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Fussball : Nach Würgegriff fünf Jahre gesperrt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sportgericht des Fußballkreises verurteilt Demerthiner Kevin Grund zu langer Pause

Zwei Urteile des Sportgerichts sorgen für Aufsehen: Kevin Grund, Spieler des Kreisoberligisten SV Demerthin wurde nach seinem tätlichen Angriff auf Sebastian Ruthert, Trainer des Lindower SV Grün-Weiß, für fünf Jahre bis 2021 gesperrt. Das entschied das Sportgericht des Fußballkreises Prignitz/Ruppin am späten Donnerstagabend auf seiner Sitzung in Kyritz. Außerdem beschloss das Gremium, dass die zur Halbzeit beim Stand von 0:1 aus Demerthiner Sicht abgebrochene Partie wiederholt wird.

Gleiches gilt für die Begegnung der 1. Kreisklasse West zwischen dem Lindenberger SV und FSV Veritas Wittenberge/Breese II. Sie wurde am 13. März abgebrochen. Die vier Akteure, die zuvor vom Platz gestellt wurden, erhielten Sperren von vier bis zehn Spielen.

In Demerthin soll Kevin Grund Lindower Spieler und den Trainer beleidigt haben. Dafür sah er nach 37 Minuten von Schiedsrichter Marcel Thomas (Union Neuruppin) die Gelbe Karte. Als acht Minuten darauf zur Halbzeitpause gepfiffen wurde, sei es nochmals zu Entgleisungen des Demerthiners gekommen, was der Schiri (der übrigens in Lindow wohnt) mit Rot ahndete. Der vom Platz Gestellte soll das Trikot des Lindower Trainers zerrissen und ihm in den Nacken gegriffen haben.

Dafür sperrte ihn jetzt das Sportgericht für fünf Jahre. Die schriftliche Begründung des Urteils wird Anfang der kommenden Woche verschickt. Auf die Höhe der Strafe angesprochen antwortete der Sportgerichts-Vorsitzende Björn Krassnowski auf „Prignitzer“-Anfrage: „Sportkamerad Grund ist in den letzten Jahren immer wieder wegen solchen Vorfällen verurteilt worden und er hat nie daraus gelernt. Daher erhielt er jetzt diese Strafe.“ Der SV Demerthin hatte noch am Abend des Spieltags die Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Kevin Grund getrennt.

„Mir persönlich sind fünf Jahre viel zu viel“, sagte Klaus Fritz, bis 2014 langjähriger Beisitzer im Sportgericht des ehemaligen Fußballkreises Prignitz und seiner Vorgänger. Der Perleberger kann sich nicht erinnern, in seiner Amtszeit jemals ein derartiges Strafmaß erlebt zu haben. „Bei Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter wurden bei uns die Spieler für zwölf Partien oder maximal eine Halbserie gesperrt“, meinte Fritz.

Die Vorkommnisse in dieser Begegnung – in der vor der Pause der Demerthiner Sven Streese mit gelb-rot ebenfalls des Feldes verwiesen worden war – werden in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert. Auch, warum sich das Schiedsrichtergespann entschloss, das Spiel nach der Pause abzubrechen. Und weshalb es jetzt wiederholt wird. „Der Schiedsrichter hatte seine drei Kontingente nicht ausgeschöpft, also Unterbrechung, eine weitere Unterbrechung und dann der Abbruch“, begründete Björn Krassnowski die Neuansetzung durch das Sportgericht.

Hoch her ging es auch am 13. März in der 1. Kreisklasse West. Die Begegnung des Lindenberger SV gegen Veritas Wittenberge/Breese II wurde kurz vor Schluss beim Stand von 3:2 für Lindenberg abgebrochen worden. Bis dahin wurden von jedem Team zwei Spieler des Feldes verwiesen. Es kam zu Rangeleien am Spielfeldrand.


Veritas II akzeptiert Urteil


Das Sportgericht sprach gegen die beiden Lindenberger Kicker Strafen von sechs und zehn Wochen aus, gegen die beiden Veritas II-Akteure vier und sechs Wochen. Das Spiel wird wiederholt, von einem Schiedsrichtertrio geleitet. Bei Wiederholung der Vorkommnisse findet ein Spiel unter Ausschluss der Zuschauer statt. „Wir haben das Urteil akzeptiert. Wir hoffen nur das alle Beteiligten daraus gelernt haben und so etwas sich niemals wiederholen darf. Das hatte mit Sport nichts zu tun“, sagte Veritas II-Trainer Alexander Wendler.  

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erstellt am 13.Mai.2016 | 20:02 Uhr

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