Fussball : Starke Saison mit Aufstieg gekrönt

Jubelnde Spieler und Verantwortliche von Einheit Perleberg. Ein Bild, das in der vergangenen Saison häufiger zu sehen war.
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Jubelnde Spieler und Verantwortliche von Einheit Perleberg. Ein Bild, das in der vergangenen Saison häufiger zu sehen war.

Den Kickern vom SSV Einheit Perleberg gelingt eine tolle Rückrunde und somit nach zwölf Jahren die Rückkehr in die Landesliga

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29. Juli 2014, 06:38 Uhr

Auf so eine starke Saison waren selbst die Macher der Perleberger Sportchronik nicht vorbereitet. Vielleicht hätten sie sonst den Druck des Buch noch etwas verschoben und den Fußballern vom SSV Einheit Perleberg I ein weiteres Kapitel gewidmet. Denn zwölf Jahre nach dem Abstieg gelang den Männern um Kapitän Matthias Steffen als Staffelsieger der Landesklasse West der Wiederaufstieg in die Landesliga Nord. Der zweite Kreispokalsieg in Folge rundete die fast perfekte Spielserie 2013/14 ab.

„Die Freude über den Staffelsieg ist das Eine. Die Art und Weise, wie dieser Erfolg erarbeitet wurde, ist das Andere. Insbesondere in der Rückrunde wurden unserer Mannschaft von vielen Gegnern auch auswärts beeindruckende Leistungen bestätigt“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter und vorheriger Co-Trainer Frank Plokarz, der nach dem durchwachsenen Saisonstart des SSV und der 1:2-Derbyniederlage in Wittenberge am 8. Spieltag das Traineramt von Ulf Liebmann übernahm.

„Unser großer Vorteil war, dass fast alle Spieler beruflich in der Region unterwegs sind und damit fast komplett trainiert werden konnte. Das zahlte sich positiv aus.“ Die große Ausgeglichenheit im Team war für Frank Plokarz ein weiterer Pluspunkt. „Dadurch hatte ich die Möglichkeit, bei der Wahl der Besetzung erzieherisch einzuwirken und Leistungsreserven aufzudecken. So konnten Sperren oder Verletzungen fast immer gleichwertig kompensiert werden. Obwohl der lange Ausfall von Christian Becken in der Hinrunde und insbesondere die erneute schwere Verletzung von Denny Feilke doch Probleme bereitet haben“, gibt der Trainer zu.

Mit Plokarz auf der Bank gelang es Einheit, sich mit dem 1:0 im Viertelfinale des Kreispokals gegen Veritas postwendend für die Punktspielniederlage zu revanchieren. Nach der einzigen Saison-Heimpleite am 9. Spieltag gegen den Pritzwalker FHV (1:3) fuhr Plokarz mit dem 6:2 beim SV Falkensee/Finkenkrug II seinen ersten Ligasieg ein. Fortan ging es für die Rolandstädter nur noch bergauf. Ohne ihren verletzten Spielmacher Christian Becken (Außenbandriss im Sprunggelenk) kletterte Einheit bis zur Winterpause mit insgesamt acht Siegen und sechs Niederlagen (31:21 Tore) auf den 5. Platz, lag aber neun Punkte hinter Herbstmeister Veritas Wittenberge-Breese zurück.

Auch die Hiobsbotschaft von der finanziellen Schieflage des Vereins im Winter ließ das Team unberührt. Einheit setzte die beeindruckende Erfolgsserie fort. Nach dem 3:1-Heimsieg gegen Lok Brandenburg (27. Spieltag) übernahmen die Perleberger erstmals die Tabellenspitze. Aufstiegshoffnungen keimten auf. Doch schon einen Spieltag später gab es im Derby in Weisen ein 1:2. „Der Dämpfer kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir waren uns der Sache schon zu sicher, so dass wir für die verbleibenden Spiele noch eine Schippe drauf packen mussten. Aber wir glaubten an uns, schließlich hatten wir es noch immer in eigener Hand“, blickt Christian Becken zurück.

Dem 5:0-Heimsieg gegen Schönberg folgte das alles entscheidende Spiel beim bis dato punktgleichen, auf Grund der besseren Torbilanz in der Tabelle führenden BSC Rathenow. Mit einer starken Vorstellung gewann Einheit die Partie durch Tore von Martin Behrend und Björn Bauersfeld (2) mit 3:0 und machte so den Aufstieg perfekt. Mit seinen beiden letzten von am Ende 22 Treffern holte sich Bauersfeld auch die Torjägerkrone der Staffel West. „Das Saisonziel war die Klasse zu halten und wieder im Kreispokalfinale zu landen. Dass die Mannschaft so eine starke Rückrunde spielt, den Kreispokal und die Meisterschaft holt, daran glaubten wohl nur die wenigsten Optimisten. Ausschlaggebend für den Erfolg waren die Leidenschaft und der Zusammenhalt auf und neben dem Platz“, sagte der Torjäger. Mit Martin Behrend (15) und Jens Theidig (11) erzielten dazu zwei weitere Perleberger Angreifer mehr als zehn Treffer.

Garant für den Aufstieg war nicht nur die starke Offensive, mit 73 Toren hinter Rathenow (77) die zweitbeste der Staffel West. Mit 29 Gegentreffern stellte Einheit die beste Abwehr der Liga. Lediglich acht Gegentore ließen die Perleberger in den 14 Rückrundenspielen zu. In der gesamten Saison stand sogar in 13 Spielen hinten die Null. „13 Spiele? Wahnsinn! Ein Riesenkompliment an die gesamte Truppe“, so Torwart Kevin Torster, der zusammen mit Matthias Steffen (beide 27), Veit Gerigk, William Richart (je 26) sowie Stefan Fliege und Martin Behrend (je 25) die meisten Punktspiele bestritt.

Arbeiten müssen die Perleberger künftig an der Disziplin auf dem Platz. Gleich acht Mal beendete Einheit die Spiele in Unterzahl (Drei Rote, fünf Gelb-Rote). Dies bedeutet nur Rang 12 in der Fairnesstabelle.

Kapitän Matthias Steffen: „Der Landesligaaufstieg ist natürlich der absolute Wahnsinn. So etwas kommt dabei raus, wenn Freunde zusammen Fußball spielen! Persönlich freut es mich für Frank Plokarz am meisten und deshalb gilt auch ein großes Dankeschön an seine Frau, die immer wieder auf ihn verzichten musste.“

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