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Football in den USA : Spektakel und Kommerz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Super Bowl – das Duell um Amerikas begehrteste Trophäe.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2014 | 00:34 Uhr

Der Super Bowl, das größte Sportereignis der Welt, ist eigentlich gar kein Sportereignis. Klar, in den Seattle Seahawks und den Denver Broncos treffen in der Nacht auf Montag (0.30 Uhr/Sat.1) die besten Teams der amerikanischen Football-Profiliga NFL aufeinander, doch eigentlich geht es am ersten Februar-Wochenende in New York und im benachbarten East Rutherford eher ums Spektakel. Das lieben die Amerikaner – trotz des aktuellen Winterchaos.

„Ich kann das Wetter nicht kontrollieren“, sagte NFL-Boss Roger Goodell. New York und Teile der Ostküste kämpfen seit Tagen gegen Eis und Schneemassen. Solche Spiele würden oft bei Sauwetter ausgetragen, „wir hatten das in diesem Jahr einige Male. Das ist Football“, sagt der 54-Jährige und geht mit gutem Beispiel voran. Goodell wird morgen statt in einer Loge lieber auf der Tribüne sitzen.


Selbst der Broadway muss sich unterordnen


Die Show rund um das Duell um Amerikas begehrteste Sport-Trophäe begann früh, selbst der Broadway musste sich in diesen Tagen dem Football unterordnen. Auf der weltberühmten Theatermeile wurde Anfang der Woche der Super Bowl Boulevard errichtet. Auf einer Länge von 14 Straßenblocks können Fans die Protagonisten hautnah erleben und Autogramme ergattern. Bei klirrender Kälte stimmen sich Fans und Medien auf den Showdown im MetLife Stadium von East Rutherford ein. Die kleine 8000-Seelen-Gemeinde jenseits des Hudson River beheimatet sonst die New York Giants und die New York Jets. Morgen stellt sie alles in den Schatten.

Wetterchaos hin oder her – es darf nichts mehr schief gehen. Denn der Super Bowl ist vor allem eine Gelddruckmaschine. Ein 30-sekündiger Werbespot beim übertragenden TV-Sender Fox kostet vier Millionen Dollar (2,9 Millionen Euro) – weltweit schauen etwa 160 Millionen Menschen zu. Im MetLife Stadium werden 82 500 Zuschauer das Spektakel verfolgen.Wer jetzt noch kein Ticket hat, braucht Glück auf dem Schwarzmarkt und ein dickes Portemonnaie. Am Donnerstag betrug der Durchschnittspreis für eine Finalkarte 2465 Dollar. Wer dabei ist, wird Zeuge einer gigantischen Show. Eingerahmt von zwei Spielhälften findet das musikalische Halbzeit-Highlight statt: Die Red Hot Chili Peppers und Sänger Bruno Mars teilen sich die Bühne.

Wer sich neben dem Spektakel zufällig auch für Sport interessiert, bekommt einen echten Leckerbissen serviert. Die Seahawks stellen die beste Verteidigung der regulären Saison, die Broncos um Star-Quarterback Peyton Manning (Foto/37) den ligaweit stärksten Angriff. Manning könnte mit einem Sieg und dann insgesamt zwei Titeln zu seinem jüngeren Bruder Eli aufschließen, für die Seahawks wäre es der erste Triumph überhaupt. Vorhang auf also für den Super Bowl. Das größte Sportereignis der Welt, das eigentlich gar kein Sportereignis ist.

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