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„Turbine muss den Titel ansteuern“

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Zweiter Teil des Interviews mit Siegfried Kirschen, dem Präsidenten des Fußball Landesverbandes Brandenburg

von
erstellt am 21.Jan.2017 | 05:05 Uhr

Zu Beginn des neuen Jahres äußert sich Siegfried Kirschen, Präsident des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB), zu Fußballthemen im Bund und im Land. Mit ihm sprach FLB-Mitarbeiterin Silke Wentingmann-Kovarik. Wir veröffentlichen heute Teil zwei des umfangreichen Interviews in Auszügen.

Sind Sie zufrieden mit dem Verlauf der Spiele im Landesverband?
Siegfried Kirschen: Ja, das kann ich. Seitdem wir die neuen Kreisstrukturen haben, hat sich der Spielbetrieb stabilisiert und mein Eindruck ist, dass unsere Spieler und Zuschauer vor allem die Spielklassen in den neuen Fußballkreisen mit großem Interesse annehmen. Die Zuschauerzahlen beweisen das. Sehr zufrieden bin ich auch mit dem Verlauf des AOK-Landespokals Brandenburg, der nicht zuletzt durch den neuen Verteilerschlüssel der für die erste DFB-Hauptrunde zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel noch attraktiver geworden ist.

Nicht zufrieden bin ich, dass es in der 1. Halbserie 2016/17 bei 42 Spielen Vorkommnisse mit Spielern, Betreuern oder Besuchern zu verzeichnen gab. Wenn dies auch bei der Summe von insgesamt knapp 19 000 Spielen wenig erscheint, so ist doch jeder einzelne Vorfall einer zu viel. Wir müssen deshalb wachsam bleiben, gemeinsam mit den Vereinen und der Polizei alles tun, um zu gewährleisten, dass geplante Störungen schon im Vorfeld erkannt werden und Einfluss genommen werden kann. Denn nur wenn wir einen sauberen Fußball anbieten, sind wir attraktiv für Zuschauer, Partner und Sponsoren. Auf der anderen Seite erhoffe ich mir noch mehr gegenseitigen Respekt bei Spielern und Offiziellen.
Um dies zu fördern, ist der Landesverband seit Jahren auch zunehmend in verschiedenen gesellschaftlichen Projekten engagiert. Ein Engagement, welches sicher nicht aufhören wird?
Keinesfalls. Mit der Landesregierung, dem LSB, dem DFB und der AOK Nordost haben wir starke Partner an unserer Seite, die uns gerade in Fragen der Integrations- und Inklusionsarbeit sowie der Mediation und Vereinsberatung unterstützen. Im vergangenen Jahr haben wir mit der Verleihung des Integrations- und Vielfaltpreises sowie der Durchführung des AOK-Fußballtags für Vielfalt und Toleranz unter Schirmherrschaft unseres Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke eine große öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Ich freue mich auch, dass wir mittlerweile bereits mehr als 70 Vereinen aus unserem Landesverband einen Scheck im Rahmen der Initiative „1:0 für ein Willkommen“ der DFB-Stiftung Egidius Braun überreichen konnten, um sie für ihre aktive Arbeit mit Flüchtlingen zu unterstützen. Dass der DFB dieses Projekt unter dem Titel „2:0 für ein Willkommen“ fortsetzt und ausbaut, zeigt, wie wichtig dieses Engagement unserer Vereine für den Fußball und unsere Gesellschaft insgesamt ist.

Eine wichtige Funktion in der weiteren Entwicklung des Leistungsfußballs kommt sicher dem neuen Cheftrainer des Verbandes zu. Welches Anforderungsprofil verbinden sie mit ihm?
Wir haben die Position des Cheftrainers zum Ende des vergangenen Jahres ausgeschrieben und das Stellenprofil eindeutig definiert. Neben den fachlichen Anforderungen, der erforderlichen Lizenz und entsprechenden Erfahrungen im Leistungssport wünsche ich mir vor allem Bewerber mit hohen Führungsqualitäten. Denn in dieser Funktion gilt es in besonderem Maße, zielorientiert zu arbeiten, gleichzeitig aber unterschiedliche Charaktere im gemeinsamen Interesse aller zusammenzuführen. Ich bin gespannt auf die Bewerbungen und sicher, dass wir im Präsidium eine Entscheidung treffen werden, die die weitere Entwicklung fördern wird.
… eine Entwicklung ähnlich jener beim Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam 71…?
Es würde mich freuen, wenn es so wäre, auch wenn es im männlichen Fußball vielleicht etwas komplizierter ist. Und natürlich erfüllt es mich mit großer Freude zu sehen, wie sich die Frauen des 1. FFC Turbine Potsdam 71 in der laufenden Saison in der Bundesliga schlagen. Mit dem neuen Trainer Matthias Rudolph haben sie andere Impulse erhalten, die taktische Ausrichtung und der Teamgeist innerhalb der Mannschaft stimmen. Ich wünsche mir, dass dieser Trend anhält und bei fünf Punkten Vorsprung auf den aktuellen Zweiten darf man ja nicht nur von der Deutschen Meisterschaft träumen, sondern muss sie ansteuern. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass das gelingt. Und dann ist das auch für den tollen Nachwuchs in Potsdam wieder die beste Perspektive, die der Frauenfußball in Deutschland bieten kann.

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