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Sport in der Prignitz

19. November 2017 | 21:01 Uhr

Verantwortung übernehmen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Projekt „COACH werden - Jugendlichen qualifizieren“ bei Trainerausbildung für junge Mädchen in Wittenberge vorgestellt

Weibliche Jugendliche in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichem Handeln und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern sowie sie nachhaltig für ehrenamtliche Arbeit zu motivieren. Dies sind wichtige Elemente der sozialen und gesellschaftlichen Integration, die im Rahmen des Projektes „COACH werden - Jugendlichen qualifizieren“ verfolgt werden und während einer zweitägigen Trainerausbildung für weibliche Jugendliche in Wittenberge im Vordergrund standen.

Das Projekt wird bundesweit in zwölf Standorten durch das Institut Integration durch Sport und Bildung umgesetzt. Der Projektauftrag kommt dabei von oberster Stelle: Staatsministerin Frau Aydan Özouz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

„Die Mädchen sind sicherlich noch keine Profi-Trainerinnen“, sagt Hannes Teetz, Mitarbeiter und Ausbilder vom Institut Integration durch Sport und Bildung. „Vielmehr geht es darum, erste Erfahrungen als Übungsleiterin zu sammeln. Die Stärke der Ausbildung liegt im engen Praxisbezug.“

Die Ausbildung wurde in der Jahnschule Wittenberge durchgeführt. Dafür wurden die Jugendlichen von ihren sonstigen Unterrichtsverpflichtungen freigestellt. Neben pädagogischen Grundkenntnissen einer Übungsleiterin standen die Vermittlung von fußballspezifischen Übungen, Aufsichts- und Rechtsfragen, die Konzipierung von Übungsstunden, das Lehren von unterschiedlichen Spielformen und die Organisation von Turnieren im Mittelpunkt der Ausbildung.

Am zweiten Ausbildungstag übernahmen die Jugendlichen eigenverantwortlich den Regelunterricht der Grundschule. Das Feedback der Kinder fiel überwältigend aus: Noch nie haben acht „Lehrer“ gleichzeitig den Unterricht durchgeführt. Die COACHES wurden mit Fragen gelöchert, wann sie denn wieder kommen würden.

Nachhaltig wird das Projekt dadurch, dass die Jugendlichen sich im Anschluss an die Ausbildung in mehreren Bereichen ehrenamtlich engagieren können. In Wittenberge, Perleberg und Bad Wilsnack spielen viele Mädchen der Grundschulen einmal wöchentlich in einer Mädchenfußball-AG. In Wittenberge wird diese AG beispielsweise durch Bianca Göttling vom ESV Wittenberge durchgeführt. Sie weiß die neue Trainergeneration und zukünftige Unterstützung zu schätzen: „Trainernachwuchs können wir immer gebrauchen und die Jugendlichen haben einen tollen Zugang zu den Kindern.“ Die Jugendlichen können jederzeit in der AG assistieren und helfen. Weiterhin findet einmal pro Schuljahr ein Turnier zwischen den Schulen statt. Auch dabei können unterschiedliche Aufgaben wie Turnierleitung und Schiedsrichter durch die Jugendlichen übernommen werden.

„Insgesamt ziehe ich ein sehr positives Fazit dieser Ausbildung“, sagt Hannes Teetz. „Viele der neuen COACHES haben zum ersten Mal eine Gruppe von Kindern angeleitet. Diese Übernahme von Verantwortung ist eine tolle Erfahrung und ein wichtiger Schritt zur Persönlichkeitsentwicklung.“ Man kann also gespannt auf die Zukunft des Frauen- und Mädchenfußballs in der Region Wittenberge schauen.

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