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Sportlerehrung : „Nie Spaß an der Sache verlieren“

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Nicole Reinhardt, Kanu-Olympiasiegerin von Peking 2008, zu Gast bei der Sportlerehrung des Regionalen Wachstumskerns Prignitz

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erstellt am 05.Apr.2014 | 08:37 Uhr

Wenn Holger Rupprecht bei Veranstaltungen in der Prignitz vorbeischaut, hat er fast immer einen prominenten Athleten mit im Schlepptau. Zur Sportlerehrung des Regionalen Wachstumskerns Prignitz in Karstädt brachte der Landtagsabgeordnete die ehemalige Weltklasse-Kanutin Nicole Reinhardt mit. Bereitwillig erzählte die 28-Jährige über Höhen und Tiefen ihrer sportlichen Karriere.

Als Olympiasiegerin 2008 im Viererkajak - zusammen mit Fanny Fischer, Katrin Wagner-Augustin und Conny Waßmuth - und je achtfache Welt- und Europameisterin sowie elffache Weltcupsiegerin gewann die Blondine alles, was man als Kanutin an Titeln holen kann. „Ich bin auf alle meine Erfolge sehr stolz. Sie sind verbunden mit vielen Höhen und Tiefen“, erzählt Nicole Reinhardt, die als Siebenjährige erstmals in ihrer südhessischen Heimatstadt Lampertheim die Paddel schwang.

Den Olympiasieg in Peking stellte sie selbstredend auf die oberste Stufe. Worauf sie aber ebenfalls stolz ist, sind die WM-Goldmedaillen im K1, der Einzeldisziplin über die olympische Strecke. 2005 schnappte die damals 19-jährige Nicole den etablierten Konkurrentinnen den WM-Titel weg. 2011 wiederholte sie diesen Erfolg auf der 500 Meter-Strecke. „Die hat außer mir und Birgit Fischer in den letzten 20 Jahren keine Deutsche mehr gewonnen.“ Mit Genugtuung stellte die Ehrenbürgerin der Stadt Lampertheim und Sportlerin des Jahres 2008 in Hessen zudem fest, das ihre damals erreichte Weltbestzeit noch immer Bestand hat.

Als amtierende K1-Weltmeisterin galt die hübsche Hessin, die sich 2008 für den „Playboy“ ablichten lies, auch als große Medaillenhoffnung bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London. Doch acht Wochen vor dem Saisonhöhepunkt machten ihr die anhaltenden gesundheitlichen Probleme nach einer Verletzung endgültig einen Strich durch die Rechnung. Die seinerzeit 26-Jährige musste ihre olympischen Träume aufgeben. „Das ist ein bisschen der wunde Punkt für mich. Ich hatte noch Wochen später dran zu knabbern“, gibt die seit einigen Jahren in Potsdam lebende Blondine zu. Die gesundheitlichen Probleme zwangen sie im vergangenen Jahr auch zum Rücktritt vom Leistungssport.

Für das Leben nach der aktiven Karriere sorgte Nicole Reinhardt, die gerne verreist und liest, rechtzeitig vor. Die gelernte Fachangestellte für Bürokommunikation bildete sich in den vergangenen Jahren, neben Training und Wettkämpfen, zur Verwaltungsfachwirtin weiter. „Die berufliche Perspektive war mir immer wichtig, weil klar ist, dass man Leistungssport nur eine begrenzte Zeit lang machen kann. Derzeit arbeite ich als Assistentin der Geschäftsführung bei der Deutschen Bahn.“

Zudem ist Nicole Reinhardt, wie Schalke-Torwart Timo Hildebrand oder Pur-Sänger Hartmut Engler Botschafterin der 2008 gegründeten Strahlemann Stiftung, die Bildungsprojekte in ideeller und finanzieller Hinsicht unterstützt.

Ein allgemeines Rezept, wie man als Sportler den Sprung in die Nationalmannschaft oder ins Profilager schafft, hat auch Nicole Reinhardt nicht parat. „Nie aufgeben, auch wenn man mal ein persönliches Tief oder Niederlagen erlebt. Es geht immer wieder bergauf. Das Allerwichtigste ist aber, nie den Spaß an der Sache zu verlieren“, sagte sie an die Adresse des Prignitzer Nachwuchses.

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