Integrationssportfest : Sport, Spaß und funkelnde Augen

Beim Turnier der Kitas und Grundschulen mit 17 Mannschaften ging es in der Streetsocceranlage nicht nur um Tore, sondern auch um den fairen Umgang miteinander.
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Beim Turnier der Kitas und Grundschulen mit 17 Mannschaften ging es in der Streetsocceranlage nicht nur um Tore, sondern auch um den fairen Umgang miteinander.

Mehr als 400 Teilnehmer bei Prignitzer Integrationssportfest und AOK-Fußballtag des FLB im Wittenberger Thälmann-Stadion dabei

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23. September 2017, 08:34 Uhr

„So schnell warst du ja noch nie. Super“, beglückwünscht eine Betreuerin einen ihrer Schützlinge nach dem 60 Meter-Lauf. Der Gelobte klatscht in die Hände, freut sich sichtlich über die aufmunternden Worte. Die Freude ist nicht nur beim gehandicapten jungen Mann groß, auch einige im Zieleinlauf Stehende applaudieren spontan.

Diese Szene ist exemplarisch für das, was sich gestern im Ernst-Thälmann-Stadion beim Integrationssportfest des Landkreises und der Lebenshilfe Prignitz abspielte. Mehr als 400 Teilnehmer, mit und ohne Behinderung, aus der gesamten Prignitz nahmen unter dem Motto „Sport, Spiel und Spaß“ die angebotenen Disziplinen in Angriff. Stepaerobic, Geschicklichkeits- und Spaßwettbewerbe, Wurf-, Sprung- und Laufdisziplinen, Kegeln oder Fußballturnier – das Programm war wieder vielfältig. Jeder Teilnehmer, egal wie viele Stationen er absolviert hatte, nahm mit seinem Laufzettel an der mit vielen Preisen gefüllten Tombola teil. Und jeder erhielt Urkunden oder Medaillen.

„Dieses Funkeln in den Augen der Kitakinder und auch der Menschen mit Behinderung. Da macht das Zusehen schon Spaß“, meint Christian Kube, Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB) Prignitz. Der KSB gehört zu den vielen Unterstützern, die die einst als Behindertensportfest ins Leben gerufene und seit einiger Zeit als Integrationssportfest durchgeführte Veranstaltung begleiten. Seit vielen Jahren engagiert sich auch der an Parkinson erkrankte und schwerbehinderte Ingo Jeschke für das Sportfest. „Hier sind alle gleich, ob mit oder ohne Behinderung. Wir wollen, dass sich die Leute hier wohlfühlen“, sagt der Sadenbecker, der nach eigenem Bekunden dafür bundesweit auf Sponsorensuche geht.

Den hohen Stellenwert der im Juni wegen starken Regens ausgefallenen und nun nachgeholte Veranstaltung zeigten auch die prominenten Gäste aus Politik und Sport. Unter anderem richteten Brandenburgs Bildungs- und Sportminister Günter Baaske oder Wolfgang Neubert, Präsident des Landessportbundes, Grußworte an die Teilnehmer. Die ließen sich in ihrem Tatendrang aber nicht stören und setzten ihre Wettkämpfe bei den Reden der Funktionäre unbeirrt fort.

Erstmals in das Sportfest eingebettet war der AOK-Fußballtag für Vielfalt und Toleranz des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB). Laut FLB-Mitarbeiter Christian Löhr hat sich der Verband Wittenberge bewusst ausgesucht, weil hier die Strukturen stimmen. Beim Turnier der Kitas und Grundschulen in einer Streetsocceranlage und beim Fußballturnier auf dem Nebenplatz schauten auch Friedhelm Ostendorf, Integrationsbeauftragter des FLB, und Präsidiumsmitglied Hartmut Lenski vorbei. „Der Erfolg der Veranstaltung hier in Wittenberge ist ja schon vorprogrammiert, wenn man sieht, wieviel Menschen sich hier bewegen. Was hier abläuft ist schon ein Volltreffer“, findet Hartmut Lenski und Friedhelm Ostendorf fügt hinzu: „Was die Integration betrifft ist der Fußball eine richtige Integrationsmaschine. Landauf, landab sieht man bei den Trainings oder im Kinder- und Erwachsenenspielbetrieb ja Menschen aller Hautfarben.“

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