Fußball : Sympathisches Duo sagt Tschüss

Das Trainerduo André Schutta (r.) und Stefan Prüfer vom SSV Einheit Perleberg absolviert heute seinen vorerst letzten Auftritt an der Seitenlinie.
Das Trainerduo André Schutta (r.) und Stefan Prüfer vom SSV Einheit Perleberg absolviert heute seinen vorerst letzten Auftritt an der Seitenlinie.

Einheit-Trainer gehen: Stefan Prüfer wird Geschäftsführer Fußball beim MSV Neuruppin, André Schutta lässt es ruhiger angehen

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21. Juni 2019, 23:06 Uhr

Ein letztes Mal nehmen sie heute ihre Plätze auf den Stühlen vor der Auswechselbank ein. Oder – bei einem engen Spielverlauf – stehen sie davor. Stefan Prüfer und André Schutta legen nach dem heutigen letzten Saisonheimspiel von Einheit Perleberg in der Fußball-Landesliga Nord ihr Traineramt bei den Rolandstädtern vorerst nieder (wie gestern kurz gemeldet).

Stefan Prüfer wird Abteilungsleiter Fußball beim Brandenburgligisten MSV 1919 Neuruppin, steht künftig an der Spitze einer achtköpfigen Führungscrew. Die stellt sich den Herausforderungen. Immerhin umfasst das Altersspektrum der aktuell 318 Kicker im Verein, davon 170 Kinder und Jugendliche, sechs Jahrzehnte: Angefangen von den Bambini bis zur Ü 50 im männlichen Bereich, dazu kommt das Frauenteam.

„Wir wollen im Leistungsbereich vorankommen und richten den Blick noch mehr auf die Jugend“, sagt MSV-Vorstandsmitglied Christian Stölke. Der ist in Prignitz-Ruppiner Fußballkreisen kein Unbekannter, spielte früher unter anderem bei Blau-Weiß Dannenwalde und den Kuckuck Kickers. Stölke und Stefan Prüfer kennen und schätzen sich seit Ewigkeiten. Vor zweieinhalb Jahren hätte das erste Werben nur beinahe geklappt, diesmal aber geht der Pritzwalker mit einer anderen Ausrichtung heran. Prüfer will beim MSV im Marketing/Sponsoring neue Felder eröffnen. „Der MSV ist der größte Verein in der gesamten Region. Ich will da im Vereinsmanagement etwas bewegen“, sagt er. Ein halbes Jahr gibt sich der 48-Jährige Zeit, die Strukturen im Verein, in der Stadt und in der Region zu erkunden. Spätestens dann dürfte seine Handschrift auch außerhalb der MSV-Familie erkennbar sein. Insgesamt ein hochinteressanter Aufgabenbereich. Aber Prüfer, der die erste Herrenmannschaft keineswegs als das Nonplusultra im Verein sieht, betont: „Ich werde zwar Geschäftsführer Fußball. Aber das läuft alles im Ehrenamt.“

Der gebürtige Pritzwalker Prüfer gehörte einst zur Elf des SV Blumenthal/Grabow, die vor zwei Jahrzehnten Kreismeister wurde und in die Bezirksklasse aufstieg. Im Alter von nur 28 Jahren beendete er die sportliche Karriere wegen des Hausbaus.Als Sohn Erik vor 14 Jahren anfing, sich für Fußball zu begeistern, kehrte Stefan Prüfer zurück, als Trainer, Funktionär und Initiator hinter den Kulissen beim Pritzwalker FHV. So organisierte er unter anderem nach dem Hochwasser 2013 ein Benefizspiel zwischen einer Kreisauswahl und dem Oberligisten Hansa Rostock II. Der Erlös kam den vom Hochwasser betroffenen Prignitzer Vereinen zu Gute. Außerdem schaffte Prüfer mit dem von ihm betreuten Nachwuchsteam den Sprung in die Brandenburgliga der C- und B-Junioren.

Vor zwei Jahren krallte sich Landesligist SSV Einheit Perleberg den umworbenen Mann, der über ein gewaltiges Netzwerk verfügt. Erst als A-Junioren-Trainer im Einsatz, trat er im Sommer 2018 an die Seite von André Schutta in den Herrenbereich.

Während sich Stefan Prüfer in die nächste Aufgabe stürzt, dürfte bei André Schutta, dem anderen Teil des sympathischen Duos, erst einmal Ruhe einkehren. Er legt das Traineramt aus privaten Gründen nieder. „Verschleiß und Zeitmangel“, nennt der Familienvater zwei Faktoren.

Den früheren Einheit-Mittelfeldstrategen zog es nach seiner aktiven Zeit nach Schleswig-Holstein. Von dort kehrte er in die Prignitz zurück und trainierte in der Saison 2015/16 das Perleberger Landesligateam zusammen mit Bodo Mönke. In der darauf folgenden Spielzeit 2016/17 war Schutta – wie Prüfer ein Freund der offenen und ehrlichen Worte – nach dem Weggang von Mönke allein veranwortlich und führte die Mannschaft am Ende auf Rang sieben. 2017/18 belegten die Perleberger den zwölften Platz.

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