Kreissportbund Prignitz : Viel angeschoben und durchgeboxt

Hans-Heinrich Schenk (h., 3. v. l.) kämpfte in jeder Position und Situation für den Sport in der Prignitz.
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Hans-Heinrich Schenk (h., 3. v. l.) kämpfte in jeder Position und Situation für den Sport in der Prignitz.

KSB-Geschäftsführerin Birka Eschrich erinnert sich an die Zeit mit Hans-Heinrich Schenk

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08. April 2020, 20:30 Uhr

Der Abschied vollzieht sich wegen der derzeit vorherrschenden Zustände sehr leise. Auch die geplante kleine Feier fällt aus. Hans-Heinrich Schenk, Ehrenvorsitzender des Kreissportbundes (KSB), verlässt die Prignitz und zieht zu seiner Familie nach Boizenburg. Über das Wirken von Schenk kann eine Person sehr viel erzählen: Birka Eschrich. Die aktuelle KSB-Geschäftsführerin kämpfte rund 30 Jahre an der Seite von „Heiner“ – wie er oft genannt wurde – für den Sport im Kreis. Mit ihr sprach „Prignitzer“-Redakteur Oliver Knoll.

Frau Eschrich, was bedeutet dieser Abschied für Sie?
Birka Eschrich: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen wir auf Wiedersehen. Lachend, weil es manches Mal schwierig war, wenn wir zu unterschiedlicher Meinung waren und Heiner dann einfach ohne uns vorgeprescht ist. Weinend, weil er mit seiner positiven Hartnäckigkeit auch viel angeschoben und durchgeboxt hat.

Hans-Heinrich Schenk war einer der Mitbegründer des 1990 ins Leben gerufenen KSB Perleberg und dem späteren KSB Prignitz, deren Vorsitzender er bis 2004 war. Sie lösten ihn dann ab. Erinnerungen?
Gern erinnere ich mich an die ersten Schritte als seine Nachfolgerin an der Spitze des Kreissportbundes Prignitz. Anfangs erschienen mir die Fußstapfen all zu groß, um ihnen folgen zu können. Als sehr angenehm habe ich es andererseits empfunden, dass er mich im ersten Jahr begleitet hat und so manchen Orts den „Türöffner“ für mich gemacht hat.

Wie würden Sie Hans-Heinrich Schenk in seiner Arbeit als Sportfunktionär charakterisieren?
Er ist in all den Jahren zum vertrauten und immer präsenten Teil unseres Sportlebens geworden. Wie oft hat er mit einer seiner vielen zündenden Ideen einen Funken freigesetzt, der die Arbeit beflügelte und Lösungen bescherte. Wie oft hatte er ein offenes Ohr für Ärger, Frust, Sorgen und Probleme. Immer wieder stellte Heiner Bestehendes infrage und engagierte sich für Neues. Ein steiniger Weg – aber auch mit Erfolg belohnt.

Sind ihnen in all den Jahren besondere Momente oder Ereignisse haften geblieben?
Ja, da gibt es schon Einiges. Zum Beispiel die große Unterstützung und Spendenbereitschaft der Bielefelder Sportlerinnen und Sportler nach dem Hochwassern 2002. Ihr herzlicher Empfang als eine Delegation des KSB Prignitz nach Bielefeld fuhr um sich persönlich zu bedanken. Und 2013 spendeten sie wieder für unsere Vereine. Heiners Suche nach einem Nachfolger, ich war nämlich nicht seine Nummer eins (Lachend). Die jährlichen Ehrungen der besten und populärsten Sportlerinnen und Sportler der Prignitz. Die Verabschiedung von Heiner als 1. Vorsitzenden des KSB Prignitz und meine 1. Wahl zur Vorsitzenden. Die Herausgabe des Buches zum Sport in Wittenberge. Und, und, und…

Was würden Sie ihm gern mit auf den Weg geben?
Genieße mit deiner lieben Frau Doris die Nähe zu deinen Lieben und behalte uns in guter Erinnerung. Und wenn ihr euch gut eingelebt habt, lasst mal was von euch hören. Euer neues zu Hause ist ja nicht weit weg, dann würden wir gern mal reinschauen.

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