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Tischtennis : Peinliche Relegations-Posse

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Entscheidungsspiel mit ESV Wittenberge am Sonntag in Ketzin

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 22:56 Uhr

Die Relegation zur Tischtennis-Landesliga nimmt mittlerweile skurrile Formen an. So kann es passieren, dass der ESV Wittenberge I am Sonntag um 10 Uhr in Ketzin mit einem Sieg im Spiel um den zweiten Aufstiegsplatz gegen den Mahlower SV sportlich den Sprung in die Landesliga schafft – und dann doch nicht nach oben gehen kann. Das geschieht, wenn das Schiedsgericht des Tischtennisverbandes der Argumentation des Mahlower SV folgt, diese Partie nicht mehr auszutragen.

Zur Erinnerung: Auf dem Weg zum Relegationsturnier nach Dahlewitz am 6. Mai hatten die ESVer auf der Autobahn 24 einen Motorschaden und kamen deshalb erst um 14.20 Uhr in Dahlewitz an. Dort teilten die Gastgeber den Wittenbergern mit, dass die Mahlower – zuvor 5:10 gegen Dahlewitz – abgefahren waren und das Spiel gegen den ESV mit einem kampflosen Sieg für sich eingeschrieben hatten (Der „Prignitzer“ berichtete).

Die Wittenberger kreuzten auf dem Spielberichtsbogen Protest an, verwiesen auf den Tatbestand der höheren Gewalt und versandten den Schadensbericht. Staffelleiter Sigurd Jacob teilte den Prignitzern mit, dass das Spiel in Mahlow neu angesetzt wird. Daraufhin meldete sich wieder der Mahlower SV, der jegliche Termine am Wochenende 13. und 14. Mai ablehnte. Da aber bis Anfang Juni die Zusammensetzung der Ligen geschehen sein sollte, setzte Sigurd Jacob zusammen mit dem Vorsitzenden des Landesbereichs West, Mike Sandek, das Spiel für den 21. Mai auf neutralem Boden in Ketzin an.

Der Mahlower SV protestierte erneut, will das Argument der höheren Gewalt nicht gelten lassen. Die Wittenberger legten eine Gegendarstellung vor. Mit Anrufnachweisen ihrer Handys und einem ähnlich gelagerten Fall aus Bayern. Dort stand eine Mannschaft im Stau. Das Gericht des Tischtennisverbandes wertete das als höhere Gewalt und lehnte den Einspruch gegen die Neuansetzung der Begegnung ab.

Im Fall der Wittenberger und Mahlower muss jetzt auch das Sportgericht zur Entscheidungsfindung kommen. Dies wird erst im nächsten Monat sein. Das kündigte das Gremium bereits gegenüber Mike Sandek an.

Die Wittenberger sind angefressen. „Es spricht doch nichts gegen eine sportliche Lösung. Und das wäre die Neuansetzung“, sagte ESV-Abteilungsleiter Jan Sawallisch. Seiner Meinung nach haben die Wittenberger mit bestem Wissen und Gewissen alle zuständigen Personen jederzeit in Kenntnis gesetzt. „Beide Teams können nichts für den Motorschaden, daher kann auch nicht eine Mannschaft rausgepickt und für ihr Pech oder Glück bestraft oder belohnt werden“, fügte Sawallisch hinzu und überlegt, bei einem negativen Urteil für den ESV den Schläger an den Nagel zu hängen. Doch zunächst hoffen seine Mitspieler und er auf große Wittenberger und Prignitzer Unterstützung am Sonntag um 10 Uhr beim Spiel in Ketzin.

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