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Sport in der Prignitz

15. Dezember 2017 | 14:49 Uhr

Tony kann wieder lachen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

OP geglückt - Kaum Gefahr für die WM in neun Wochen, verkündete Teamarzt Riepenhof am frühen Morgen

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 18:22 Uhr

Am Tag nach seinem Malheur konnte Tony Martin schon wieder lachen. „Habe immer noch Spaß an der Tour“, twitterte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister vom Krankenbett aus und schickte ein Foto, auf dem er mit bandagiertem Arm zu sehen ist. Im Hintergrund lief – natürlich – die Live-Übertragung von der Tour de France. Am Ende durfte er sich über den Etappensieg seines britischen Teamkollegen Mark Cavendish vor dem Rostocker André Greipel freuen.

24 Stunden zuvor hatte Martin noch selbst für ein großes Drama gesorgt, als er auf der Etappe nach Le Havre auf dem harten Asphalt landete und sich das Schlüsselbein brach. Dann ging alles ganz schnell: Mit dem gemieteten Privatjet ab nach Hamburg, Operation um 6 Uhr, „zerbröseltes Schlüsselbein“ geflickt und die WM in neun Wochen in Richmond schon wieder im Blick.

Nach dem Tag der großen Emotionen stand in der Martin-Tragödie wieder professionelle Nüchternheit im Mittelpunkt. Arzt Helge Riepenhof erklärte gestern die OP für geglückt. „Wenn er keine Infektion bekommt, kann er in rund sechs Wochen wieder Rennen fahren“, sagte Riepenhof.

Derweil rollt die Tour auch ohne den Träger des Gelben Trikots weiter, aus Respekt vor Martin verzichtete Chris Froome gestern auf das Maillot Jaune. Elf Stunden zuvor hatte sich Martin nach dem vermutlich selbst verursachten Sturz knapp 1000 Meter vor der Ziellinie in Le Havre mit rund 30 Journalisten in einen engen, stickigen Raum des Hotels „Lion d'Or“ in Pont-L'Eveque gequetscht. „Es ist supertraurig, das Rennen so zu beenden“, sagte ein kreidebleicher Tony Martin, dessen lädiertes linkes Schlüsselbein dick bandagiert war. Kurz nach der Abrechnung der so ereignisreichen ersten sechs Tour-Tage („Alles in allem ziehe ich ein positives Resümee.“) wurde er zum Flughafen gefahren.

In der Hansestadt wartete schon ein medizinisches Empfangskommando und brachte den Sportler ins Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus. Der Spezialist Philipp Inden operierte rund zwei Stunden. „Das Schlüsselbein war ganz schön zerbröselt. Eine spezielle Titanplatte, die nach etwa sechs Wochen wieder entfernt wird, fixiert den Bruch. Um eine Infektion zu verhindern, bekommt Tony jetzt Antibiotika“, erklärte Riepenhof. „Normal sind fünf Prozent Infektionsgefahr. Durch die Belastungen der Tour könnte Tonys Immunsystem aber angegriffen sein, sodass die Rate in seinem Fall etwas höher liegen könnte“, meinte der Teamarzt.

Als der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister am Donnerstagabend der Tour „Au Revoir“ sagte, verkündete er trocken: „Mein nächstes Ziel ist die WM“.

 
 

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