. Um einen richtigen Wettbewerbscharkter zu bekommen, haben wir den Verein gegründet“, erzählt der 2. Vorsitzende Manuel Siegmund. Die Lauferei begann – zunächst nicht auf dem grünen Rasen. „Es war einiges zu erledigen. Anmelden bei Kreis- und Landessportbund, beim Fußballkreis und dem Fußball-Landesverband, der Eintrag ins Vereinsregister, der Antrag auf Gemeinnützigkeit beim Finanzamt“, ergänzt der Vereinsvorsitzende Sebastian Sturm.

Der KSV zählt aktuell 28 Mitglieder. Überwiegend im Kreiskrankenhaus in Perleberg angestellt. Das ist keine Bedingung. Aber zweckmäßig. „Wir sind kein Betriebssportverein“, erklärt Sebastian Sturm. „Wir arbeiten im Schichtdienst. Da müssen wir gut planen, um dann später mit 13, 14 Akteuren ein Punktspiel bestreiten zu können. Doch der Vorteil ist, dass unsere Spieler in der Woche hier arbeiten, wir deshalb eine gute Trainingsbeteiligung haben“, fügt er hinzu.

Und wie sieht es bei den KSV-Kickern im Umgang mit dem runden Leder aus? „Wir sind teils fußballerisch vorbelastet, teils nicht. Bei unserem allerersten Test haben einige unserer Leute zum ersten Mal auf einem Großfeld gespielt“, antwortet Manuel Siegmund. Im Kader, die Akteure sind zwischen 17 und 38 Jahre alt, stehen aber auch Spieler, die Erfahrungen im Kreisfußball aufweisen. Der erste Test endete mit einem 5:3-Erfolg beim Lindenberger SV.

Seine sportliche Heimat fand der KSV Prignitz zunächst beim SSV Einheit Perleberg. Trainiert wird dort jeden Montag auf dem Kunstrasenplatz. „Aber wir sind nach allen Seiten offen“, denkt Manuel Siegmund auch daran, dass die Einheit-Plätze bei 18 Teams im Spielbetrieb sehr stark ausgelastet sind und der KSV sich nach Alternativen umschaut.

Finanziell sieht sich der neue Verein gut aufgestellt. „Das Kreiskrankenhaus hat uns bei der Erstausstattung mit Spielkleidung und Bällen sowie Platzmiete sehr gut unterstützt. Dafür sind wir dankbar. Wir gehen davon aus, dass wir in unserer zweiten Saison uns nur durch die Mitgliedsbeiträge selbst finanzieren“, teilt der Vorsitzende mit.

Wer von einer Institution wie ein Krankenhaus unterstützt wird oder es sogar im Namen trägt, der weckt mitunter den Argwohn anderer Vereine. „Wir wurden von drei Vereinen aus der Prignitz angesprochen, ob wir das neue RB Leipzig sind und ob wir jetzt alle guten Spieler aus der Prignitz kaufen“, berichtet Manuel Siegmund mit einem Lächeln. Und es gab die Frage, ob Akteure, die im Krankenhaus arbeiten, aber für eine andere Mannschaft spielen, dann ihren Job verlieren würden.

Darüber können Sebastian Sturm und Manuel Siegmund auch ein wenig schmunzeln. Aber sie behalten ihr Ziel im Auge. Bleiben sachlich. „Mal sehen, wo unser Weg hinführt, wie die erste Saison verläuft. Wir wollen Spaß haben und auch den Zusammenhalt fördern“, sagt der Vorsitzende. Und: „Wir sind für alles nach allen Seiten offen“.

Apropos erste Saison: Eine Sache beschäftigt die KSV-Führungsriege dann doch noch etwas mehr: „Wir brauchen einen Schiedsrichter. Wenn jemand Lust darauf hat zu pfeifen, wir unterstützen ihn finanziell bei der Ausrüstung und bei der Ausbildung zum Referee“, erklärt der zweite Vorsitzende.

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