Jugendförderverein in der Prignitz : Talente gemeinsam fördern

Das vorhandene Potenzial bündeln und Talenten später auf Landesebene eine weitere Entwicklungschance außerhalb des Heimatvereins zu geben ist das Ziel des Jugendfördervereins.
Das vorhandene Potenzial bündeln und Talenten später auf Landesebene eine weitere Entwicklungschance außerhalb des Heimatvereins zu geben ist das Ziel des Jugendfördervereins.

Stefan Prüfer und Frank Dannehl sprachen mit Vereinsvertretern über die Gründung eines Jugendfördervereins in der Prignitz

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14. März 2015, 10:00 Uhr

Wie kann man vorhandene Kräfte besser bündeln, damit der Fußball in der Prignitz in absehbarer Zeit auf Landesebene nicht in der Versenkung verschwindet? Kann etwa ein Jugendförderverein (JFV) künftig die fußballerische Ausbildung von Talenten im Landkreis intensivieren? Und welche Bedingungen wären dafür zu erfüllen? Fragen, über die zwei Fußballtrainer auf einer von ihnen einberufenen Informationsveranstaltung zusammen mit Vereinsvertretern in Perleberg diskutierten.

Angeregt durch Debatten in den sozialen Netzwerken wollten Stefan Prüfer, Trainer der in der Brandenburgliga spielenden C-Junioren des Pritzwalker FHV 03, und DFB-Stützpunkttrainer Frank Dannehl dabei ausloten, ob überhaupt Interesse am Modell eines Jugendfördervereins bei den Sportvereinen im Fußballkreis Prignitz besteht. „Wir wollen niemanden etwas wegnehmen. Es geht einfach darum, talentierte Spieler, die leistungsbezogen trainieren wollen, weiter zu entwickeln“, sagte Dannehl und wies darauf hin, dass die Förderung der Fußball-Talente am DFB-Stützpunkt in Perleberg nur bis zum Alter von zwölf Jahren läuft und erstmal bis zum Jahr 2017 abgesichert ist. „Ab den C-Junioren sind die Vereine auf sich gestellt“, erklärte Dannehl.

Und da könnte ein Jugendförderverein die Lösung sein, damit der beste Nachwuchs des Landkreises dauerhaft und auf höchstem Niveau in den höheren Ligen Brandenburgs spielen kann. Angedacht sei dies für Teams von den C- bis zu den A-Junioren, die dann frühestens ab der Saison 2016/17 eine einheitliche Spielphilosophie umsetzen sollen. Das ginge aber alles nur, „wenn möglichst viele Vereine eng zusammenarbeiten“, ist sich Stefan Prüfer sicher.

Als Beispiel nannte er seine erfolgreichen C-Junioren, die nicht nur aus Pritzwalk, sondern auch aus Weisen oder Blumenthal kommen. „Wir Pritzwalker würden unser Spielrecht in der Brandenburgliga sofort an einen Förderverein abtreten. Davon könnten dann alle Vereine profitieren.“ Die Sorge, dass Talente des künftigen JFV sich dann dauerhaft von ihrem Verein lösen, sei unbegründet. Denn mit einem Zweitspielrecht könnten die Spieler beliebig für ihren Heimat- und den Förderverein auflaufen. „Wechselfristen gibt es dabei nicht“, erklärte Prüfer.

An welchen Orten und mit welchen Übungsleitern ein zukünftiger Förderverein einmal trainieren wird, müsse natürlich noch geklärt werden. Auch, wie für die Talente aus den kleineren Vereinen das Fahrproblem zu lösen sei. „Das ist dann der zweite Schritt, den es zu klären gibt. Zunächst muss das Interesse der Vereine vorliegen“, meinte Stefan Prüfer.


Sponsoren aus Region ins Boot holen


Finanziert werden könnte der künftige Förderverein nach Ansicht von Dannehl und Prüfer auch von den rund 200 Unternehmen der beiden regionalen Wachstumskerne. Die hätten schließlich großes Interesse daran, der Jugend der Region eine Perspektive zu bieten.

„Ich möchte nicht, dass die Heimatvereine der Spieler finanziell belastet werden. Das muss überregional geregelt werden“, erklärte Frank Dannehl. In den Prignitzer Sportvereinen soll nun über die Vor- und Nachteile eines Fördervereins in den nächsten Wochen intern diskutiert werden. „Geht in eure Vereinen, sprecht mit den Trainer und Eltern.“ Nach Ende der laufenden Saison wollen die beiden Initiatoren des Erfahrungsaustausches erneut alle Vereine an einen Tisch bitten. 

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