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Fussball : Veritas gefällt Rolle des Jägers

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fußball-Landesklasseelf von Wittenberge/Breese geht als guter Tabellenzweiter, aber auch mit einigen Sorgen in die Rückrunde

von
erstellt am 14.Feb.2015 | 10:18 Uhr

Mit Platz zwei nach der ersten Halbserie der Fußball-Landesklasse West sind Spieler und Trainer des FSV Veritas Wittenberge/Breese zufrieden. Die Elf liegt nach sieben Siegen, sieben Unentschieden und einer Niederlage mit 29:16 Toren und 28 Punkten in Lauerstellung hinter Spitzenreiter BSC Rathenow (53:22/30). Aber das Bild trügt ein wenig, denn bis zu Platz sechs, zu Lok Brandenburg (35:23/24) beträgt der Abstand auch nur vier Zähler.

Lauerstellung ist das Stichwort. Und es spannt den Bogen zur vergangenen Saison. Veritas lag lange mit großem Vorsprung an der Tabellenspitze, musste dann aber im Aufstiegsrennen Einheit Perleberg den Vortritt lassen. Die Enttäuschung war groß und der ein oder andere Anhänger befürchtete bei der nahezu unveränderten Mannschaft zu Beginn der neuen Saison einen Einbruch.

„Eine verpasste Chance in jungen Jahren. Aber das haben die Jungs gut verarbeitet. Sie haben das gut gemacht und gut in die Saison hineingefunden“, sagt Veritas-Trainer Swen Bober. Die Auswärtssiege zum Auftakt bei Fortuna Babelsberg und bei der SG Bornim, dazwischen das 0:0 zu Hause gegen eine starke Wittstocker Elf. Ein Einbruch oder Fehlstart hätte anders ausgesehen. Nach neun Spielen ohne Niederlage und 19 Punkten folgte mit dem 0:1 im Ernst-Thälmann-Stadion gegen Union Neuruppin die erste und bislang einzige Saisonpleite. Der Trainer hat genau hingesehen und die ersten 15 Partien dieser Spielzeit mit der Mannschaft analysiert, alles verglichen mit der vergangenen Saison.

„Nach den ersten Spielen kam die Phase, in der wir individuelle Fehler begangen haben. So wurde in Meyenburg aus einer 2:0-Führung für uns noch ein 2:2. Das zog sich dann viele Spiele durch“, erklärt Swen Bober. Und fügt hinzu: „Wir haben die Konzentration im Spiel nicht durchgängig hoch gehalten. Dieser Endspurt, mit dem wir in der Saison 13/14 noch ab der 85. Minute Spiele für uns entschieden haben, der war nicht da. Der kam erst wieder in der letzten Hinrundenpartie, als uns gegen Potsdam in der 86. Minute der Siegtreffer gelang.“

Einzelkritik obliegt dem Veritas-Coach nicht so sehr. Aber bei der Frage nach den Gewinnern der Hinrunde lächelt er sofort. „Sebastian Metschulat. Er hat den größten Sprung gemacht, ist Stammspieler geworden und hat auf dem Feld und auch innerhalb der Mannschaft starke Präsenz“, lobt Bober den Mittelfeldspieler, der neben Torwart Martin Marx, Marvin Michitsch und Christoph Nitsche in allen 15 Punktspielen auf dem Rasen stand.

Doch auch Christoph Nitsche hat in den Augen seines Trainers eine gute und zuverlässige Hinrunde gespielt. Begeistert zeigt sich Swen Bober von Routinier Benjamin Kampehl, den er „so stark wie noch nie erlebt“ und vom zuverlässigen Keeper Martin Marx.


Helzel ist Pechvogel der Hinserie


Pechvogel der Hinrunde ist sicherlich Alexander Helzel. Kreuzband- und Meniskusverletzung setzen den Mittelfeldspieler bis über das Ende dieser Saison hinaus außer Gefecht. Für Swen Bober ein großer Verlust: „Alex kann das Spiel so gut lesen. Er weiß genau, wann es von hinten heraus schnell gehen muss oder wann er noch warten muss.“ Und dieser Verlust erfordert in der Rückrunde Umstellungen. Benjamin Kampehl („Er fehlt uns dann vorne.“) rückt ins defensive Mittelfeld. Und da Veritas – wie der Trainer selber sagt – keinen Knipser hat, der 15 bis 20 Tore erzielt, wird es im Angriff schwer. Bislang ist Tobias Bober mit sechs Treffern bester Torschütze.

Ein wenig Sorgen bereitet in der Rückrunde das Duo Gehrke und Gehrke. Linksverteidiger Jonas wird aufgrund seiner Ausbildung einige Spiele fehlen und reißt so ein Loch auf der linken Seite. Auch Namensvetter Martin dürfte wegen seiner Tätigkeit als Nachwuchstrainer beim 1. FC Magdeburg die ein oder andere Partie verpassen. „Da wird es dann schon eng im Kader“, meint Swen Bober. Deshalb auch der Versuch, eine Sondergenehmigung für A-Junior Paul Tiedemann zu bekommen.

Insgesamt gibt der Coach sich optimistisch. Und genießt zusammen mit seiner Mannschaft die Rolle des Jägers. „Wir wollen so lange wie möglich oben mitspielen, uns reizt die Rolle als Verfolger“, lautet das Ziel von Swen Bober und seinen Spielern. Allerdings konnten sie sich nicht so richtig darauf vorbereiten. Da einige Testspiele wegen der Platzverhältnisse ausfielen, ist die morgige Partie beim FSV Havelberg wohl der einzige Probelauf vor dem ersten Rückrundenspiel am kommenden Samstag gegen Fortuna Babelsberg. 

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