Handball : Trotz Debakel Ligaerhalt gesichert

Chris Rosentreter (l.) war einer der wenigen PHC-Spieler, die sich mit Leidenschaft und Einsatz gegen die deutliche Heimniederlage gegen Ahrensdorf/Schenkenhorst wehrten. Im Hintergrund beobachtet Trainer Marcin Feliks die Aktion.
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Chris Rosentreter (l.) war einer der wenigen PHC-Spieler, die sich mit Leidenschaft und Einsatz gegen die deutliche Heimniederlage gegen Ahrensdorf/Schenkenhorst wehrten. Im Hintergrund beobachtet Trainer Marcin Feliks die Aktion.

PHC Wittenberge enttäuscht beim 19:30 gegen Ahrensdorf/Schenkenhorst auf ganzer Linie

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01. Mai 2017, 19:25 Uhr

Für den PHC Wittenberge gab es am 21. Spieltag der Handball-Brandenburgliga nur eine positive – aber sehr wichtige – Nachricht: Der Klassenerhalt ist geschafft. Das lag aber nicht am sehr enttäuschenden Auftritt der Wittenberger bei der 19:30 (9:16)-Heimniederlage gegen die HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst, sondern an der Tatsache, dass Mitkonkurrent Oranienburger HC II nach dem 31:33 gegen den HSV Wildau 1950 den PHC (ist im direkten Vergleich besser) am letzten Spieltag nicht mehr überholen kann. Die Prignitzer sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Was die Gastgeber in diesem „Abstiegsendspiel“ gegen die vor der Partie ebenfalls noch vom Abstieg bedrohte HSG boten, verschlug vielen der Fans in der OSZ-Halle die Sprache. Der Wille war sicher vorhanden, aber der PHC zeigte ihn auf dem Parkett nicht. Keine Spannung, keine Körpersprache. Anders die Gäste, die sich pausenlos untereinander motivierten und von der Bank lautstarke Anfeuerung erhielten.

Das zeigte Wirkung. Auch bei den Wittenbergern. Die kamen im Angriff gar nicht in Schwung und ließen sich mehrfach von den Ahrensdorfern ganz einfach den Ball klauen. Kurz darauf schlug es dann meist im PHC-Gehäuse ein. Schon nach acht Minuten nahm Trainer Marcin Feliks beim Stand von 1:5 eine Auszeit. Es schien kurzzeitig besser zu werden. Aus einem 2:8 machten die Prignitzer ein 4:8. Aber beim 5:13 (22.) drohte ein Debakel. Zumindest wuchs der Rückstand dank Chris Rosentreter und Irek Kaczmarczyk, die sieben der neun PHC-Treffer in der ersten Hälfte erzielten, bis zur Pause nicht weiter an.

In der Halbzeit herrschte Rätselraten über die Leistung der Gastgeber. Waren es die Nerven? „Mit den Nerven hat das nichts zu tun. Der Wille war bei Ahrensdorf/Schenkenhorst größer. Und die Mannschaft hat sich zwei Wochen lang intensiv auf dieses Spiel vorbereitet. Statt zweimal dann dreimal in der Woche trainiert. Das hat mir Trainer Steffen Schieke erzählt“, sagte PHC-Coach Marcin Feliks.

Der dann auch eine mehr als enttäuschende Vorstellung seines Teams in der zweiten Halbzeit miterleben musste. Auch die kurze Deckung gegen den Spielmacher der Gäste brachte nichts. Nach 38 Minuten betrug der Rückstand elf Tore (11:22). Von Aufbäumen keine Spur. „Bei meiner Mannschaft habe ich Spaß, Leidenschaft und Kampfgeist vermisst. Es ist mir aber auch nicht gelungen, allen das zu vermitteln. Ich habe nur vier Spieler gesehen, die sich gegen die Niederlage gewehrt haben“, erklärte Feliks.

Die Wittenberger resignierten, auch wenn sie noch einmal ein klein wenig herankamen (14:22), In der Schlussphase erwischte es den PHC dann knüppeldick. Zunächst war die Partie für Irek Kaczmarczyk nach der dritten Zeitstrafe beendet. Als nächstes sah Karl Giske nach einer Unbeherrschtheit die Rote Karte. Und dann musste auch noch Martin Hückel nach einem Foul eines gegnerischen Spielers vom Parkett. „Bei ihm ist eine alte Vereltzung wieder aufgebrochen. Er hat einen Muskelfaseriss“, berichtete Marcin Feliks.

Der Trainer und seine Bankspieler mussten dann mit ansehen, wie Ahrensdorf/Schenkenhorst – vom mitgereisten Anhang gefeiert – die letzten Minuten souverän herunterspielte und den Klassenerhalt feierte. Beim PHC tat das keiner so richtig.


Fans stellen Unterstützung ein


Enttäuscht von Einstellung und Leistung einiger Akteure stellte der PHC-Fanclub schon während der zweiten Halbzeit seine akustische Unterstützung ein. Nach dem Spiel gab es Diskussionen zwischen Anhängern und Spielern. Das passte irgendwie zu dem aus Wittenberger Sicht total verkorksten Nachmittag.

Am kommenden Samstag bestreitet der PHC in Bad Freienwalde seine letztes Punktspiel in dieser Saison. Danach gibt es einiges aufzuarbeiten. Und – falls noch nicht begonnen – schnellstens die Planungen für die bevorstehende Spielzeit voranzutreiben.

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