Bundesliga-Kegler : Prestige-Duell auf hohem Niveau

Einstmals Teamgefährten, jetzt Konkurrenten: Seedorfs Mannschaftsleiter Frank Wilke (l.) und Fehrbellins Kapitän Dirk Sperling, der an alter Wirkungsstätte mit 926 Holz einen neuen Bahnrekord aufstellte.
Einstmals Teamgefährten, jetzt Konkurrenten: Seedorfs Mannschaftsleiter Frank Wilke (l.) und Fehrbellins Kapitän Dirk Sperling, der an alter Wirkungsstätte mit 926 Holz einen neuen Bahnrekord aufstellte.

Bundesliga-Kegler vom SVL Seedorf müssen beim 2:1-Sieg im Brandenburg-Derby gegen den SV 90 Fehrbellin den Zusatzpunkt abgeben

svz.de von
03. Dezember 2013, 11:33 Uhr

Mit zwei Heimsiegen verabschiedeten sich die in der 1. Bundesliga spielenden Bohlekegler des SVL Seedorf von 1919 in die mehrwöchige Weihnachtspause. Allerdings mussten die Seedorfer beim 5423:5383 (2:1, 43:35) am Sonnabend im Brandenburg-Derby gegen den SV 90 Fehrbellin, trotz Mannschaftsbahnrekord, den Zusatzpunkt an die Gäste abgeben. Am Sonntag bestätigten die Seedorfer ihre gute Mannschaftsleistung vom Vortag und ließen dem KV Hansa Stralsund beim 5382:5185 (3:0, 54:24)-Sieg keine Chance. In der Tabelle verbesserte sich der SVL mit nun 14:16 Punkten auf Rang acht. „Wir können mit dem Wochenende zufrieden sein. An beiden Tagen haben wir guten Sport auf hohem Niveau geboten“, fasste SVL-Mannschaftsleiter Frank Wilke die Leistung seines Teams zusammen. „Nun gehen wir optimistisch ins neue Jahr.“

Besonders das Prestige-Duell gegen Fehrbellin bot Kegelsport vom Feinsten. Die Gastgeber mussten vor zahlreichen Zuschauern in der proppevollen Seedorfer Kegelhalle mit 5423 Holz schon Mannschaftsbahnrekord spielen, um die junge Fehrbelliner Garde letztendlich in die Knie zu zwingen. Die voll konzentrierten Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Frank Wilke ließ mit der Mannschaftsbestleistung von 919 Holz (11 Einzelwertungspunkte) seinem Gegenüber, Benjamin Münchow (878/2), keine Chance. Auch Hans Fulczynski (912/10) entschied das Duell gegen Alexander Wolski (895/5) klar zu seinem Gunsten.

Im Mittelblock knüpften Eckhard Johnke (907/8) und Harry Wilke (902/6) nahtlos an die Top-Leistungen ihrer Teamkollegen an. Zwar konnte Fehrbellins Nico Witter (889/4) da nicht ganz mithalten, doch durch das starke Ergebnis von Dietmar Stoof (912/9) blieben die 90er im Kampf um den Zusatzpunkt (erhält das Auswärtsteam für mindestens 32 Einzelwertungspunkte) weiter im Rennen.

Im Schlussdurchgang hielt Seedorfs Norbert Witzel (905/7) seinen Gegnüber, Sebastian Krause (889/3), auf Distanz. Was aber auf den anderen Bahnen geschah, ließ zumindest die Fehrbelliner Anhänger jubeln. Der ehemaligen Seedorfer und jetzige 90er-Kapitän, Dirk Sperling, spulte seine 120 Wurf ab, wie es zuvor noch keinem anderen auf der Bahn gelungen war. Mit 926 Holz distanzierte er nicht nur SVL-Routinier Jürgen Reimann (878/1), sondern schob zudem noch einen neuen Bahnrekord. Damit holte sich Sperling natürlich die zwölf Einzelwertungspunkte und verhalf seinem Team zum Gewinn des Auswärtspunktes.

„Wenn fünf Mann von uns schon über 900 spielen und es dann nicht zum 3:0 reicht, ist das schon ein Ding“, schüttelte Hans Fulczynski hinterher den Kopf. „Fehrbellin hat sich den Zähler verdient. Dirk hat wie von einem anderen Stern gespielt“, lobte Frank Wilke seinen ehemaligen Mitspieler. Der war von seiner Leistung selbst ein wenig überrascht. „Wir wollten nicht zu Null verlieren. Ich bin auf die Bahn gegangen und hab volles Risiko gespielt. Auf allen Bahnen ist es dann fast wie von selbst gelaufen“, meinte Sperling, der aber auch die Gastgeber lobte. „Seedorf hat gut gespielt. Ich denke, dass Ergebnis ist für beide Seiten gerecht.“

Auf ein Ergebnis, wie das der Fehrbelliner, hofften die Stralsunder am Sonntag vergeblich. Fast 200 Holz betrug der Vorsprung der SVLer beim klaren 3:0-Sieg gegen die Ostseestädter. „Der Aufsteiger aus Stralsund war bei seinem Debüt hier in Seedorf chancenlos. Wir konnten an die gute Leistung vom Vortag anknüpfen“, so Frank Wilke, der ein Sonderlob für Ingo Jochens, sonst Stammkraft im Seedorfer Landesklasseteam, parat hielt.

„Nach der Verletzung von Harry musste Ingo einspringen. Der ist erst um 2 Uhr nachts aus dem Urlaub gekommen, war aber auf der Bahn hellwach. Wir waren mit seinem Debüt in der Bundesliga sehr zufrieden. Jochens steuerte mit 871 Holz fünf Einzelwertungspunkte zum Sieg der Seedorfer bei. Die restlichen Zähler für den Zusatzpunkt gingen auf das Konto des diesmal mit 908 Holz Tagebestleistung spielenden Eckhard Johnke (12), Norbert Witzel (11/907), Frank Wilke (10/905), Hans Fulczynski (9/899) und Jürgen Reimann (7/892). Bester Stralsunder war Manfred Dill, der für seine 897 Holz acht Einzelpunkte erhielt.

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