Handball : Unglaubliche Aufholjagd des PHC

Martin Giske (am Ball) war mit neun Toren treffsicherster PHC-Akteur.
Martin Giske (am Ball) war mit neun Toren treffsicherster PHC-Akteur.

Wittenberger Handballer gewinnen Brandenburgliga-Heimspiel gegen die HSG Schlaubetal nach 12:21-Rückstand noch mit 30:28

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17. Februar 2014, 06:20 Uhr

Mit einer schier unglaublichen Aufholjagd haben die Handball von vom PHC Wittenberge am Sonnabend in der Brandenburgliga ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch für sich entschieden. Vor den begeistert mitgehenden Zuschauern in der vollbesetzten OSZ-Halle wandelten die Elbestädter gegen die HSG Schlaubetal einen 11:18-Rückstand zur Halbzeit nach 60 Minuten noch in einen 30:28-Sieg um. Damit verteidigte der Aufsteiger mit nunmehr 17:13 Punkten Platz sechs in der Tabelle und vergrößerte gleichzeitig den Puffer auf die Abstiegszone. Martin Giske war mit neun Toren treffsicherster Schütze auf Seiten des PHC. Bei den Gästen traf Mateusz Krzyzanowski ebenfalls neun Mal. „So einen klaren Rückstand in der Brandenburgliga noch aufzuholen hätte ich nie für möglich gehalten“, meinte PHC-Betreuer Gunnar Beuthling, der den gesperrten Detlef Bebber auf der Bank vertrat, leicht fassungslos. „Doch die Jungs haben nach der Pause ihr wahres Können gezeigt und sich am Ende dafür selbst belohnt. Wahnsinn!“

Es war ein denkwürdiges Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten, an dass sich alle Beteiligten wohl noch lange erinnern werden. Denn anders als erwartet, kamen die ohne ihren Toptorschützen Florian Maske sowie Patrick Knust (beide Urlaub) auflaufenden Wittenberger vor der Pause überhaupt nicht in Tritt und mussten ständig einem Rückstand hinterher hecheln.

Zudem leisteten sich die Gastgeber viele Undiszipliniertheiten, haderten zu oft mit den konsequent ihre etwas kleinliche Linie durchziehenden Schiedsrichter Michael Siebach und Martin Bilski (HC Hennickendorf). Die Unparteiischen sprachen insgesamt zehn Zwei-Minuten-Strafen je Team aus. Und als erst Bastian Prieß und kurz vor der Pause auch Tobias Jüchert jeweils die Rote Karte nach ihrer dritten Herausstellung kassierten, gab kaum noch einer in der Halle einen Pfifferling auf die Wittenberger. Zudem diese nach dem Seitenwechsel in dreifacher Unterzahl begannen. Trotzdem fand Martin Giske die Lücke und verkürzte auf 12:18. Doch dann nutzten die Müllroser die numerische Überlegenheit clever aus und zogen auf 12:21 davon. Neun Tore Rückstand, war`s das schon? Mitnichten. Denn nun agierten die in der Pause von Gunnar Beuthling an der Ehre gepackten Gastgeber weitaus aggressiver in der Abwehr, kämpften sich regelrecht ins Spiel zurück und holten Tor um Tor auf. Als Martin Hückel in der 45. Minute mit einem seiner am Ende fünf Treffer auf 23:24 verkürzte, glich die Halle einem Tollhaus. Der Funke war längst vom Parkett auf die Tribüne übergesprungen. Hier musste man sich schon Sorgen um Coach Bebber machen, der emotional wie immer mitging und dem Herzinfarkt sehr nahe war.

Doch die HSG um ihren in dieser Phase stark haltenden polnischen Torwart Lukasz Wasilek baute ihre Führung wieder auf vier Tore aus (24:28) aus. Auszeit PHC (52.). Und die trug Früchte. Marc Steffen Köring, Martin Hückel und Mathias Richter brachten die Gastgeber danach auf 27:28 heran. Kurz darauf entschärfte PHC-Keeper Stephan Neutmann ein Geschoss des frei vor ihm auftauchenden Mateusz Krzyzanowski. Diese Szene puschte die nun über sich hinauswachsenden Gastgeber noch einmal. Martin Hückel brachte den PHC mit zwei Treffer erstmals in Front 29:28. Und als sich die Gäste in den Schlusssekunden einen technischen Fehler leisteten, schloss Christian Walenciak den letzten Angriff mit dem 30:28 ab. Danach folgten Jubelszenen, wie sie sich letztmalig wohl bei der denkwürdigen Aufstiegsparty abspielten.

Und wie war das denn nun mit der Halbzeitansprache? Gunnar Beuthling: „Die erste Halbzeit war peinlich und erbärmlich, ohne Disziplin. Das habe ich der Mannschaft auch so gesagt. Die Jungs sollten zeigen, was sie wirklich könnten. Und das haben sie dann auch bravourös gemacht.“


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