FUSSBALL : Vereine studieren Tabellen genau

Perlebergs Stefan Fliege (r.) sowie die Pritzwalker Marcus Niemann und Keeper Marcus Boldt müssen mit ihren Teams in der Landesliga noch um den Klassenerhalt bangen.
Perlebergs Stefan Fliege (r.) sowie die Pritzwalker Marcus Niemann und Keeper Marcus Boldt müssen mit ihren Teams in der Landesliga noch um den Klassenerhalt bangen.

Abstiegsregelung in den Fußballligen sorgt mitunter für Durcheinander / Zittern von Regionalliga bis Landesklasse

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11. Mai 2018, 23:04 Uhr

Fünf Spieltage vor dem Ende der Fußballsaison sind auf Landesebene nur wenige Entscheidungen gefallen. In vielen Ligen geht es heiß her. Wenn Spieler und Funktionäre die Chancen ihres Teams im Kampf um Meisterschaft oder Klassenerhalt ausloten wollen, reicht aber längst nicht der Blick auf die eigene Tabelle aus. Fast alle sind von den Entwicklungen in der Regional- und Oberliga abhängig – wo sich die Situation schier wöchentlich ändert. Das Portal „FuPa.net“ durchleuchtete das Szenario, „Der Prignitzer“ schaute auf die betroffenen Vereine aus dem Kreis.

In der Regionalliga Nordost steht Energie Cottbus als Staffelsieger fest und spielt gegen den Nord-Titelträger um einen Platz in der 3. Liga. Da mit dem Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt zwei Mannschaften aus dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) aus der 3. Liga zurückkehren, müssen vier Mannschaften absteigen – sollte Cottbus in der Aufstiegsrelegation scheitern.

Aus der Oberliga steigen die beiden Staffelsieger direkt auf. Neben den drei festgeschriebenen Absteigern (in der Nordstaffel sind es vier) muss auch der Tabellen-13. runter, sollte Cottbus in der Relegation scheitern. Schafft Energie den Aufstieg in die 3. Liga, treten die Tabellen-13. in der Relegation gegeneinander an.

So langsam nähern wir uns den Prignitzer Teams. Aus der Brandenburgliga steigt der Staffelsieger direkt auf. Aktuell führt Ludwigsfelde die Tabelle mit großem Vorsprung an. Bei zwölf Zählern vor Verfolger Neuruppin reichen ein Sieg und ein Unentschieden und der LFC ist in der kommenden Saison Oberligist.

Am Ende der Tabelle steigen die auf Platz 15 und 16 einkommenden Mannschaften ab. Schaffen zwei oder mehr Teams aus Brandenburg nicht den Klassenerhalt in der Oberliga, erhöht sich die Zahl der Absteiger entsprechend. Steigen vier Mannschaften ab, wird die Brandenburgliga in der Saison 18/19 auf 17 Teams aufgestockt, bei fünf Absteigern sogar auf 18. Nach aktuellem Stand gibt es drei Brandenburger Absteiger aus der Oberliga. Folglich müssten vier Teams in die Landesliga.

Aus der Landesliga steigen die Sieger der Staffeln Nord und Süd auf. Der bessere Tabellenzweite schafft den Sprung nach oben nur, wenn höchstens eine Brandenburger Mannschaft aus der Oberliga absteigt. Den Gang aus der Landesliga in die Landesklasse treten die beiden Schlusslichter sowie der punktschlechtere Tabellen-15. an. Steigen Mannschaften aus Brandenburg aus der Oberliga ab, erhöht sich die Zahl der Absteiger entsprechend. Im schlechtesten Fall erwischt es in beiden Staffeln drei Teams. Nach aktuellem Stand (vier Absteiger aus der Brandenburgliga) würden in beiden Staffeln die auf Platz 14 bis 16 einkommenden Teams absteigen.

Das bedeutet, der SSV Einheit Perleberg und der Pritzwalker FHV 03 müssen in der Nordstaffel noch zittern. Hennigsdorf auf Rang 14 hat derzeit 21 Punkte. Zwei weniger als Pritzwalk (23) auf dem 13. Platz und drei weniger als Einheit (24) auf Rang elf.

Die Perleberger richten ihren Blick schon genau auf die Tabelle. „Da blickt kaum einer so richtig durch. Wir gehen davon aus, dass die letzten drei der Tabelle absteigen. Deshalb müssen wir also auf jeden Fall Viertletzter werden“, erklärte Trainer André Schutta

Aus der Landesklasse qualifizieren sich die Sieger der vier Staffeln auf jeden Fall für die Landesliga. Komplizierter wird es am anderen Tabellenende. Im Normalfall steigen sieben Mannschaften aus der Landesklasse ab (Schlusslichter plus die drei punktschlechtesten 15.). Steigen Brandenburger Mannschaften aus der Oberliga ab, erhöht sich die Zahl der Rückkehrer in den Kreisspielbetrieb entsprechend. Zu beachten ist der Fall Blau-Weiß Energie Prenzlau. „Nach dem Rückzug gilt das Team als sportlicher Absteiger aus der Landesliga. Zur Saison 2018/19 erfolgt aber die Eingliederung in den Fußballkreis“, wird Martin Hagemeister, Mitglied im Spielausschuss des Landesverbandes, bei „FuPa.net“ zitiert. Prenzlau zähle damit als Absteiger aus der Landesklasse.

Nach aktuellem Stand steigen aus allen vier Staffeln jeweils zwei Mannschaften ab. Von den Tabellen-14. retten sich nur die drei Punktbesten. Der Vergleich: Oranienburg II (Nordstaffel) holte 21 Punkte aus 24 Spielen, Treuenbriezen (West) 21 aus 23, Wünsdorf (Ost) 25 aus 25 und Altdöbern (Süd) 26 aus 24.

Demnach sind in der Landesklasse West die Prignitzer Vertreter SV Rot-Weiß Gülitz (11. Platz/26 Punkte) und Meyenburger SV Wacker (12./24) noch längst nicht aus dem Schneider. Aus dem Gülitzer Lager heißt es: „Für uns ist das aktuell kein Thema. Wir müssen noch mindestens zwei Siege holen. Anschließend werden wir schauen, wo wir stehen beziehungsweise welche Abstiegsregelung angewendet wird. Zudem muss abgewartet werden, ob überhaupt alle sportlich qualifizierten Mannschaften weiterhin in ihrer jeweiligen Spielklasse antreten wollen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass das wöchentliche Spekulieren nicht viel bringt.“

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