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90 Jahre SV Rot-Weiß Gülitz : Tore satt zum Gülitzer Jubiläum

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Beim Fest anlässlich des 90-jährigen Bestehens des SV Rot-Weiß bekamen die Zuschauer 23 Treffer in zwei Spielen zu sehen

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erstellt am 04.Aug.2014 | 06:46 Uhr

Mit zwei Freundschaftsspielen feierten die Kicker vom SV Rot-Weiß Gülitz am Samstag ihr 90-jähriges Vereinsbestehen. Allerdings verteilten die Gästeteams in sportlicher Hinsicht keine Geschenke an den Jubilar. Denn während die Auswahl noch aktiver und ehemaliger Spieler der Rot-Weißen der Traditionsmannschaft vom Hamburger Sportverein mit 2:13 (0:5) unterlag, zog auch das Gülitzer Landesklasse-Aufstiegsteam gegen die Herren vom SSV Einheit Perleberg mit 2:6 (1:4) den Kürzeren.

Ganz mit leeren Händen standen die Gülitzer aber am Ende doch nicht da. Thomas Breitlauch, Bürgermeister von Gülitz-Reetz, überreichte einen Scheck über 500 Euro an die Vorstandsmitglieder des Vereins, Uwe Ebert und Tony Hoppe. „Als Anerkennung für die Leistung des Vereins und zum Jubiläum“, begründete Breitlauch die Finanzspritze. Zusätzlich gab es noch 100 Euro von der Sparkasse Prignitz.

Gern hätten die Gülitzer ihr Jubiläum noch um einen weiteren Höhepunkt bereichert. „Schade, dass unsere Bewerbung zur Ausrichtung des Kreispokalendspiels vom damaligen Vorstand des Fußballkreises nicht für gut geheißen wurde“, konnte sich Wolfgang Niemeyer, stellvertretender Vereinschef der Rot-Weißen, einen kleinen Seitenhieb auf die Offiziellen nicht verkneifen.

Das Spiel der HSV-Allstars um Peter „Eiche“ Nogly, Keeper Uwe Hain, Ex-HSV-Trainer Michael Oenning oder den früheren Schweriner Dynamo-Stürmer Jens „Fiete“ Bochert gegen die Gülitzer Oldies um Kapitän Erhard Fügner, den Bock-Brüdern Marcel und Mario, Keeper Volker Behrend oder den Teskes Uwe und Marcel war eine klare Sache. Bis zur Pause führten die Hamburger durch Tore von Kai Dittmer, Matthias Reinecke (2), Tobias Homp und Bochert mit 5:0. Nach der Pause gelang Oliver Vietzke nach Vorarbeit von Marcel Bock der umjubelte Anschlusstreffer. Danach spielten die HSVer ihre Routine und spielerische Klasse aus und bauten ihren Vorsprung durch Treffer von Andreas Hammer (2), Jan Hildebrandt (2), Reincke, Homp, Dittmer sowie einem Eigentor des Gülitzer Trainers Ricardo Leu weiter aus. Den Schlusspunkt unter der von Schiedsrichter Ulf Mittmann ohne Probleme geleiteten Partie setzte Bernd Krüger mit einem verwandelten Strafstoß zum 2:13.

„Keiner hat sich verletzt und es hat Spaß gemacht“ , meinte Wolfgang Niemeyer,. „Es war ein super Vorspiel. Das Ergebnis ist eher zweitrangig.“


HSV hat ein Nachwuchsproblem


Dass die Partie überhaupt zu Stande kam, ist auch ein Verdienst von Klaus Neisner, Manager der HSV-Oldies und Mitglied der Meistermannschaft von 1960 und DFB-Pokalsieger 1963. In den 60er-Jahren trafen sich Neisner („Ich habe sechs Jahre mit Uwe Seeler zusammen gespielt.“) und andere Mitspieler im Hamburger Stadtpark zum Kicken. Damals entstand die Idee einer Traditionself, die im Jahr „so 15 bis 20 Spiele bestreitet“, wie der mittlerweile 78-Jährige, erklärt. Aus dem organisatorischen Bereich hat sich Neisner etwas zurückgezogen. Die Aufgaben hat Thomas Bliemeister, Mitglied der Meistermannschaft von 1979, übernommen. Dass bis auf einige Ausnahmen nur den Insidern bekannte Namen am Samstag im HSV-Trikot aufliefen, erklärt Klaus Neisner so: „Wir haben ein Nachwuchsproblem.“ Die Jahre, wo Spieler ihrem Verein über Jahre die Treue halten, sei vorbei. Auch beim HSV. „Und dann muss man immer sehen, wer gerade Zeit hat.“


Einheit besiegt den Kreismeister


Dass von den Gastgebern als inoffizieller Prignitzer Supercup („Den spielen andere Fußballkreise doch aus auch.“ - Anm. Wolfgang Niemeyer) titulierte Spiel zwischen den Herren von Kreismeister Gülitz und Pokalsieger Perleberg war eine klare Sache für die Gäste. Schon nach zehn Minuten lies sich Martin Behrend nach einem Patzer der Gülitzer Hintermannschaft nicht zweimal bitten und versenkte das Leder zur Führung für die Gäste. In der 20. Minute war Sebastian Holtz per Kopf zur Stelle, 0:2. Nur fünf Minuten später hatte Björn Bauersfeld seinen großen Auftritt. Nach einer Holtz-Flanke versenkte der Einheit-Torjäger den Ball per spektakulärem Seitfallzieher im von Neuzugang Roland Kelm gehüteten Gülitzer Tor.

Nach gut einer halben Stunde offenbarten die Gastgeber dann erneut ihre Schwächen bei Standards. Nach einem von Patrick Mostaller flach in den Torraum geschlagenen Ball stand Sebastian Holtz goldrichtig und netzte zum 0:4 ein. Bei einer der wenigen Möglichkeiten der Heimelf traf Patrick Gruel zunächst den Pfosten. Den Abpraller schob Thomas Schlinke zum 1:4-Halbzeitstand über die Linie (38.).

Nach der Pause und auf Grund einiger Umstellungen verflachte die Partie. Stefan Fliege traf mit einem satten Linksschuss in obere Eck zum 1:5 (57.). Auch Gruels Hinterhaltsschuss aus 20 Metern zum 2:5 (64.) war durchaus sehenswert. Den Schlusspunkt unter die Partie setzte Christian Becken mit dem Tor zum 2:6 (90.). Trotz des klaren Sieges war Einheit Coach Frank Plokarz alles andere als zufrieden. „Das war eine enttäuschende Leistung von uns, besonders in der zweiten Halbzeit. Die Jungs sollten einfache Pässe spielen, statt zu zaubern. Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Ricardo Leu, Trainer der Rot-Weißen, meinte: „Wir haben erst mit der Vorbereitung begonnen. Man hat gesehen, dass die Fitness noch fehlt. Vom Spiel her war das in Ordnung.“

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