zur Navigation springen

Kegeln : Saison mit Licht und Schatten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seedorfer Bundesligakegler überraschen als Neuling mit Platz fünf / Interview mit dem SVL-Vorsitzenden Kurt Wilke

von
erstellt am 07.Jul.2017 | 23:43 Uhr

Nach einer strapaziösen Saison sind die Bohlekegler vom SV Löcknitzstrand (SVL) Seedorf von 1919 in der wohlverdiente Sommerpause. Über Erfolge und Besonderheiten des Seedorfer Vereins, der mehr Mitglieder als Dorfbewohner hat, sprach „Prignitzer“-Mitarbeiter Torsten Gottschalk mit dem SVL-Vorsitzenden Kurt Wilke.
Herr Wilke, mit dem gerade zu Ende gegangenen Einladungsturnier in Seedorf ist die Spielserie 2016/17 nun Geschichte. Wie lautet ihr Saisonfazit?
Kurt Wilke: Insgesamt gesehen war es für uns eigentlich eine gute Saison. Die erste Männermannschaft ist nach dem Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga am Ende Fünfter geworden. Eine gute Leistung wenn man bedenkt, dass mit Norbert Witzel ein Leistungsträger schon zu Saisonbeginn wegen seiner schweren Erkrankung ausgefallen ist. Dann hat sich die zweite Herrenmannschaft über die Relegation erneut den Klassenerhalt in der Landesliga geschafft. Das erste Seniorenteam ist als Landesmeister diesmal nicht über Platz vier hinausgekommen. Das war schon enttäuschend. Die zweite Seniorenmannschaft hat in der 1. Landesklasse eine gute Saison gespielt und brauchte mit Platz zwei nicht in die Relegation.
Wo liegen ihrer Meinung nach die Ursachen für das gute Abschneiden des Seedorfer Aushängeschildes in der 1. Bundesliga?
Die Mannschaft hat das Fehlen von Norbert Witzel gut weggesteckt. Garant für den letztendlich souveränen Klassenerhalt war die starke Heimbilanz. Lediglich ein Punkt, gegen keinen Geringeren als Meister Kiel, musste abgegeben werden. Wenn das Team in der kommenden Saison ihre Heimstärke beibehält und auswärts den einen oder anderen Zähler mehr holt, ist vielleicht noch mehr drin.
Bei Meisterschaften auf Landes- und Bundesebene lief es nicht wie gewünscht…
Die Herren und Herren A sind bei den Landesvereinsmeisterschaften nicht über die Ränge vier und fünf hinausgekommen. Die Herren B/C haben sich als Vize-Landesmeister für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, doch bei der DM haben wir als Elfter die Medaille klar verpasst haben. Das war schon sehr enttäuschend für mich. Bei den Einzellandesmeisterschaften haben wir diesmal überhaupt keine Medaille gewonnen. Besser lief es bei den Dreibahnen-Landesmeisterschaften. Da haben meine Frau Marianne und ich den Landesmeistertitel, die Herren als Prignitzer KV Silber geholt.
Kommen wir zum Nachwuchs, da scheint sich etwas zu entwickeln…
Ja, der Nachwuchs ist mit unseren Simon Mewes, Matthias Günther und Vincent Lucht sowie den Perlebergern Til Runge und Ricardo Grimm als Prignitzer KV Vize-Landesmeister geworden und hat sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Hier war auf jeden Fall auch mehr als Platz vier drin. Das Potenzial ist durchaus vorhanden. Simon und Vincent haben sich mit ihren Leistungen regelrecht für einen Einsatz im Männerbereich aufgedrängt.
Und auch unsere Arbeit in den Schul-Arbeitsgemeinschaften in Lenzen und Dömitz werden auch im kommenden Schuljahr fortsetzen. In der AG wollen wir die Schüler für den Kegelsport begeistern und den einen oder anderen wettkampftauglich machen.
Was gibt es sonst Neues aus dem Verein zu berichten?
Mit Mathias Metzdorf ist ein erfahrener Spieler vom SV 90 Fehrbellin zum 1. Juli zu uns gewechselt. Er wird künftig das Bundesligateam verstärken.
Der SVL hat vier Mannschaften auf Bundes- oder Landesebene im Spielbetrieb, die mit meist langen Anfahrten zu Punktspielen oder Meisterschaften, gerade auch mit dem Nachwuchs, verbunden sind. Wie stemmt ein so kleiner Verein wie der SVL die nicht unerheblichen Kosten?
Ohne unsere Sponsoren und deren Engagement sowie den persönlichen Einsatz vieler unserer derzeit 106 Vereinsmitglieder wäre vieles so natürlich nicht möglich. Ohne die hätten wir uns keinen neuen Kleinbus anschaffen oder die Kegelbahn mit neuen Viererpässen und Kegeln ausstatten können. Das kostet natürlich alles viel Geld. Deshalb sind wir für jeden erhaltenen Euro und jeden neuen Sponsor sehr dankbar.
Was wünscht sich der Vereinsvorsitzende sportlich für die kommende Saison?
Da gibt es einiges (lacht). Das Bundesligateam hat vier Heimpartien in den ersten sechs Spieltagen, unter anderem gegen Hannover und Meister Kiel. Ende Oktober wird man dann sehen, wohin die Reise des Teams tabellarisch gehen kann. Für die Zweite kann nur der Klassenerhalt als Ziel ausgegeben werden. Die erste Seniorenmannschaft will um den Landesmeistertitel mitspielen. Aber das wird verdammt schwer. Natürlich wollen wir in der kommenden Saison auch in allen Altersklassen bei den Landesmeisterschaften um Titel und Medaillen kämpfen. Vielleicht gelingt dem einen oder anderen die Quali für die Deutschen Meisterschaften.
Ein Blick in die nahe Zukunft. In zwei Jahren feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Laufen die Vorbereitungen schon?
Wir haben gerade ein Festkomitee gebildet und damit den Grundstein für das Vereinsjubiläum, das Ende Juni 2019 stattfinden wird, gelegt. Wir haben uns viel vorgenommen. Unter anderem wird es einen Umzug auf der Löcknitz geben. Auf jeden Fall sollen die Feierlichkeiten für alle, ob Vereinsmitglied oder Gast, ein bleibendes Erlebnis werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen